Maut & Vignette

Sieg der Vernunft in Manchester

City-Maut abgelehnt

Einen herben Rückschlag mussten City-Maut-Befürworter kürzlich in Manchester (GB) hinnehmen. Satte 80 Prozent der Bevölkerung sprachen sich in einer Abstimmung gegen ein Projekt aus, das für die Fahrt ins Zentrum zu Spitzenzeiten rund fünf Pfund Gebühr vorgesehen hätte.

Mehrkosten von 1200 Pfund pro Jahr

Vorgesehen war, zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends für die Fahrt über den "äußeren Ring" Richtung City zwei Pfund, und über den zweiten, inneren Ring ein weiteres Pfund einzuheben. In die Gegenrichtung wären nochmals insgesamt zwei Pfund fällig gewesen. Regelmäßige City-Pendler wären somit auf Mehrkosten von etwa 1200 Pfund pro Jahr gekommen.

Viele dagegen

Besonders interessant ist, dass sich nicht nur die Bewohner der Außenbezirke, die ja besonders finanziell betroffen gewesen wären, gegen eine solche Stadtmaut gewehrt haben, sondern mit einem etwa gleich hohen Prozentsatz auch jene der Innenbezirke. (Anmerkung: Von der Abstimmung in Stockholm blieben die Bewohner der Außenbezirke von vornherein ausgeschlossen, weil deren ablehnende Haltung vorhersehbar war.)

Argumente gegen City-Maut

Als "City-Maut der dritten Generation" hätte Manchester nach London und Stockholm auch ein Pilotprojekt und damit Vorbild für weitere Stadtmauten in Großbritannien und in der Folge in ganz Europa werden sollen. Nun haben sich offensichtlich vernünftige Argumente durchgesetzt. Unter anderem hatten auch viele Betriebe angekündigt, aus der Mautzone abzuwandern. Auch das Argument der drohenden "sozialen Ausgrenzung" bestimmter Bevölkerungsgruppen hatte eine große Rolle gespielt.

Auch in Paris nicht populär

Erst im Sommer 2008 hatte sich auch der Pariser Bürgermeister Delanoe gegen City-Maut-Pläne für die französische Hauptstadt ausgesprochen. Eine solche sei bei den Parisern "höchst unpopulär" und "schlicht unsozial".