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DruckenSommer-Reichweitentest bei E-Fahrzeugen in Norwegen
24 aktuelle Elektroautos wurden auf Reichweite und Ladezeit getestet.
Anfang Juni 2026 nahm der ÖAMTC erneut am weltweit größten Reichweitentest für Elektrofahrzeuge, dem „El Prix“, teil. Bereits zum achten Mal reiste der ÖAMTC nach Norwegen, um den vom norwegischen Partnerclub NAF organisierten Praxistest zu begleiten. Neben zahlreichen bereits in Österreich erhältlichen Fahrzeugen standen heuer auch Modelle auf dem Prüfstand, die hierzulande noch nicht verfügbar sind. Sie geben jedoch einen interessanten Ausblick auf die Entwicklungen der Automobilhersteller – darunter etwa der Changan Deepal S05, der Dongfeng Vigo, der Lucid Gravity oder der MG IM6.
Was ist El Prix?
El Prix ist der weltweit größte Test für die Reichweite und das Aufladen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) in der Praxis. Der norwegische Automobilverband (NAF) führt El Prix seit 2020 zweimal pro Jahre durch, einmal im Sommer und einmal im Winter. El Prix wird dazu genutzt, um Autofahrer:innen einen Überblick zu geben, wie BEVs unter vergleichbaren, alltäglichen Bedingungen abschneiden.
Das Ziel ist, dass die meisten neuen Elektrofahrzeuge sowohl im norwegischen Sommer als auch im norwegischen Winter auf ihre realen Reichweiten getestet werden. Somit kann festgestellt werden, wie die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge ist und ob diese mit den offiziellen WLTP-Reichweiten übereinstimmen.
Beschreibung der Testroute und Höhenprofil
Der Test startete in einer Tiefgarage in Oslo. Die Fahrzeuge wurden im Abstand von rund einer Minute auf die Strecke geschickt und absolvierten anschließend dieselbe Route. Diese führte zunächst über die RV4 von Oslo nach Gjøvik und weiter auf der E6 Richtung Norden über Vinstra, Otta und Dombås bis nach Hjerkinn. Von dort ging es ostwärts nach Folldal und anschließend wieder nach Süden zum ursprünglich vorgesehenen Endpunkt in Enden.
Fahrzeuge, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Anzeichen einer Leistungsreduzierung zeigten, mussten bei der Rondane Gjestegård wenden und die Strecke zurück nach Hjerkinn fahren. Anschließend wurde der Abschnitt zwischen Hjerkinn und der Rondane Gjestegård mehrfach wiederholt, bis bei allen Fahrzeugen ein Leistungsverlust eintrat und die vorgegebene Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte.
Die Teststrecke wurde bewusst so gewählt, dass sie einen realitätsnahen Mix aus Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnabschnitten bietet. Während der Testtage herrschten Temperaturen zwischen 13 und 18 °C. Das Wetter war überwiegend bewölkt, lediglich vereinzelt kam es zu kurzen Regenschauern. Die Klimaanlage wurde in allen Fahrzeugen so eingestellt, dass eine Innenraumtemperatur von 20 °C gehalten wurde.
Was waren die Erkenntnisse aus dem Sommer-Reichweitentest?
© ÖAMTC
Der Reichweitentest zeigte, dass 12 der 24 getesteten Fahrzeuge – und damit genau die Hälfte – ihre nach WLTP angegebene Reichweite erreichten oder sogar übertrafen. Die größte positive Abweichung lag bei 11,4 % über dem WLTP-Wert, während das Fahrzeug mit der größten negativen Abweichung 11,7 % unter seiner offiziellen Reichweite blieb. Insgesamt fielen die Ergebnisse bemerkenswert präzise aus. Im Durchschnitt lag die tatsächlich erzielte Reichweite lediglich 0,2 % unter den WLTP-Angaben.
Die Ergebnisse und die getesteten Modelle:
|
Modell |
WLTP-Reichweite in km |
Tatsächliche Reichweite in km |
Prozentuale Abweichung |
|
BMW iX3 |
770 |
781 |
1,4% |
|
BYD Atto 3 EVO |
470 |
460 |
-2,1% |
|
Changan Deepal S05 |
445 |
431 |
-3,1% |
|
Citroen E-C5 Aircross |
513 |
500 |
-2,5% |
|
Dongfeng Vigo |
340 |
348 |
2,4% |
|
Hyundai Inster |
360 |
373 |
3,6% |
|
Hyundai Ioniq 9 |
600 |
566 |
-5,7% |
|
KGM Musso EV |
379 |
369 |
-2,6% |
|
KIA EV2 |
308 |
325 |
5,5% |
|
KIA EV4 |
594 |
575 |
-3,2% |
|
KIA EV5 |
520 |
509 |
-2,1% |
|
KIA PV5 |
412 |
420 |
1,9% |
|
Lucid Gravity |
748 |
720 |
-3,7% |
|
MG IM6 |
505 |
446 |
-11,7% |
|
MG S6 EV |
485 |
502 |
3,5% |
|
Mazda 6e |
479 |
485 |
1,3% |
|
Mercedes-Benz CLA |
708 |
675 |
-4,7% |
|
Mercedes-Benz GLB |
563 |
593 |
5,3% |
|
Mercedes-Benz GLC |
643 |
665 |
3,4% |
|
Polestar 3 |
625 |
601 |
-3,8% |
|
Smart #5 |
540 |
556 |
3,0% |
|
Toyota bZ4X |
506 |
506 |
0,0% |
|
Toyota C-HR+ |
607 |
587 |
-3,3% |
|
Xpeng X9 |
580 |
646 |
11,4% |
Gibt es interessante Erkenntnisse aus dem Ladetest?
Bei 14 der 24 getesteten Fahrzeuge wurde der angestrebte Ladestand von 80 % in weniger als 30 Minuten erreicht. Lediglich zwei Modelle überschritten die vom Hersteller angegebene Ladezeit deutlich.
Für den Test wurden die Fahrzeuge zunächst mindestens zwei Stunden gefahren, um die Batterie auf Betriebstemperatur zu bringen. Der Ladevorgang begann anschließend bei einem Batteriestand von unter 10 % und wurde bis 80 % fortgesetzt. Währenddessen wurden alle relevanten Daten aufgezeichnet.
Nach Einschätzung des ÖAMTC werden künftig vor allem Ladegeschwindigkeit, Energieeffizienz und die Verfügbarkeit von Ladestationen stärker in den Fokus der Autofahrer rücken. Diese Aspekte werden für Verbraucher gleichermaßen an Bedeutung gewinnen.
|
NAF EL PRIX Ladetest 2025 Ergebnisse |
Durchschnittliche Ladeleistung, 10-80 % SOC, kW |
Benötigte Ladezeit, um von 10 % auf 80 % SOC zu laden, Minuten |
Ladezeit 10 – 80 % laut Hersteller, Minuten |
|
BMW iX3 |
268 |
23 |
21 |
|
BYD Atto 3 EVO |
127 |
34 |
25 |
|
Changan Deepal S05 |
139 |
26 |
23 |
|
Citroen E-C5 Aircross |
114 |
34 |
30 |
|
Dongfeng Vigo |
79 |
31 |
18 |
|
Hyundai Inster |
73 |
35 |
30 |
|
Hyundai Ioniq 9 |
207 |
27 |
24 |
|
KGM Musso EV |
104 |
39 |
36 |
|
KIA EV2 |
71 |
29 |
29 |
|
KIA EV4 |
114 |
32 |
31 |
|
KIA EV5 |
118 |
30 |
30 |
|
KIA PV5 |
107 |
30 |
30 |
|
Lucid Gravity |
259 |
24 |
k.A. |
|
MG IM6 |
272 |
19 |
17 |
|
MG S6 EV |
105 |
37 |
38 |
|
Mazda 6e |
150 |
25 |
24 |
|
Mercedes-Benz CLA |
206 |
23 |
22 |
|
Mercedes-Benz GLB |
198 |
25 |
22 |
|
Mercedes-Benz GLC |
233 |
22 |
22 |
|
Polestar 3 |
239 |
23 |
22 |
|
Smart #5 |
285 |
15 |
18 |
|
Toyota bZ4X |
115 |
30 |
30 |
|
Toyota C-HR+ |
120 |
29 |
28 |
|
Xpeng X9 |
364 |
13 |
12 |
Florian Merker, ÖAMTC Technik Experte
„Auch im Sommer 2026 unterstützte der ÖAMTC seinen norwegischen Partnerclub NAF beim weltweit größten Elektrofahrzeugtest „El Prix“. Die Auswertung zeigte, dass exakt die Hälfte der getesteten Fahrzeuge die vom Hersteller angegebene WLTP-Reichweite erreichte oder sogar übertraf. Unter den getesteten Modellen befanden sich zahlreiche Fahrzeuge, die bereits auf dem österreichischen Markt erhältlich sind. Gleichzeitig wurden – wie schon bei früheren Reichweitentests – auch einige Elektrofahrzeuge geprüft, die derzeit noch nicht in Österreich angeboten werden.
Auffällig war erneut die starke Präsenz chinesischer Hersteller: Insgesamt sieben der getesteten Fahrzeuge stammten aus China. Die Ergebnisse des Sommer-Reichweitentests verdeutlichen, dass die tatsächliche Reichweite je nach Fahrzeugmodell von den WLTP-Angaben abweichen kann. Die Bandbreite reichte dabei von einer um 11,4 % höheren Reichweite bis zu einer um 11,7 % geringeren Reichweite im Vergleich zu den Herstellerangaben.“