Unterschätzte Reiseziele für 2026
Alternativen zum Massentourismus: nachhaltige Reiseziele, Geheimtipps und neue Traumorte für 2026. Von Sandra Gloning
Mallorca, Thailand, London – viele Reiseziele werden völlig zurecht gehypt und gern besucht. Doch wer Orte sucht, die bisher weniger im Mittelpunkt stehen, findet weltweit Regionen, die noch Raum und Ruhe bieten.
Viele klassische Urlaubsdestinationen stehen längst unter Druck: Strände sind überfüllt, Altstädte verstopft, Wohnraum wird knapp. Wo früher Entspannung möglich war, herrscht heute dichtes Gedränge – und das verändert nicht nur den Alltag der Bewohner:innen, sondern auch das Reiseerlebnis selbst. Niemand möchte sich durch Gassen schieben lassen oder am Strand um jeden Quadratmeter kämpfen.
Gleichzeitig wächst bei vielen der Wunsch nach Natur, Stille, echten Begegnungen und nachhaltigem Reisen. Es gibt Orte, die genau das noch ermöglichen – nicht leer, aber auch nicht überrannt. Hier sind Reiseziele, die ein wenig leiser sind und 2026 durchaus zu neuen Lieblingsorten werden könnten.
1. Die Azoren, Portugal
Mitten im Atlantik liegen neun grüne Inseln, die nach Meer, Regen und Wind riechen. Die Azoren fühlen sich an wie eine Mischung aus Vulkanlandschaft und tropischer Wildheit. Heiße Quellen, Kraterseen, nebelverhangene Hügel und steile Küstenlinien machen die Inselgruppe zu einem Naturparadies, in dem man tagelang unterwegs sein kann, ohne einer Menschenmasse zu begegnen.
Viele Besucher:innen kommen zum Wandern, Whalewatching oder um stille Rückzugsorte zu finden. Statt Beachclubs und Partys bietet die Region Stille, Dörfer mit alten Steinhäusern und Aussichtspunkte, an denen man nur den Wind hört. Die Azoren gelten als eines der nachhaltigsten Reiseziele Europas und sind in wenigen Flugstunden erreichbar.
Highlights
Thermalquellen, Kraterseen & dramatische Vulkanlandschaften
Wanderwege mit spektakulären Panoramen
São Miguel, Pico und Flores als Natur-Hotspots
Kurze Flugzeiten und ruhiger Tourismus
2. Providencia, Kolumbien
Providencia ist klein, ruhig und geprägt von afrokaribischer Kultur, Reggae-Rhythmen und Straßenküche. Wer hier ankommt, spürt sofort, dass die Zeit langsamer vergeht. Gespräche mit Einheimischen gehören ebenso dazu wie Sonnenuntergänge am Strand und farbenfrohe Holzhäuser. Das Meer rund um die Insel gehört zu den schönsten Schnorchel- und Tauchgebieten der Region. Während die Nachbarinsel San Andrés touristischer wird, bleibt Providencia ein Ort für Menschen, die Authentizität suchen.
Highlights
Afrokaribische Kultur, Reggae und Streetfood
Schnorcheln und Tauchen in bunten Korallenriffen
Ruhige Strände und kleinteiliger Tourismus
Kaum Autos, viel Natur
3. Raja Ampat, Indonesien
1.500 Inseln, unendliche Buchten, Tausende Fischarten und Korallenriffe ohne Motorboote: Raja Ampat gilt als einer der artenreichsten marinen Lebensräume der Welt. Die Anreise ist lang, die Abgeschiedenheit groß, aber genau das macht den Ort zu einem seltenen Erlebnis. Keine Partys, keine Jetskis, keine künstliche Kulisse. Viele Besucher:innen sagen, sie hätten nie etwas Vergleichbares gesehen. Für Taucher:innen ist Raja Ampat der Heilige Gral, für alle anderen ein Ort, an dem die Welt für eine Weile still wird.
Highlights
Eines der artenreichsten marinen Ökosysteme weltweit
Abgelegene Buchten und unberührte Korallenriffe
Ideal für Taucher:innen und Naturfotograf:innen
Authentische Unterkünfte, viel Ruhe
4. Palawan, Philippinen
Palawan wird oft als eine der schönsten Inselgruppen Asiens bezeichnet. Zwischen steilen Kalksteinfelsen, versteckten Lagunen und glasklarem Wasser liegen kleine Ortschaften und Familienbetriebe. Inselhopping bedeutet hier, mit Fischerbooten über türkisblaues Wasser fahren, an einsamen Stränden anlegen, mitten in der Natur schlafen.
Die Region steht unter dem Schutz der UNESCO als Biosphärenreservat, und viele Initiativen arbeiten an ökologischen Tourismuskonzepten. Das Reisen ist etwas aufwendiger, aber genau das schafft Ruhe und Raum.
Highlights
Lagunen, Kalksteinfelsen und glasklares Wasser
UNESCO-Biosphärenreservat mit Schutzprojekten
Kleine Gästehäuser statt abgeschotteter Resorts
El Nido und Coron als Ausgangspunkt für Inselhopping und Tauchen
5. Tansania
Im Jahr 2023 kamen rund 1,8 Millionen Tourist:innen nach Tansania – deutlich weniger als in beliebten Safari-Ländern. Das Land ist weitläufig, dünner besiedelt und touristisch ruhiger. Safaris sind zwar etwas teurer, aber vielerorts ohne dichtes Gedränge möglich. Unterkünfte reichen von Eco-Lodges bis Luxusresorts, oft mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden. Dazu kommt Sansibar, eine Insel voller Gewürzduft, Fischerboote und langer Strände, die es erlaubt, dass man Abenteuer und Entspannung perfekt verbindet.
Highlights
Serengeti und Ngorongoro-Krater
Eco-Lodges und kleine Camps
Sansibar mit Gewürzgärten und Swahili-Kultur
Safari ohne Menschenmassen
6. Neufundland und Quebec, Kanada
Wer spektakuläre Landschaften sucht und weniger Reisebusse möchte, wird an Kanadas Ostküste fündig. Fjorde, Eisberge, Wale und farbenfrohe Fischerdörfer prägen die Region. Das Wetter ist rau, die Menschen sind herzlich, die Natur beeindruckend. Im Sommer ist sie großartig für Naturerlebnisse und auch im goldenen Herbst ein absoluter Hingucker. Perfekt für Roadtrips und Wanderungen ohne Eile.
Highlights
Eisberge, Wale und Fjorde
Gros Morne National Park
Farbenfrohe Fischerdörfer und Küstenstraßen
Ruhe und Natur pur