Oberösterreich
08.11.2011

Verkehrsperspektiven für den Großraum Linz - Teil 1

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Die Eisenbahnbrücke - Interview mit Vizebürgermeister und Verkehrsreferent Klaus Luger

Droht die Sperre der Eisenbahnbrücke mit 31. Dezember 2012? Der ÖAMTC-Oberösterreich sprach mit dem Linzer Vizebürgermeister und Verkehrsreferenten Klaus Luger. Die drohende Sperre beunruhigt die Linzer Bevölkerung ebenso wie die Einpendler aus dem Mühlviertel – und das zu Recht: Täglich nutzen rund 15.000 Fahrzeuge die Eisenbahnbrücke. Bei einer Sperre würden rund 7.000 Fahrzeuge auf die VOEST-Brücke, 6.000 auf die Nibelungenbrücke und rund 2.000 auf die Steyreggerbrücke ausweichen. Diese Mehrbelastungen – insbesondere in Stoßzeiten – würden die täglichen Staus noch erheblich verlängern und könnten für vier Jahre zur geübten Praxis werden.

Komplizierte Ausgangssituation.

In der Diskussion um die Linzer Eisenbahnbrücke sind außer der Stadt Linz noch der Eigentümer ÖBB und das Land OÖ sowie das Bundesdenkmalamt beteiligt. „Das Bundesdenkmalamt hat alle Macht, aber keinerlei Verantwortung über die verkehrspolitischen und finanziellen Auswirkungen und ist damit ein schwieriger Partner. Eine über 110 Jahre alte technische Konstruktion wird höher gewertet als verkehrspolitische Engstellen. Im schlimmsten Fall steht Linz bis zu vier Jahre lang ohne Eisenbahnbrücke und ohne neue Brücke da“, gibt Luger zu.
Im August 2010 wurde klar, dass
  • laut Gutachten die Benützbarkeit der Eisenbahnbrücke mit Dezember 2012 endet,
  • nach einer eventuellen Sanierung keinesfalls mehr die Brücke für den Individualverkehr benützbar sein wird.

Neue Brücke.

„Linz hat sich daher für eine neue Brücke (stromabwärts) für Pkw, Busse, Radfahrer und Fußgänger gleich neben der alten Eisenbahnbrücke entschieden“, so Luger.

Das aktuelle Projekt sieht daher vor, dass künftig der Schienenweg über die sanierte und verbreiterte Eisenbahnbrücke führt.
  • Im besten Fall kann durch behelfsmäßige Sanierung die Eisenbahnbrücke bis zur Fertigstellung der neuen Brücke in Betrieb bleiben – das könnte frühestens Ende 2015 sein.
  • Im schlechtesten Fall muss die Eisenbahnbrücke mit 1.1.2013 gesperrt werden und die neue Brücke wird erst Ende 2016 benützbar – also vier Jahre lang eine Brücke weniger für Linz.
  • In jedem Fall muss die Eisenbahnbrücke für eine nachhaltige Sanierung abgebaut werden, die Dauer ist derzeit nicht abschätzbar.
„Da das bautechnische Juwel der Linzer Bevölkerung so ans Herz gewachsen ist, gibt es derzeit kein Szenario, bei dem auf die alte Brücke verzichtet wird“, so Luger.

Nibelungenbrücke

Die Verbreiterung der Nibelungenbrücke, damit Radfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen, ist zwischen Stadt Linz und dem Land OÖ vereinbart.