Fotos VON: Pflegecampus Kufstein (1), Freepik (1), ÖAMTC/Postl (1) 17 VISION Christophorus Einheitliche Struktur Der dem Auswahlfahren zugrunde liegende Prozess wurde in enger Abstimmung mit dem Management System Team entwickelt. Es ist die zentrale Anlaufstelle für Prozess-, Qualitäts- und Dokumentenmanagement. Das Aufgabenspektrum erstreckt sich von der Entwicklung und der Implementierung von Prozessen für diverse Unternehmensbereiche über die Definition von Standards in der Erstellung und der Verwaltung von Dokumenten bis hin zur Qualitätssicherung. Ziel ist es, eine über die Erfüllung behördlicher Anforderungen hinausgehende konstant hohe Qualität im gesamten Wirkungsbereich sicherzustellen und die Effizienz der Organisation nachhaltig zu gewährleisten und zu verbessern. Infobox skopen bot sich das Simulationszentrum am Pflegecampus des Bezirkskrankenhauses Kufstein an, eines der führenden Zentren Österreichs mit besonderem Fokus auf Präklinik. Dort werden die Systeme nicht nur Standardsituationen, sondern auch Extremen ausgesetzt: schwierigen Lichtverhältnissen, Kälte, Nässe und mehr. Hightechsimulatoren stellen unterschiedliche Patient:innen dar – Erwachsene, Kinder, Neugeborene –, inklusive schwierigen Atemwegs. So wird sichergestellt, dass ein Produkt unter allen Bedingungen zuverlässig funktioniert. Danach entscheidet die Projektgruppe, welche Geräte in die dreimonatige Einsatzphase wechseln. Praxistest Die in der Simulation bewährten Geräte werden, wenn es notwendig erscheint, anschließend noch auf ausgewählten Christophorus-Stützpunkten getestet. Da zeigt sich, wie sie sich im Alltag bewähren: im Handling, bei Hygiene und Reinigung, in der Akkuleistung oder in der Akzeptanz der Anwender:innen. Kritische Auffälligkeiten bei den Geräten werden im Simulationszentrum gezielt nachgestellt, analysiert und bewertet – mögliche Ursachen können so rasch identifiziert und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Alle Erfahrungen fließen in die abschließende Bewertung ein. Auf dieser Basis wählt die Projektgruppe das System aus, das endgültig angekauft und eingeflottet wird. Einführung, Training, Monitoring Nach der Anschaffung erfolgt die gestufte Einführung auf den Stützpunkten. Idealerweise werden Trainingsmöglichkeiten – etwa Intubationsköpfe wie bei den Videolaryngoskopen – gleich mitgeliefert, damit Teams zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen üben können. Eine etappenweise Inbetriebnahme sicherheitsrelevanter Produkte ist ebenfalls denkbar. Begleitendes Monitoring durch das Safety Team stellt sicher, dass mögliche Probleme früh erkannt und adressiert werden. Das neue Product Review Board (PRB) bildet die strategische Ebene. Es tagt quartalsweise und legt fest, welche Produkte auslaufen, welche Probleme zeigen, welche neu evaluiert werden und wie Erfahrungen gebündelt werden. Für jedes Produkt wird ein Product Owner definiert – sie:er ist die Schnittstelle zwischen Anwender:innen, Management und Technik. Damit schafft das PRB klare Zuständigkeiten und einen übergeordneten Rahmen. Die operativen Projektgruppen verantworten wiederum die Umsetzung. Künftig werden alle Produkttests ausschließlich über das PRB koordiniert, sodass Entwicklungen nicht isoliert, sondern als Teil einer Gesamtausrichtung erfolgen. Produkte mit geringem Sicherheitsrisiko oder Innovationsgrad können im Einvernehmen mit dem Board im „Fast Track“ bearbeitet werden. Sicherheit als Haltung Der neue Prozess steht für eine Grundhaltung: Lebensrettung ist Teamarbeit. Von der ersten Vorauswahl über die Simulation bis zur strategischen Steuerung im Product Review Board – jeder Schritt sorgt dafür, dass Innovation bei der Flugrettung kein Risiko, sondern gelebte Sicherheit bedeutet. ▲ Medizintechnik muss kompakt, leicht und luftfahrttauglich sein.
RkJQdWJsaXNoZXIy NDc0Mzk=