18 Vision Christophorus Landegebühren anfallen. Die Reise über den großen Teich ist damit in jeder Hinsicht eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt – dass es künftig auch andere, näher liegende Lösungen gibt, ist freilich nicht auszuschließen. In dieser Zeit, die ungefähr drei Wochen dauert, üben die Pilot:innen nochmals, sich ausschließlich auf ihre Instrumente zu verlassen, wenn die Außenwelt als Referenz wegfällt. Dabei kommen entweder spezielle Brillen zum Einsatz, die Nebel simulieren, oder manchmal werden auch Teile der Cockpitverglasung abgedeckt. So kann nahezu gefahrlos geübt werden – Flüge, die wirklich in die Wolken führen, sind auch in den USA nicht ohne Weiteres möglich. Dank ausgefeilter Trainingsmethoden sind sie allerdings auch nicht nötig, was das Risiko minimiert. Anspruchsvolle Arbeit Die Arbeit der Christophorus-Pilot:innen ist in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll – man denke etwa an nächtliche Außenlandungen oder Taubergungen aus schwierigem Gelände. Und auch der Instrumentenflug ist keine Ausnahme: Anders als z. B. ein großes Passagierflugzeug ist der Hubschrauber instabiler, reagiert sensibler auf kleinste Steuerimpulse und verlangt permanente Korrektur. Ohne visuelle Referenz kann jeder Fehler in einer Katastrophe enden. Damit das nicht passiert, zielt das Training nicht nur auf fliegerische Verfahren ab, sondern auch auf mentale Stabilität: Vertrauen in die Anzeigen und in das in der Theorie Gelernte und in der bisherigen Praxis Geübte. Denn auch wenn der Instrumentenflug den Sichtflug nie ersetzen wird, erweitert er den Handlungsspielraum in jenen Momenten, in denen es darauf ankommen kann. Und genau das kann am Ende den Unterschied für Patient:innen machen. ▲ Was bringen IFR konkret? ● Erweiterung des Einsatzspektrums um geplante Flüge in bzw. durch Wolken, die sonst nicht durchgeführt werden könnten. ● Sicherheitsreserve: Pilot:innen können sicherer reagieren, wenn sie unbeabsichtigt in Wolken geraten – besonders nachts entscheidend. ● Moderne Technik nutzen: Aktuelle Hubschrauber-Generationen bieten Autopilot und stabile Fluglage; Der Flug nach IFR ermöglicht, diese Systeme voll auszuschöpfen. ● Zukunftsfähigkeit: mehr Flüge bei Schlechtwetter erwartet; IFRBerechtigung wird zunehmend gefordert. ● Internationale Standards: Verfahren sind standardisiert; Pilot:innen können flexibler in unterschiedlichen Lufträumen operieren. Infobox IFR-Systeme ermöglichen künftig mehr Flüge bei schlechtem Wetter. Fotos: Schornsteiner (1), zVg (1), ÖAMTC/Mikes (1)
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