17 VISION Christophorus Weit über 20.000-mal pro Jahr heben die Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung in lebensrettender Mission ab. Eine unglaubliche Zahl – es ginge allerdings noch mehr, wäre da nicht ein großer Spielverderber: Das Wetter, insbesondere Nebel, tief hängende Wolken und schlechte Sicht, zwingt die Crews immer wieder, am Boden zu bleiben. Bei (fast) jedem Wetter Um es vorweg klar zu sagen: Dass ein Hubschrauber bei wirklich jedem Wetter fliegen kann und darf, ist eine Idealvorstellung, die derzeit noch weit weg ist. Aber: Jeder Einsatz, der trotz widriger Bedingungen sicher durchgeführt werden kann, kann für einen Menschen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Darum setzt die ÖAMTCFlugrettung alles daran, der Witterung ein Schnippchen zu schlagen. Über eine grundlegende Voraussetzung dafür haben wir im Christophorus-Magazin 01/2026 berichtet: Es braucht Pilot:innen mit der Berechtigung zum Flug nach Instrumentenflugregeln (IFR). Ein weiteres Puzzlestück, das wir in Zukunft eingehend beleuchten wollen, ist die notwendige Hubschraubertechnik. In dieser Ausgabe widmen wir uns allerdings dem „Low Flight Network“ (LFN), das entscheidend dafür ist, fliegerische und technische Fähigkeiten zum Instrumentenflug bei entsprechenden Wetterlagen überhaupt nutzen zu dürfen. Was ist das LFN? Alles beginnt mit einem Punkt: Mittels satellitengestützter Navigation kann ein Hubschrauber auch bei schlechtester Sicht einen vordefinierten „Point in Space“ (PinS) präzise anfliegen. Von dort aus erfolgt dann die Landung – aus Sicherheitsgründen wiederum im Sichtflug. Auf diese Weise kann bei dichtem Nebel zwar nicht im freien Gelände gelandet werden, der Anflug auf Krankenhäuser, die das PinS-Verfahren unterstützen, wird dadurch allerdings deutlich von Stefan Tschernutter Herausforderungen: ● Regulatorische Anpassung: komplexe Entwicklung neuer Regeln. ● Infrastrukturentwicklung: Analysen und Datenpflege für Routen und Verfahren. ● Ausbildung und Training: Spezialschulungen für Pilot:innen und Flugretter:innen. ● Kosten: Investitionen in IFR-fähige Hubschrauber und Ausbildung. ● Koordination: Zusammenarbeit von Flugsicherung, Luftfahrtbehörden und Betreiber:innen. ● Limitationen: Physikalische Grenzen können Einsätze weiterhin verhindern. Infobox Die geschlossene Nebeldecke aus Sicht der Notarzthubschrauber-Crew. Heinz Leibundgut von der Rega hat viel Erfahrung mit Low Flight Networks. Fotos: ÖAMTC/Kika (1), REGA (1); Illustration: ÖAMTC/Scharler
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