So sparen Europas Autofahrer Sprit
Explodierende Spritpreise werden immer mehr zum dramatischen Hemmnis der Mobilität. Dabei ist das Auto aus dem Leben der meisten Menschen nicht wegzudenken: Über 90 Prozent der Österreicher verwenden für ihre täglichen Wege zumindest gelegentlich das Auto (Statistik Austria, Mikrozensus Umweltbedingungen, Umweltverhalten 2007). "Daher ist es wichtig, alle Möglichkeiten zu nutzen, um eine Reduktion des Krafstoffverbrauches zu erreichen", erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider. Genau dieses Ziel verfolgt das von der EU geförderte Projekt eCoMove (Cooperative Mobility Systems and Services for Energy Efficiency). Mit Hilfe unterschiedlicher Fahrzeugassistenz- und Kommunikationssysteme soll der Kraftstoffverbrauch um 20 Prozent verringert werden. Eine Erhebung in elf europäischen Ländern zeigt, dass Autofahrer in Europa bzw. Österreich neuen Technologien gegenüber offen sind. Sie sehen diese prinzipiell als Unterstützung zum Spritsparen. Der Haken: Nur 17 Prozent der Befragten würden dafür bezahlen, fast 60 Prozent lehnen zusätzliche Kosten ab, der Rest ist unentschlossen.
Sind Assistenzsysteme die Zukunft?
Über zwei Drittel, genau 68 Prozent, sind der Meinung, dass zukünftige Fahrer- und Fahrzeug-Assistenzsysteme beim Spritsparen hilfreich sind. Bedenken gibt es, wenn Daten zum Fahrverhalten erfasst und an Rechnerzentralen weitergegeben werden. Hier fürchten etliche Menschen zu viel Kontrolle. Drei Viertel der Befragten wollen daher, dass sie derartige Systeme jederzeit abschalten können. Und der Nutzen muss sich bezahlt machen. Assistenzsysteme werden nur gekauft und eingesetzt, wenn der Fahrer einen Vorteil sieht. Das heißt, die Ersparnis muss für den Autofahrer über den Anschaffungs- und Betriebskosten liegen, damit sich derartige Technologien durchsetzen.
Navi, Spritverbrauchsanzeige und Tempomat sind gang und gäbe
Fragen zur Ausstattung der Fahrzeuge belegen, dass 68 Prozent aller Befragten ein Navigationsgerät besitzen, Österreich liegt hier im Europa-Schnitt. Die häufigsten öko-relevanten Assistenzsysteme sind Spritverbrauchsanzeige, mit der 35 Prozent aller Fahrzeuge ausgestattet sind, und Tempomat, über den 26 Prozent der Autos verfügen. Vier Fünftel der Befragten benutzen das Navigationssystem häufig, zwei Drittel der Fahrer kontrollieren während der Fahrt den Spritverbrauch. Nur 14 Prozent aller Pkw haben noch keine öko-relevanten Fahrerassistenzprogramme.
Fahrverhalten aus länderspezifischen Blickwinkeln
Bei den Fragen zum Fahrverhalten und zum Thema Umwelt und Verkehr zeigen die Österreicher einen sehr pragmatischen Zugang zum Auto. Österreichische Fahrzeuglenker schätzen den Gebrauchswert des Pkw. Fahren wird nur noch zum geringen Teil mit Freiheit verbunden. Dass Autofahren ein Gefühl der Freiheit gibt, bestätigen am meisten die Norweger, am geringsten ist die Zustimmung in Österreich, gefolgt von der Schweiz und Deutschland. Für 65 Prozent der Österreicher ist das Auto ein reines Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen. Sie zeigen damit EU-weit die höchste Zustimmung auf diese Frage. Aber die Freude am Autofahren ist in den Alpenländern längst passé.
Europaweite Online-Umfrage von mehr als 6.000 Personen
Für die Online-Umfrage wurden europaweit mehr als 6.000 Personen befragt, 287 davon in Österreich. Erhoben wurden neben den Grunddaten wie Alter oder Jahresfahrleistung die Ausstattung der Fahrzeuge mit (öko-relevanten) Assistenzsystemen, wie z. B. Spritverbrauchsanzeige, Navigationsgerät oder Tempomat, und die Einstellung zum Auto(fahren) bzw. die ökologischen Auswirkungen. Darüber hinaus wurden mehrere Szenarien entwickelt, um die Akzeptanz zukünftiger Technologien im Bereich Fahrzeugkommunikation und Verkehrstelematik zu testen.