Christophorus Magazin

10 INFORMATION Christophorus ist eine der wenigen Mahlzeiten, die wir meist noch in Ruhe gemeinsam einnehmen können.“ Bisher dominiert an vielen Stützpunkten das klassische, deftige Frühstück: Weißgebäck, Brot, Wurstwaren, Butter, Ei und Käse. Aus medizinischer Sicht ist dies jedoch suboptimal, da hochverarbeitete Lebensmittel und einfache Kohlenhydrate zwar schnell sättigen, aber ebenso schnell zu einem Leistungstief führen. Penatzer sieht hier einen Hebel für Veränderung hin zu protein- und ballaststoffreichen Alternativen. „Skyr, Topfen, Frischkäse, Cottage Cheese, Nüsse und Obst sollten den Standard bilden“, erklärt der Kardiologe. Diese Kombination sorgt für eine stabile Sättigung und verhindert Heißhungerattacken sowie das gefürchtete Konzentrationstief nach dem Essen. Ballaststoffe und Proteine nivellieren den Blutzuckerspiegel und halten die Crew mental wach – eine Grundvoraussetzung für komplexe Aufgaben während des Einsatzes. Snacks und Drinks Ein positiver Aspekt im harten Einsatzalltag ist die Unterstützung durch manche Krankenhäuser. Die dort bereitgestellten Snack- und Drink-Bars für die Flugrettungscrew sind eine wertvolle Geste der Wertschätzung und ermöglichen eine schnelle Energieversorgung zwischen den Einsätzen. Denn ein Folgeeinsatz kann schon auf dem Rückflug zum Stützpunkt eintreten. Josef Penatzer regt jedoch an, auch hier die Auswahl langfristig in Richtung Proteine zu optimieren. Hitze-, Kälte- und Flüssigkeitsmanagement Besondere körperliche Herausforderungen entstehen für die Crew durch extreme Wetterlagen. Lange Sommertage mit weit über 30 Grad führen zu einer massiven Flüssigkeits- und Elektrolyteinbuße. Ein ausreichendes Flüssigkeitsmanagement ist hierbei essenziell. Dehydration führt bereits bei einem Verlust von nur zwei Prozent des Körpergewichts zu Kopfschmerzen und einer verlangsamten Reaktionszeit. Da Erwachsene unter Stress ihr Durstgefühl schlechter regulieren können, wird Durst oft fälschlich als Hunger interpretiert. Eine konsequente Hydration ist daher essenziell für die kognitive Leistung der ChristophorusCrew während des Einsatzes. Im Winter hingegen zehren Kälte und die kurzen, aber intensiven Tage an den Reserven. Der Körper benötigt mehr Energie, um die Betriebstemperatur zu halten. Die Organisation des Einkaufs und der Verpflegung liegt dabei in der individuellen Verantwortung der Stützpunkte und wird meist von den Base-Manager:innen koordiniert. Hier zeigen sich unterschiedliche, oft sehr kreative Lösungswege, um der kulinarischen Sackgasse zu entkommen. Lokal und regional Manche Stützpunkte nutzen den Großhandel oder beziehen ConvenienceFood, das im Notfall schnell aufgewärmt werden kann. Eine Analyse der Convenience-Produkte durch Josef Penatzer zeigt oft einen zu hohen Salzgehalt (über sechs Gramm pro Portion) bei gleichzeitig zu geringem Proteinanteil. Andere Christophorus-Crews setzen konsequent auf lokale Netzwerke, beziehen Brot von Bäcker:innen vor Ort oder Fleischwaren von regionalen Produzent:innen, um die Qualität hochzuhalten. Auch unterschiedliche Dienstfrequenzen und -rhythmen der Crewmitglieder sind entscheidend. „Gerade für die Piloten, welche eine Woche am Stützpunkt sind, gilt, darauf zu achten, dass sie sich während demDienst gut ernähren und in keinen Mangel fallen“, betont Wolfgang Voelckel. Diese langen Aufenthalte benötigen gezielte Aufmerksamkeit in Sachen Ernährung. Das gemeinsame Frühstück ist für die Christophorus-Crew der beste Start in einen stressigen Dienstalltag. Fotos: ÖAMTC/Pichlsberger (2), Safran Helicopter Engines (1), zVg (1)

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