Tückischer Herbst

Tipps der ÖAMTC Fahrtechnik

Heftiger Regen, rutschige Blätter, getrübte Sicht durch Nebel, erster Frost, tiefstehende Sonne, Wildwechsel – die Liste der Herbstgefahren ist lang. Das Können der Autofahrer wird ordentlich auf die Probe gestellt.

Tipps der ÖAMTC Fahrtechnik

Wie reagiert man richtig? Worauf muss man achten? Welche Gefahren "lauern" im Herbst?

Laub und Nässe

In Verbindung mit Herbstlaub, Fallobst oder anderen Verschmutzungen reichen schon feuchte Straßen, damit die Reifen keine gute Haftung mehr haben. Die Fahrbahn wird dann rutschig wie eine Eisbahn. Wenn die Reifen keinen direkten Kontakt mit dem Asphalt haben, ist der für den Reifen so wichtige „Verzahneffekt“ kaum vorhanden. Da hilft der beste Reifen nicht. Und Sicherheitsassistenten wie ABS oder ESP sind nur bedingt wirksam. Vorrausschauendes Fahren, niedrigere Geschwindigkeit und das Einhalten größtmöglicher Abstände sind die Grundvoraussetzungen beim Fahren auf rutschiger Fahrbahn. Wer wenig Übung hat, sollte extrem passiv und langsam fahren. Besonders wichtig sind auch weiches und sanftes Lenken sowie ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas.

Beginnt das Auto zu rutschen, heißt es Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln, blitzartig in die gewünschte Fahrtrichtung lenken und bremsen. Der Blick muss immer in die gewünschte Fahrtrichtung gehen. Denn wohin man schaut, dorthin lenkt man auch.

Aquaplaning

Wenn es so stark regnet, dass das Wasser vom Asphalt nicht rasch genug abfließen kann, werden weder Antriebs- noch Brems- oder Lenkkräfte auf die Fahrbahn übertragen. Auch Fahrzeuge mit den besten Reifen werden dann so gut wie manövrierunfähig, weil es zu einem Kontaktverlust zwischen Reifen und Straße kommt. Daher sollte man bei starkem Regen prinzipiell die Geschwindigkeit reduzieren, besonders vorausschauend fahren und abrupte Brems- oder Lenkmanöver vermeiden. Wichtig ist auch die richtige Reifen-Profiltiefe. Im Idealfall haben die Pneus nicht weniger als vier Millimeter, keinesfalls aber unter drei Millimeter Profil.

Nebel

Sichtbehinderungen durch plötzlich auftauchende Nebelfelder sind im Herbst immer wieder Grund für schwere Unfälle. Besonders groß ist die Gefahr auf Autobahnen und Landstraßen. Besonders in der Früh und am Abend sollten Autofahrer mit Nebel rechnen und entsprechend vorsichtig fahren. Bei besonders schlechter Sicht werden Warnungen über Nebel auch im Radio durchgegeben. Autofahrer sollten Radiohinweise unbedingt ernst nehmen und ihr Fahrverhalten an die Situation anpassen. Bei Nebel heißt es Geschwindigkeit reduzieren und der Sichtweite anpassen. Schlussleuchten und Nebelscheinwerfer einschalten.

Weitere Tipps: Rechts fahren und auf keinen Fall überholen. Besondere Vorsicht beim Links-Abbiegen und im Baustellenbereich. Durch den Nebel sind Markierungen und Verkehrsführungen schwer erkennbar.

Tiefstehende Sonne

Wer bei Tempo 100 nur für eine Sekunde geblendet wird, ist für 30 Meter im Blindflug unterwegs. Ganz wichtig bei tiefstehender Sonne im Herbst sind neben der Sonnenbrille eine saubere Scheibe, um Spiegelungen und Reflexionen zu vermeiden, sowie die Sonnenblende.

Wildwechsel

Die Gefahr von Wildunfällen steigt mit den kürzer werdenden Tagen an. Im Bereich von Wildwechsel-Warntafeln sollte man stets bremsbereit fahren – vor allem morgens und abends während der Dämmerung. Springt ein Tier auf die Straße, bremsen, sofort abblenden und wiederholt hupen. Das Fahrzeug nicht verreißen.

Beleuchtung

Zusätzliche Bedeutung kommt der Beleuchtung zu. Die Beleuchtungsanlage des Autos sollte rechtzeitig überprüft werden. Gleiches gilt für die Reifen, die vor der ersten Kältephase umgerüstet gehören. Zu beachten bei der Umrüstung der Reifen ist die 4x4x4-Formel. Das heißt, vier gleiche Reifen, vier Millimeter Mindestprofil und maximal vier Jahre alte Pneus.

Ausnahmesituationen trainieren

Wie man auch in Gefahrensituationen sein Auto unter Kontrolle behält, kann man beim Aktiv Training der ÖAMTC Fahrtechnik praktisch erfahren.Mehr Infos gibt es in der Linkbox.