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DruckenSchulweg rechtzeitig und regelmäßig üben
Zahl der am Schulweg verletzten Kinder in Oberösterreich stark gestiegen. Eltern sollten die Strecke und die wichtigsten Regeln mit ihren Kindern jetzt auffrischen.
Im Vorjahr ereigneten sich in Oberösterreich 102 Schulwegunfälle mit Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren. Dabei wurden 110 Schulkinder verletzt, um rund 40 Prozent mehr als 2024 und so viele wie seit 2018 nicht mehr. Österreichweit wurden 537 Schulwegunfälle mit 577 verletzten Kindern registriert (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC Unfallforschung).
„Der tägliche Schulweg wird schnell Routine. Dabei besteht die Gefahr, dass Kinder an vertrauten Stellen weniger aufmerksam sind oder Veränderungen übersehen. Eltern sollten den Weg deshalb vor Schulbeginn nicht nur mit Schulanfänger:innen üben, sondern auch mit älteren Volksschulkindern abgehen“, erklärt Petra Riener, Leiterin der Verkehrssicherheit beim ÖAMTC Oberösterreich. Die wichtigsten Tipps:
Unter realistischen Bedingungen üben
Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Schulweg ist der beste. Eltern sollten eine gut einsehbare Route mit möglichst wenigen Fahrbahnquerungen wählen. Zebrastreifen, ampelgeregelte Übergänge sowie Unter- und Überführungen können dafür auch einen Umweg rechtfertigen. Kinder können aufgrund ihrer Körpergroße nicht das volle Verkehrsgeschehen wahrnehmen. „Eltern sollten den Weg einmal aus der Augenhöhe ihres Kindes betrachten. Erst in der Hocke wird sichtbar, was parkende Autos, Hecken oder andere Hindernisse verdecken“, empfiehlt die Expertin.
Geübt wird am besten an Werktagen und zu jener Uhrzeit, zu der das Kind später tatsächlich unterwegs ist. An einem ruhigen Sonntagnachmittag fehlen viele Bedingungen, die sonst am Schulweg herrschen können – beispielsweise Berufsverkehr, parkende Fahrzeuge und andere Schulkinder. Eltern sollten zunächst deutlich vorzeigen und erklären, worauf sie achten. Danach übernimmt das Kind die Führung und beschreibt selbst, wo es stehen bleibt und welche Stellen besondere Aufmerksamkeit erfordern. „Wenn ein Kind sein Verhalten mit eigenen Worten erklärt, zeigt sich rasch, ob es die Zusammenhänge verstanden hat“, sagt Riener.
Erwachsene werden genau beobachtet
Kinder lernen Verkehrsregeln nicht nur durch Erklärungen, sondern vor allem durch Beobachtung. Die Vorbildrolle endet daher nicht nach dem gemeinsamen Üben und gilt nicht nur für Eltern: Auch Großeltern, ältere Geschwister und andere Erwachsene prägen durch ihr Verhalten, was Kinder als richtig oder falsch wahrnehmen. „Wer beim Gehen auf das Smartphone schaut oder trotz roter Ampel die Straße überquert, vermittelt Kindern genau das Gegenteil dessen, was sie am Schulweg beachten sollen. Erwachsene sollten sich bewusst sein, dass ihr Verhalten auch dann beobachtet wird, wenn sie gerade kein Kind begleiten“, betont die Verkehrssicherheitsexpertin.
Für das Smartphone sollte eine klare Regel gelten: Während des gesamten Schulweges gehört es in die Schultasche oder in den Rucksack und auf lautlos gestellt. Bereits Hinweistöne und Vibrationen lenken die Aufmerksamkeit weg vom Straßenverkehr und hin auf das Gerät. Kopfhörer bleiben am besten zu Hause, weil Verkehrslärm, Hupen und andere Warnsignale sonst gar nicht oder nur gedämpft wahrgenommen werden.
Kurz, aber regelmäßig trainieren
Mehrere kurze Übungseinheiten sind sinnvoller als ein einmaliger langer Trainingsweg. Hilfreich ist, pro Einheit ein oder zwei konkrete Situationen zu besprechen: Was ist zu tun, wenn eine Baustelle den gewohnten Weg versperrt, ein abgestellter Lkw die Sicht nimmt oder der Bus verpasst wird? Zur Vorbereitung gehört auch, die tatsächliche Dauer des Schulwegs zu kennen. So lässt sich am Morgen genügend Puffer einplanen, damit das Kind ohne Hektik unterwegs sein kann. Auch für den Heimweg sollten Eltern Spielraum lassen, damit bei Verzögerungen kein Zeitdruck entsteht.
Weitere hilfreiche Tipps für einen sicheren Schulweg, sowohl für Eltern als auch Kinder, sind in der Schulweg-Broschüre des Mobilitätsclubs zu finden – zum Download unter www.oeamtc.at/schulweg.