Jenseits vom Ballermann
Nur abfeiern? Mallorca bietet im Frühling perfekten Urlaub.
Acht Millionen Touristen fliegen Jahr für Jahr auf Mallorca. Die große Masse der Teutonen und Hooligans bevorzugt Ende Mai bis Mitte Oktober. Begeistert reportieren TV-Sudelsender und Regenbogenpresse dann über Sex- und Alkoholexzesse, begeilen sich an der Frage, ob denn heuer nun wieder am Ballermann Sangria gekübelt werden darf oder nicht.
Der Transport dieser Klischees verstellt freilich den Blick auf die "Insel des Lichts" als wunderbares Urlaubsziel: kurze Anreise, einzigartige Infrastruktur, null Sprachprobleme, dauerhaftes Schönwetter meist schon ab März, supersaubere Badestrände und dergleichen Annehmlichkeiten mehr. Der Frühling verwandelt Mallorca in einen blühenden Garten, ideal für Wander-, Rad- oder Autotouren. Die spektakulärsten Plätze an der Nordwestküste wie Sa Calobra oder Cap Formentor sind noch nicht so überlaufen. In Palma laden die gemütlichen Cafés zum Verweilen ein, auf den Märkten keine Spur von Gedränge.
Genug Zeit also auch, sich etwa per Mietwagen die spektakuläre Nordküste zu Gemüte zu führen. Von Palma geht es über Valldemossa zu den vielen Miradores ("Aussichtspunkten") - zu dem, was der Erzherzog Johann Salvator als "die ewige Bläue an Himmel und Meer" beschrieben hat. Uns hat am besten der Mirador Ses Barques nahe Sóller gefallen, wo wir in einem kleinen Restaurant mit Meerblick eine herrliche Paella geschmaust haben.
Auf Mallorca ist es immer nur ein Hupfer zu dem Urlaub, der gerade Spaß macht: Ein Bummel durch traditionelle Märkte, geruhsame Stunden in einsamen Buchten, Trubel und "High-Life" an den großen Stränden, internationaler Kulturgenuß und Disco-Inferno in Palma oder ein sensationelles Abendessen in einem als "absoluter Geheimtip" gehandelten Restaurant. Denn nur einige wenige Wirte haben es auf Mallorca notwendig, mit dem legendären "Hier kannst Du futtern wie bei Muttern" um Gäste zu buhlen.
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