14 Gezielte Lawinensprengungen erhöhen die Sicherheit. Einweisung des Helikopters zum Tanken. Nächtliche Einsatzbetankung Lebensrettung ist Teamarbeit über alle Organisationsgrenzen hinweg. Kontrollierte Sicherheit aus der Luft Lawinensprengungen als wichtiger Beitrag zum Schutz alpiner Infrastruktur. Was tagsüber kaum ein Problem darstellt, erfordert bei nächtlichen Einsätzen deutlich mehr Planung: Wann und wo kann ein Hubschrauber aufgetankt werden, damit er sicher zu seinem Stützpunkt zurückkehren kann? Dass sich diese Frage stellt, hat mit der verfügbaren Infrastruktur zu tun, denn nachts gibt es kaum Flughäfen, die in Betrieb sind und damit auch zum Tanken angeflogen werden können. Eine besondere Lösung für diese Herausforderung bietet die enge Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Mondsee (OÖ). Dort steht ein Tankwagen mit Kerosin zur Verfügung, der in verschiedenen Szenarios genutzt werden kann, darunter z. B. das Nachtanken von Helikoptern bei der Waldbrandbekämpfung. Oder auch von einem ÖAMTC-Notarzthubschrauber, so geschehen Anfang Februar 2026: Der in Niederöblarn stationierte Christophorus 14 hatte nachts einen Patienten ins Krankenhaus Salzburg geflogen. Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Crew, für den Rückflug neuen Sprit an Bord zu nehmen. Nach entsprechender INNOVATION Christophorus Durch den Nebel Das Nebeldurchstoßverfahren entspricht im Prinzip dem Instrumentenlandesystem (ILS), das z. B. von Passagierflugzeugen genutzt wird. Das System besteht aus am Boden installierten Sendern, die Leitstrahlen erzeugen und damit den Weg zum Aufsetzpunkt weisen. Eine Koppelung mit dem Autopiloten ermöglicht der Crew so bei schlechten Sichtverhältnissen automatische An- und Abflüge. Von der ÖAMTC-Flugrettung wird dieses Verfahren aktuell an drei Stützpunkten in unmittelbarer Nachbarschaft von Flughäfen mit ILS genutzt: C10 (Linz), C11 (Klagenfurt) und C12 (Graz). Wissenswert Meldung an die Leitstelle wurde die Feuerwehr Mondsee alarmiert und zu einem der vorab eigens für solche Fälle definierten Plätze geschickt. Dort traf wenig später auch der Notarzthubschrauber ein, wurde eingewiesen und von den Kamerad:innen der Freiwilligen Feuerwehr betankt. Zu Jahresbeginn herrschte in vielen Regionen Österreichs erhebliche Lawinengefahr. Um Verkehrswege, Siedlungsräume und Skigebiete zu schützen, setzen die Verantwortlichen auch auf die kontrollierte künstliche Lawinenauslösung – ein international bewährtes Instrument der Prävention. Expert:innen der örtlichen Lawinenkommissionen beobachten Wetter- und Schneesituation, erstellen Schneedeckenprofile und beurteilen laufend die Gefahrenlage. Auf dieser Basis werden gemeinsam mit Sprengbefugten gezielte Maßnahmen gesetzt. Unterstützt werden sie dabei aus der Luft, nämlich von Hubschraubern. Hier kommt auch die Elikos ins Spiel. Mit ihrem fliegerischen Know-how, ihren erfahrenen Hochgebirgspilot:innen und präziser Einsatzkoordination ist sie bei Lawinensprengungen ein verlässlicher Partner. Der Hubschrauber ermöglicht punktgenaue Abwürfe selbst in schwierigem Gelände und ist damit oft das Mittel der Wahl. Ziel aller Maßnahmen ist es, potenzielle Lawinenhänge kontrolliert zu entlasten, große unkontrollierte Abgänge zu verhindern und lange Sperren zu vermeiden. Die Einsätze bleiben meist im Hintergrund, ihre Auswirkungen zeigen sich jedoch in sicheren Pisten, offenen Verkehrsverbindungen und einem Plus an Sicherheit im alpinen Raum.
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