31.01.2012

Im Grenzbereich

Eine winterliche Cabriotour durch den Böhmerwald von Oberösterreich nach Böhmen.

Eine winterliche Cabriotour durch den Böhmerwald.

Österreichs hoher Norden hat seinen eigenen Reiz. Wer sich im Winter auf den spröden Charme von Landschaft und Menschen einlässt, wird belohnt. Und gern wiederkommen. Ganz oben auf 700 Meter Seehöhe, wo der Schwarzenberger Schwemmkanal die Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer überwindet, liegt ein Holzhaus wie aus dem Bilderbuch auf einer Lichtung inmitten der endlosen Nadelwälder: der Blaue Hirsch, eine Jausenstation, in der sich Langläufer und Spaziergänger am Kachelofen wärmen und frische Krapfen schmausen. Wir schlüpfen in Mütze, Schal und Anorak, öffnen das Verdeck unseres Renault Wind Gordini und und machen uns auf den Weg – immer den Böhmerwald entlang. In Aigen-Schlägl bunkern wir Bio-Roggenbier in den Kofferraum und besuchen das schräge Museum des britischen Galeristen Nick Treadwell. In Haslach besorgen wir uns Leinöl: Erdäpfeln damit angebraten, Zwiebeln, Milch, Salz – fertig ist das typischste aller Mühlviertler Gerichte. In Helfenberg lassen wir uns zarten Rib-Eye-Speck auf der Zunge zergehen, in Bad Leonfelden die Prozedur des Blau-druckens erklären. Und dann ab über die Grenze nach Krumau. Welch eine Märchenstadt! Speziell in der Dämmerung, wenn Scheinwerfer das Schloss in Szene setzen. Abends ist dann Svickova (Lendenbraten mit Gemüsesauce und Serviettenknödel) Pflicht, morgens ein Besuch im originalgetreuen Jugendstil-Fotoatelier Seidel.