Test: Kindersitzeinbau
Nicht jeder Kindersitz findet Platz in jedem Auto
Wer mehr als zwei Kinder hat, kennt das Problem: Wie bekommt man alle Kindersitze ins Auto? Da muss oftmals ein größeres Auto her.
Famlienautos im Praxistest
Der ÖAMTC hat daher 15 "Familienkutschen" und die dazugehörigen Betriebsanleitungen genau unter die Lupe genommen. Gebräuchliche Universal-Kindersitze mit Isofix wurden testweise an allen erlaubten Sitzplätzen in den Testautos eingebaut.
Am Start:
(alphabetische Reihung)
Test: Kindersitzeinbau
| Citroen C3 Picasso | Opel Zafira | Renault Megane |
| Ford C-Max | Peugeot 807 | Seat Exeo ST |
| Ford Mondeo Turnier | Peugeot 5008 | Toyota Verso |
| Opel Astra | Renault Grand Scenic | VW Golf VI |
| Opel Insignia (4-Türer) | Renault Kangoo | VW Touran |
Das Ergebnis:
- Im Test am meisten überzeugt hat der geräumige und mit Schiebetüren ausgestattete Peugeot 807.
- Die beiden Renaults Grand Scenic und Kangoo können beim Kindersitzeinbau auf der Rücksitzbank mit kleinen Abstrichen ebenfalls überzeugen.
- Beim Citroën C3 Picasso und Ford Mondeo sind die Sicherheitsgurten zu kurz geraten, was zur Abwertung führt. "Die Montage einer Babyschale erfordert bei beiden einen Mehraufwand", erklärt der ÖAMTC-Techniker.
- Die ungünstig geformte und schmale Sitzfläche des Ford C-Max kann bei Kindersitzen der Gruppe 1 dazuführen, dass der Kindersitz nicht gut am Fahrzeugsitz aufliegt.
- Der recht geräumige Toyota Verso muss sich die schlechte Zugänglichkeit der Isofix-Verankerungen vorwerfen lassen.
- Beim VW Golf fällt negativ auf, dass, wenn ein Kindersitz mit Isofix und Top-Tether-Gurt montiert wird, nur noch ein Teil des Kofferraumes verwendet werden kann.
- Dass es anders geht, zeigen Opel (Insignia mit 4 Türen), Seat und Peugeot 5008, die den Verankerungspunkt auf der Hutablage resp. oben auf dem Rücksitz integriert haben. Somit ist die Zugänglichkeit gut und der Kofferraum muss bei der Montage des Sitzes nicht geöffnet werden.
- Die Praxis zeigt: Nur Großraumlimousinen - wie beispielsweise der Peugeot 807 - bieten wirklich angenehm Platz für drei Universal-Kindersitze in der zweiten Reihe. Für größere Kinder kann auch ein Sitzerhöher zwischen zwei Kindersitzen verwendet werden, der weniger Platz in Anspruch nimmt.
- Faustregel für die Wahl eines Familienautos: Ist das Fahrzeug eher hoch gebaut, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass drei Kindersitze auf der Rücksitzbank gut montiert werden können. Wirklich Gewissheit schafft allerdings der probeweise Einbau der entsprechenden Kindersitze.
- Bei einigen Autos ist die Verwendung von Kindersitzen an einzelnen Plätzen per Bedienungsanleitung sogar untersagt. Daher sollte man auch die Betriebsanleitung vor dem Autokauf lesen.
- Generell zeigte der ÖAMTC-Test weitere Sachzwänge auf, die beachtet werden müssen: Beifahrerairbag und rückwärtsgerichteter Sitz, Kindersitz mit Stützbein auf Fahrzeugboden mit Staufach, Zulassung von Isofix-Kindersitzen für das jeweilige Fahrzeug.
- So genannte "Sieben-Sitzer" entpuppen sich oftmals als serienmäßige "5 plus 2-Sitzer", deren dritte Sitzreihe nur gegen Aufpreis lieferbar ist. Sitze in der dritten Reihe sind zudem generell eher ungeeignet für die Montage von Universal-Kindersitzen.
- Bedienungsanleitungen müssen einfach und klar verständlich sein - bei den getesteten Fahrzeugen war das oftmals nicht der Fall.
- Ein Auto, das in Prospekten und Werbespots als familienfreundlich angepriesen wird, sollte über mehr als zwei Sitzplätze verfügen, die sich für den Kindertransport eignen, und gute zugängliche Isofix- und Top-Tether-Verankerungen haben.