Christophorus Magazin

16 VISION Christophorus TECHNIK, DER WIR VERTRAUEN Wie die ÖAMTC-Flugrettung neue medizinische Geräte prüft, testet und sicher einflottet. Neue (Medizin-)Technik bedeutet bei der ÖAMTC-Flugrettung mehr als Fortschritt – sie steht für Vertrauen und Verantwortung. Deshalb wird jedes Gerät gründlich geprüft, bevor es fliegt. In den vergangenen Monaten wurde dafür intern ein neuer, strukturierter Prozess entwickelt. Dieser stellt sicher, dass jedes Produkt zunächst klar begründet, anschließend unter realistischen Bedingungen getestet, im Einsatz erprobt und nach der Einführung eng überwacht wird. Derzeit wird er im Projekt „Videolaryngoskop Neu“ erstmals angewendet. Das Ziel: ein klarer, sicherheitsorientierter Weg von der Bedarfsmeldung bis zum Monitoring nach der Einflottung. Warum ein Prozess? In der Flugrettung treffen Mensch und Technik in Extremsituationen aufeinander. Geräte, die im Krankenhaus unter stabilen Bedingungen funktionieren, müssen in der Luft Vibration, Kälte, Hitze, wechselndem Licht und Nässe standhalten. Spätestens bei der letzten Einführung eines Videolaryngoskops wurde deutlich, wie wichtig eine penible und nachvollziehbare Vorgehensweise ist. Der neue Prozess sorgt nun dafür, dass die Einführung künftiger Produkte nach einem klar definierten Ablauf erfolgt – mit Fokus auf Praxistauglichkeit und Sicherheit. Ganz nach dem Motto: „Was bei uns abhebt, wurde vorher am Boden auf Herz und Nieren geprüft.“ Was brauchen wir? Jede Auswahl beginnt mit einer strukturierten Anforderungsanalyse. Dafür wird ein Kriterienkatalog erstellt: ● MUSS-Kriterien (ohne sie ist ein Einsatz ausgeschlossen) ● SOLL-Kriterien (wichtige Merkmale) ● KANN-Kriterien (Zusatznutzen) Beim aktuellen Projekt standen rund 15 Geräte zur Verfügung. Sie wurden zunächst papierbasiert anhand dieser Kriterien bewertet. Drei Systeme erfüllten alle MUSS-Kriterien und überzeugten bei den SOLL-Merkmalen – sie wechselten in die Simulationsphase. Bevor ein Gerät eingeflottet wird, soll es in Zukunft intensiv durch Simulation getestet werden. Bei den VideolaryngoVielfältige Möglichkeiten im Simulationszentrum am Pflegecampus in Kufstein. von Lukas Brabauer

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