Christophorus Magazin

13 INNOVATION Christophorus „Gemeinsam beschlossen wir, die Außenbeleuchtung eines Hubschraubers komplett neu zu denken. Unser Ansatz dabei war nicht, mehrere Einzellösungen für unterschiedliche Szenarien zu finden, sondern ein harmonisch funktionierendes Gesamtkonzept zu schaffen.“ Breite Ausleuchtung Das neue Lichtkonzept soll vor allem Pilot:innen entlasten und die Flugsicherheit erhöhen. Automatische Abläufe sollen dabei je nach Flugphase das Ein- oder Ausschalten bestimmter Leuchten übernehmen, sodass sich die Crew stärker auf den Flug konzentrieren kann. Herzstück des Systems sind unter anderem halbkreisförmig angeordnete LED-Panels, die den Anflugbereich rund 120 Grad breit ausleuchten, ein kraftvolles Windenlicht, das auf 100 Metern den doppelten Rotordurchmesser erhellt, sowie ein schmales, weitreichendes Licht, das mögliche Hindernisse im „Escape Path“ früh sichtbar macht. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein leistungsstarker, 360 Grad drehbarer Lichtkopf, der breites Flutlicht, fokussiertes Fernlicht und einen Infrarotmodus für den Einsatz mit Nachtsichtgeräten kombiniert – und damit völlig neue Dimensionen der Ausleuchtung erreicht. Praxistest Um erste Eindrücke zu sammeln und das bereits existierende US-Polizei-Modul in der Praxis zu erproben, hat die Entwicklungsabteilung (Part 21) eine spezielle Halterung konzipiert. Die Montage am Hubschrauber übernahmen Techniker:innen aus der Wartung (Part 145). Zudem wurde gemeinsam mit Roland Retschitzegger, der als Testpilot zur Verfügung stand, ein umfangreiches Testflugprogramm ausgearbeitet. Parallel dazu konnten durch die CAMO (verantwortlicher Bereich für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit von Luftfahrzeugen) sämtliche Anträge bei den Behörden gestellt werden. „Ein Projekt dieser Größenordnung funktioniert nur, wenn intern bereichsübergreifend perfekt zusammengearbeitet wird“, weiß Florian. Auch vom Boden aus wirkt das neue Beleuchtungskonzept sehr beeindruckend. Die Testflüge fanden unter realen Einsatzbedingungen wie leichtem Regen, Schneefall und geschlossener Wolkendecke statt. Perfekte Bedingungen, um herauszufinden, was das System wirklich kann. „Ich hatte schon erwartet, dass das Licht gut ist – aber nicht, dass es bei dem Wetter sprichwörtlich die Nacht zumTag macht. Die Ausleuchtung war viel besser als alles, was ich bisher gesehen habe“, zeigt sich Roland beeindruckt und betont die Alltagstauglichkeit. „Die Kombination aus breiter Ausleuchtung, Fernlicht und automatischen Modi nimmt im Cockpit enorm den Stress. Man sieht Hindernisse viel früher, und das bei deutlich weniger Bedienaufwand.“ › Fotos: ÖAMTC/Birbaumer (2) Hier kann man entdecken, wie das neue HeliAir-Lichtkonzept Pilot:innen unterstützt, Landeplätze und Einsatzstellen großflächig ausleuchtet und Sicherheit in der Nacht neu definiert.

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