Nothilfe
Wenn nichts mehr geht
In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen Beispiele aus dem ÖAMTC-Alltag, in denen sich die Club-Mitgliedschaft bezahlt gemacht hat.
Bis 22.45 Uhr war dieser 2. März ein guter Tag für die Wienerin Jennifer Cerneti und ihren Freund Herbert. Schon um vier Uhr früh brechen die begeisterten Fans der Nordischen Kombination mit Jennifers Auto nach Val di Fiemme in Oberitalien auf. Die Tortur mit sechs Stunden Fahrt inklusive
einem „Schlagloch-Pumperer“ bleibt nicht unbelohnt. Jennifer und Herbert sehen ein entfesseltes ÖSV-Duo: Wilhelm Denifl und Bernhard Gruber gewinnen die WM-Silbermedaille im Team-Sprint. Für die Siegerehrung am Abend reicht die Zeit leider nicht mehr. Auf der Heimfahrt wollen die beiden Schifans noch Freunde in Villach besuchen. Die Fahrt durch das Südtiroler Pustertal und Kärntner Drautal zieht sich. Fast vier Stunden brauchen die jungen Wiener bis Villach. Den leichten Schaukelbewegungen des Fahrzeuges messen sie wegen der kurvenreichen Strecke keine Bedeutung bei. Nach einem einstündigen Stopp – bei den Villacher Freunden gibt es Kärntner Kasnocken – geht es auf der Südautobahn weiter nach Wien. Herbert, der jetzt wieder am Steuer sitzt, wird zunehmend unruhiger. Die Straßenlage des Autos wird immer schlechter, vor allem beim Ausschwenken zum Überholen. Kurz vor dem Herzogbergtunnel des Packabschnittes bleibt der Wiener in einer Pannenbucht stehen und überprüft den Reifendruck. Alles okay. Rund 60 km weiter kommt das endgültige Aus. Herbert fährt nicht mehr weiter. Jennifer C. ruft den ÖAMTC-Notruf 120. Es ist 22.45 Uhr.
Amela Kamberovic in der ÖAMTC-Einsatzzentrale Süd nimmt den Notruf entgegen und alarmiert den Nachtpannenfahrer. Gernot Purgstaller braucht keine 15 Minuten zum hängengebliebenen Fahrzeug. „Kein Öl im Stoßdämpfer. Das Schlagloch hat die Dichtung zerfetzt.“ Der Gelbe Engel rät von einer Weiterfahrt ab. Leichter gesagt als getan. Jennifer und Herbert müssen nach Wien. Mit Schaudern denkt Herbert noch an seine Autopanne vom vergangenen Jahr zurück: Dank Mobilitätsgarantie funktionierte die Abschleppung in die nächste Markenwerkstatt tadellos. Aber das war’s dann auch schon. Um die Heimfahrt bei Nacht musste er sich selbst kümmern.
Jennifer hat eine ÖAMTC-Clubkarte samt Schutzbrief und somit das Clubversprechen „100% Mobilität.“ Der ÖAMTC-Pannenfahrer Gernot Purgstaller beseitigt rasch aufkeimende Ängste. Mit dem kap (Kombiniertes Pannen- und Abschleppfahrzeug) werden die beiden Wiener und das defekte Fahrzeug zum ÖAMTC-Stützpunkt Graz-Reininghaus gebracht. Dort wartet bereits ein Clubmobil für die Heimfahrt. Das Auto wird am kommenden Montag nach Wien-Favoriten in Jennifers Wunschwerkstatt geschleppt. Der Tag endet dank ÖAMTC-Nothilfe doch noch gut. Um 23.55 Uhr verlassen Jennifer und Herbert mit dem Clubmobil Graz und öffnen um 2.10 Uhr die Haustüre in Wien. Drei Tage später gibt Jennifer das Gratis-Clubmobil zurück und holt sich ihr repariertes Auto von ihrer Wiener Hauswerkstatt ab.
Sechs Wochen Liegegips, mehr als drei Monate im Krankenstand – den Unfall in der Mongolei wird die 51-jährige Lehrerin Andrea Berger-Gruber aus Draßmarkt im Burgenland niemals vergessen. Zumal auch die Begleitumstände sehr abenteuerlich waren. Drei Wochen mit dem Mountainbike durch die weiten Steppen der Mongolei: Im August geht für das Ehepaar Berger ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Nach einer Woche passiert aber das Unglück. Andrea stolpert über einen Stein. Der Koch und selbsternannte Medizinmann des Betreungsteams diagnostiziert eine Zerrung und behandelt die Burgenländerin mit geheimnisvollen mongolischen Kräutern. Der Ehemann Lois Berger (51) ist skeptisch und verlangt einen richtigen Arzt. Nach zwei Tagen erreicht die Touristengruppe das Krankenhaus von Mörön. Ein Röntgen bestätigt die Befürchtungen des Ehemanns: Schien- und Wadenbein sind gebrochen.
Plötzlich verschwindet die Reiseführerin Seegii. Eine Kommunikation ist nun nicht mehr möglich. Der Arzt spricht kein Englisch. 30 Minuten später die Erleichterung. Seegii ist wieder da. Sie hat in einem Geschäft Gips gekauft. Auf dem Fußboden des Behandlungszimmers wird der Gips angerührt und anschließend das rechte Bein der Burgenländerin eingegipst.
der urlaub ist vorzeitig zu Ende. Jetzt heißt es, auf schnellstem Wege nach Hause zu kommen.
Das Vertrauen in die Behandlungskünste des mongolischen Arztes ist nicht sehr groß. Da das Handy nicht funktioniert, alarmiert Lois Berger in einem Internet-Café via Skype die ÖAMTC-Nothilfe in Wien. Jetzt ist Andrea beruhigt. Schon 2004 hat der ÖAMTC nach einem Knöchelbruch die Rückholung von der griechischen Insel Tassos bestens organisiert. Auch der Heimtransport aus der Mongolei funktioniert problemlos. Mit einem Binnenflug geht es in die Hauptstadt Ulaan Baatar und von dort via Istanbul nach Wien. Im UKH Meidling wird Andrea operiert. Die Kosten von mehr als 5.000 Euro übernimmt der ÖAMTC-Weltreise-Krankenschutz.
In Ilva Mica in Rumänien zeigt das Thermometer tropische 38 Grad. Die Linzer Familie Blajan ist zu Besuch bei Verwandten. Die sechs Monate alte Clara wird vorgestellt. Plötzlich wird das Baby von Krämpfen geplagt, erbricht und bekommt Durchfall. Die Mutter bringt ihr Baby ins nahe Krankenhaus nach Bistrica und informiert den Vater, der aus beruflichen Gründen daheim in Linz geblieben ist. Dan-Samuel Blajan alarmiert sofort die Schutzbrief-Nothilfe. Ein erster Anruf im Krankenhaus in Rumänien beruhigt: Die behandelnden Ärzte sprechen von einer Besserung. Dem ist aber leider nicht so. Am nächsten Tag wirkt die Kleine nur noch apathisch. Jetzt ist rasches Handeln gefragt ...
Das kleine Krankenhaus in Rumänien ist mit der richtigen Diagnose und Behandlung des Säuglings total überfordert. Der Fall bedarf eines Spezialisten. Die Schutzbrief-Nothilfe in Wien organisiert den Krankenrücktransport. Das Notarztteam des Ambulanzfliegers wird alarmiert, der ÖAMTC-Jet startklar gemacht. Zwei Stunden später hebt das Flugzeug vom Innsbrucker Flughafen ab. Noch am selben Nachmittag landet der Jet in Rumänien auf dem Flugplatz Cluj Napoca. Um 17:30 Uhr trifft das medizinische Team auf der Säuglingsstation des Judetean Spitals in Bistica ein. Clara wird für den Rückflug vorbereitet ...
Zwei Stunden später startet der ÖAMTC-Ambulanzjet Richtung Österreich. Neben der kleinen Clara sind auch noch ihre Mutter Margareta und die beiden Schwestern Laressa (4) und Nataly (6) mit an Bord. Die Mädchen fliegen zum ersten Mal. Punkt 22 Uhr landet das Flugzeug in Linz. Mit einem Krankenwagen geht es auf schnellstem Weg in die Kinderklinik. Die Untersuchungen zeigen: Es besteht akute Lebensgefahr. Noch in der Nacht wird das Baby am Darm operiert. Clara übersteht den Eingriff sehr gut. Nach drei Tagen im Intensivbett und weiteren vier Tagen auf der Normalstation verlässt sie quietschfidel das Kankenhaus. Die Kosten für den Transport belaufen sich auf 18.000 Euro. Die Summe wird zur Gänze vom Schutzbrief übernommen. Claras Vater ist Inhaber eines gültigen Schutzbriefs. Damit sind auch der Partner und Kinder bis 19 Jahren geschützt – auch dann, wenn sie alleine verreisen.
Franz Fuchs hat Glück gehabt. Nur eine Prellung am linken Oberschenkel erinnert an den schrecklichen Crash im kroatischen Vodice. Was war passiert? Bei einem verwirrenden Kreisverkehr übersieht der 53-jährige Steirer ein Moped. Der Zweiradlenker und sein Beifahrer werden verletzt. Die kroatische Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet, Protokolle werden aufgenommen. Es ist 11.36 Uhr, als Sandra Skorka in der Schutzbrief-Einsatzzentrale das Notruf-Telefon abhebt. Sie beruhigt den Steirer, gibt Verhaltenstipps und verspricht rasche Hilfe. Der kroatische Club wird alarmiert. 45 Minuten später ist ein Pannenfahrer an der Unfallstelle. Eine Weiterfahrt ist nicht möglich. Der Wagen wird zum Stützpunkt des Schwesterclubs geschleppt und ein Mietwagen wird besorgt. Die Autoschlüssel, Zulassungsschein, Kennzeichen, Unfallbericht und eine Vollmacht für die Abschleppung nach Österreich deponiert Fuchs vor der Heimreise beim kroatischen Autoclub. Zehn Stunden nach dem Hilferuf sperrt er seine Haustür in Gleisdorf auf.
Während sich Herr Fuchs mit dem Mietwagen auf der Heimreise befindet, wird von den Disponenten in der Nothilfe-Zentrale bereits Einsatz Nr. 1.905, die Überstellung des havarierten Ford Focus in die Heim-Werkstätte, organisiert. Da auch Fahrzeuge aus Zadar, Zagreb und zwei Autos aus der slowenischen Seehafenstadt Koper zurückgebracht werden müssen, wird ein Sammeltransport zusammengestellt. Komplikationen bei der Abholung und beim Grenzübertritt gibt es nicht. Vladimir Sirakov, Leiter der ÖAMTC-Nothilfe: „Wir klären alles schon im Vorfeld ab. Daher gibt es kaum Probleme mit den Behörden.“
Am 8. Mai wird das Auto von Franz Fuchs in Gleisdorf abgeladen. Die Einsatzkosten in der Höhe von 1.500 Euro übernimmt der Schutzbrief. Die zwei Mopedfahrer befinden sich schon auf dem Weg der Besserung.
Den 0815-Einsatz, also eine ganz normale Pannenhilfe, gibt es nicht und schon gar nicht auf der Autobahn. Dann steigt bei den Pannenfahrern die Anspannung. Trotz perfekter Absicherung durch das gelbe Pannenauto mit Warnblinkanlage und gelb-orangem Drehlicht ist der Pannenstreifen ein lebensgefährlicher Arbeitsplatz. Rupert Thurner aus St. Johann im Pongau, seit 25 Jahren beim Club, steigt in sein KAP. Auf den Autobahnen setzt der ÖAMTC solche „Kombinierten Abschlepp- und Pannenfahrzeuge“ ein, mit denen man bei Bedarf ein hängengebliebenes Fahrzeug auch gleich abschleppen kann. Auf der Fahrt zum Einsatzort bei der Autobahn-Raststation Eben bekommt Thurner auch nach mittlerweile 15.000 Autobahneinsätzen ein mulmiges Gefühl, denn Hilfeleistungen auf den hochrangigen Straßen werden niemals zur Routine. Zu viele Unfälle sind schon passiert, einer davon hätte den 50-jährigen Familienvater fast das Leben gekostet.
Den 10. September 2002 wird der Pongauer Pannenfahrer niemals vergessen. „Auf dem Pannenstreifen auf der A10 bei Pfarrwerfen hat mich beim Verladen eines Motorrads ein LKW erwischt. Ich habe nur einen schmerzhaften Schlag gespürt und bin dann zehn Tage später in der Intensivstation des Krankenhauses aufgewacht“, erinnert sich Thurner an den schrecklichen Unfall. Der LKW hatte ihn mit voller Wucht gegen das Pannenauto geschleudert. Der Motorradbesitzer konnte sich mit einem Sprung zur Seite gerade noch in Sicherheit bringen. Der Lkw-Fahrer hat vermutlich überhaupt nichts gemerkt und ist weitergefahren. Er konnte niemals ausgeforscht werden. Mit regelmäßigen Sicherheitsschulungen versucht der Club, die Gefahren bei Autobahn-Einsätzen auf ein Minimum zu reduzieren. Ein Restrisiko bleibt aber immer noch. „Auf einer Transitstrecke wie der Tauernautobahn kann man nur hoffen, dass die LKW-Lenker auch wirklich ihre Ruhezeiten einhalten und nicht dann einschlafen, wenn wir vor ihnen auf dem Pannenstreifen stehen“, appelliert der Salzburger Gelbe Engel an das Verantwortungsbewusstsein der Fernfahrer. Ähnliches gilt auch für den bevorstehenden Reiseverkehr, wo auf dem Weg in den Süden durch kilometerlange Staus und quengelnde Kinder die Nerven und die Konzentrationsfähigkeit der Kraftfahrer auf eine hohe Belastungsprobe gestellt werden.
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert. In den Hohen Tauern am Schareck, in über 2.300 Meter Seehöhe, am frühen Nachmittag, beim x-ten Sprung über eine kleine Schanze, verläuft die Landung im Schnee nicht wie erwünscht. Der 15-jährige Patrick Fellner stürzt mit seinem Snowboard unkontrolliert (Insider sprechen von einem Slam). Das linke Schultergelenk ist ausgerenkt. Die Schmerzen sind fürchterlich. Der junge Kärntner wird von seinem jüngeren Bruder getröstet, bis Hilfe kommt und die kommt rasch.
Unmittelbar nach dem Sturz wird Patrick von einer Schilehrerin beruhigt. Wenige Minuten später sind die Pistenretter von Heiligenblut vorort. Sie erkennen sofort den Ernst der Lage. Im unwegsamen Gelände kann man dem jungen Mölltaler eine langwierige Bergung mit dem Ackja nicht zumuten. Eine Schulterluxation tut verdammt weh. Der Notarzthubschrauber Christophorus 7 wird alarmiert.
Um 15.02 Uhr startet Capt. Klaus Rainer auf dem Flugplatz Nikolsdorf bei Lienz die Turbinen. 17 Minuten später landet der gelbe Hubschrauber unmittelbar neben dem Verunglückten. Nach der notärztlichen Versorgung an der Unfallstelle verpackt das Christophorus-Team den Schüler in eine Vakuummatratze, um einen erschütterungsfreien Hubschrauber-Transport ins Spital zu gewährleisten. Drei Tage nach der Operation kann Patrick das Krankenhaus Lienz verlassen. Snowboarden kann er aber in diesem Winter vergessen. Vergessen kann Vater Hubert auch die Einsatzkosten in Höhe von 3.663 Euro. Denn die übernimmt sein Schutzbrief – auch für Sohn Patrick.
Minus 15 Grad zeigt die Temperaturanzeige am Armaturenbrett des Autos von Anria Reicher an, als der Motor zu stottern anfängt. Ein Blick auf die Tankuhr zeigt: Am Treibstoff kann es nicht liegen. Der Tank ist noch halb voll. Der Wagen wird immer langsamer, stirbt ab und rollt auf einer einsamen Landesstraße aus. So ein Ende der Heimfahrt nach dem Besuch bei der Freundin in Pöttelsdorf hat sich die Eisenstädterin nicht vorgestellt. Auf ihr Auto konnte sie sich bisher immer verlassen. Im Rückspiegel lacht ihre neun Monate alte Tochter Layla.
Telefon 120 – Die Burgenländerin alarmiert die ÖAMTC Pannenhilfe. Von Minute zu Minute wird es im Auto merklich kälter. Layla fühlt sich zum Glück noch immer wohl. Aber was tun, wenn die Hilfe nicht rasch genug kommt? Der Albtraum, den die 24-jährige Anria am 3. Feber 2012 – einem der bisher kältesten Tage des heurigen Winters – erleben muss, ist nur von kurzer Dauer. Zehn Minuten nach dem Notruf sieht sie schon die Drehlichter des Pannenfahrzeuges.
„Die Kraftstoffförderpumpe ist kaputt. Der Wagen muss in die Werkstatt“, lautet die Diagnose des erfahrenen ÖAMTC Pannenfahrers Martin Schindler. Das Geburtstagsfest ihrer Schwester am nächsten Tag fällt aber dank der umfassenden Nothilfe des Clubs nicht ins Wasser. Mit dem KAP wird der Wagen zum ÖAMTC Stützpunkt Eisenstadt geschleppt. Dort bekommt die Burgenländerin für das Wochenende ein Ersatzauto.
Ausgerechnet an diesem Samstag, als ihr Lebensgefährte Heinz wegen eines Fortbildungskurses nicht verfügbar ist, bleibt Christiane B. mit ihrem Mountainbike auf einer einer kleinen Nebenstraße im Wienerwald hängen – weit weg von jeglicher „Zivilisation“. Ein scharfer Stein wurde dem Reifen zum Verhängnis. Aufpumpen ist zwecklos, das Loch im Schlauch ist zu groß. Das Reparaturset liegt im mehrere Kilometer entfernten Auto. Zum Glück ist die gebürtige Französin Clubmitglied. Sie wählt die Nothilfenummer des ÖAMTC - 120. Hilft der Club auch bei einer Fahrradpanne?
„Natürlich kommen wir auch nach einer Fahrradpanne“ – die Disponentin am ÖAMTC-Nothilfetelefon beseitigt die Befürchtungen der Frau. Jetzt gilt es nur noch, den genauen Standort zu bestimmen. Über die ÖAMTC-Nothilfe-App, die Christiane B. auf ihrem Smartphone installiert hat, kann sie mittels GPS ihren Standort ganz genau bestimmen und der Einsatzzentrale melden. Der Pannenfahrer findet so punktgenau zum Notfallort.
Über Datenfunk bekommt Pannenfahrer Guido Schweda den Einsatzbefehl. Rund 30 Minuten später ist er bei der Mountain-Bikerin, nach weiteren 15 Minuten ist das Rad wieder einsatzbereit. Christiane B. ist zufrieden. Sie weiß jetzt, bei technischen Gebrechen ist sie nicht ausschließlich auf ihren Partner angewiesen: Auch die Profis von ihrem Club helfen wirkungsvoll.
Die dreijährige Lena ist eine begeisterte Autofahrerin. Am liebsten fährt sie mit ihrer Mutter, da thront sie auf dem Beifahrersitz und hat einen guten Ausblick. Letztens wurden die Großeltern besucht. Nach drei Stunden kehrt Susanne Schramm wieder nach Hause zurück und parkt das Auto vor der Garageneinfahrt. Die junge Frau steigt aus, schmeißt die Türe zu und geht ums Auto, um die Tochter aus dem Kindersitz zu holen. Da passiert das, wovon sie schon so oft gehört hat: Die Autotür ist verschlossen, der Schlüssel steckt im Zündschloss - Die lebhafte Lena hat mit ihrem Fuß die Zentralverriegelung an der Beifahrertür aktiviert und so sämtliche Türen verschlossen.
Susanne Schramm ruft den ÖAMTC. Ein Notruf mit Kindern hat absolute Priorität. Keine 15 Minuten nach dem Hilferuf ist Pannenfahrer Michael Gruber in Enzersfeld im Weinviertel. Vor dem Auto steht eine verzweifelte Mutter, im Fahrzeug sitzt ein weinendes Mädchen. Der Gelbe Engel weiß sofort, was zu tun ist.
Die mehrtägigen Schulungen, die jeder Pannenfahrer pro Jahr besuchen muss, machen sich bezahlt. Nach fünf Minuten ist die Sache erledigt. Die Autotür ist offen. Die glückliche Mutter kann ihr Kind in die Arme nehmen. Michael Gruber: „So etwas passiert mir öfters. Kinder sind immer wieder für Überraschungen gut. Ich bin selbst Vater von zwei Kleinkindern.“
Stella L., Schülerin am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium in Salzburg/Nonntal, war nervös. Die dritte Englisch-Schularbeit des Schuljahres stand in der zweiten Stunde auf dem Stundenplan. Just bei der Abfahrt nach dem Frühstück zuhause will ihre Vespa nicht anspringen. Ihre Mutter, die einen dringenden Termin hat und sie nicht zur Schule bringen kann, rät: "Ruf den ÖAMTC an. Du bist ja Jugendmitglied." Gesagt, getan.
Die ÖAMTC-Mitarbeiterin am Notruf-Telefon verspricht Hilfe - und die kommt schnell: Keine zehn Minuten später ist Pannenfahrer Andreas Baronit bei Stellas Wohnhaus. Die Zündspule ist kaputt, die Panne kann nicht sofort behoben werden und die defekte Vespa kommt auf den Spezialanhänger. Auf dem Weg zum Stützpunkt macht der Pannenfahrer einen kleinen Umweg, bringt Stella zur Schule und wünscht noch alles Gute zur Schularbeit.
20 Minuten vor der Schularbeit ist Stella im Klassenzimmer: noch Zeit genug, um sich vom Stress der vergangenen Stunde zu erholen. Während der Schularbeit, die sie mit gutem Erfolg meistert, wird die Vespa in die Werkstatt gebracht. Zwei Tage später kann die Schülerin wieder mit ihr zur Schule fahren - Stella ist zufrieden. Die ÖAMTC-Gratis-Mitgliedschaft für Kinder und Jugendliche bis 19 hat sich ausgezahlt.
Alexander P. und Manja H. aus Wien können wieder lachen. Auf dem Weg zu einem wichtigen Augenarzttermin in Innsbruck leuchtete kurz nach der Abfahrt auf der Westautobahn in ihrem Opel eine Warnleuchte auf - ein Elektrikproblem. Sie rufen den ÖAMTC.
Während im niederösterreichischen St. Valentin bei einem Autoelektriker die defekte Lichtmaschine des Opel getauscht wurde, ging es zeitgerecht mit einem ÖAMTC-Clubmobil weiter. Das Paar ist um 15 Uhr in Innsbruck.
Der Untersuchungstermin in der Innsbrucker Augenklinik Zirm war wichtig: Alexander P. hat -9 bzw. -10 Dioptrien und verträgt keine Kontaktlinsen. Der Augenarzt eröffnet die Möglichkeit von Linsen-Implantaten, ein Operationstermin kann gleich fixiert werden.
Herbert Schubert, Geschäftsführer einer Baufirma, hatte an einem Freitag im September 2010 einen wichtigen Termin. Just in diesem unpassenden Moment reißt der Keilriemen seines Audi A6. Er ruft den ÖAMTC. Pannenfahrer Andreas Fraunbaum kann vor Ort nicht helfen – der Tausch ist zeitintensiv und nur in einer Werkstatt möglich.
Mit einem speziellen Abschleppwagen wird der Audi abgeholt und zur Reparatur gebracht. Herr Schubert rinnt derweil die Zeit durch die Finger, der Termin in Mödling rückt immer näher.
Kein Problem dank ÖAMTC-Clubmitgliedschaft. „Sie können mit einem Clubmobil weiterfahren“, meint der Pannenfahrer und kurze Zeit später übernimmt Herr Schubert am Stützpunkt St. Pölten einen Skoda Octavia als Ersatzwagen. Der Termin geht sich aus, das wichtige Geschäftsgespräch endet erfolgreich.
21. Dezember 2010: Mirjam Haller verliert die Kontrolle über ihr Auto und landet in einer Schneewächte. Das Auto sitzt fest, die Hohenemserin braucht Hilfe und wählt 120. Knapp 30 Minuten nach dem Anruf kommt Pannenfahrer Thomas Stipitzhofer.
Mit einer Seilwinde befreit er das Auto und empfiehlt für die Weiterfahrt Schneeketten, die er natürlich mit hat und auch gleich montiert. Mit nur einer Stunde Zeitverlust parkt Mirjam Haller ihr Auto vor dem Haus ihrer Freundin, der Tag ist gerettet.
45 Minuten dauert vorigen Februar ein Einsatz beim Ringerclub Söding in der Steiermark. Die jungen Ringer hatten Glück im Unglück. Die Radaufhängung ist bei der Parkplatz-Ausfahrt gebrochen und nicht auf der Autobahn. Die Verladung des tiefer gelegten Peugeot gestaltet sich schwieirig.
Hilfe in der Finsternis: Einsätze auf der Autobahn haben vor allem in den Nachtstunden oberste Priorität – aus Sicherheitsgründen mit voller Fahrzeug-Beleuchtung.
Nachtschicht: Edgar Gamsjäger managt in der Grazer ÖAMTC-Einsatzzentrale NIS/Süd die nächtlichen Notrufe der Clubmitglieder in der Steiermark und Kärnten.
Pech gehabt: Das Auto von Michael Riedel gab auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier den Geist auf – Lichtmaschine defekt. Er ist nicht beim Club, die Abschleppkosten betragen 120 Euro, die Kosten für den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln 15,20 Euro pro Tag.
Wäre Michael Riedel Clubmitglied gewesen, wäre die Autopanne anders abgelaufen: Nachdem der Pannenfahrer den irreperablen Defekt festgestellt hätte, hätte Riedel kostenlos bis zu vier Tagen ein Clubmobil bekommen. Um die Abschleppung hätte sich der ÖAMTC gekümmert, und die Jahresmitgliedschaft um 71,80 Euro wäre weit günstiger gewesen als die Pannen-Kosten ohne Mitgliedschaft.
Früher genügten Schraubenschlüssel und Zange, um die meisten Pannen zu beheben. Heute müssen ÖAMTC-Techniker Spezialisten in Sachen Elektronik sein, um kompetent helfen zu können. Kein Problem dank ständiger Schulungen. Nicht einmal ein Club-Mitglied mit einem oben skizzierten Bugatti Veyron könnte im Pannenfall unsere Techniker vor ein unlösbares Problem stellen.



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