10 INFORMATION Christophorus Schädel-Hirn-Verletzungen nach Stürzen oder Unfällen ● Gehirnerschütterungen (SHT Grad 1) 90 % aller SHT (65.000 Fälle in Österreich p. a.) ● Brüche des Gesichts- und Hirnschädels ● Mittelschwere und schwere SchädelHirn-Traumen (SHT Grad 2 und 3). Geschätzte Häufigkeit: 2.000 bis 20.000 Fälle in Österreich p. a. ● Traumatische intrakranielle Blutungen ● Entwicklung eines Hirnödems nach einem schweren SHT ● Diffuse Nervenschäden Infobox Straßenverkehrsordnung soll eine solche auch kommen – für E-Bike- bis 14, für E-Scooter-Nutzer:innen bis 16 Jahre. Dieser Vorschlag lässt Treffsicherheit vermissen, wie Vertreter des ÖAMTC und der ÖAMTC-Flugrettung bei einer Pressekonferenz Anfang November erklärten: Bei den E-Scooter-Unfällen waren nur 14 Prozent aller Verunglückten 13 bis 16, bei den E-Bikes nur zwei Prozent 13 bis 14 Jahre alt. Bei Letzteren liegen die mit Abstand höchsten Zahlen in der Altersgruppe von 55 bis 67 Jahren. Die Novelle berücksichtigt das reale Unfallgeschehen also unzureichend. Gerade für E-Scooter ist angesichts der dramatisch steigenden Unfallzahlen, der niedrigen Helmtragequote und schlechter fahrdynamischer Eigenschaften aus Sicht des ÖAMTC eine Helmpflicht ohne Alterseinschränkung sinnvoll und unumgänglich. Bei E-Bikes ist die Situation anders: Hier gibt es bereits eine OGH-Entscheidung, die Schadenersatzforderungen deutlich mindert, wenn kein Helm getragen wurde. Und: Schon jetzt schützt sich die Mehrheit der E-Bike-Fahrenden mit einem Helm. Zur Erhöhung dieser Quote schlägt der Club daher eine „gesetzliche Gedächtnisstütze“ in Form einer Helmpflicht ohne Strafandrohung vor. Ziel sollte es sein, möglichst viele E-Biker:innen zum Tragen eines Helms zu motivieren, dafür braucht es nicht zwangsläufig Strafen, wie auch das Beispiel Skihelm zeigt. Notfallmedizinisches Fazit Unsere Flugrettungsteams setzen alles daran, Patient:innen mit einem Schädel-Hirn-Trauma rasch und professionell zu versorgen und das Risiko von sekundären Hirnschäden aufgrund des Versagens von Atmung oder Kreislauf zu minimieren. Das unmittelbare Ausmaß der Hirnverletzung kann aber nur der Helm reduzieren. Aus medizinischer Perspektive ist die Argumentation daher eindeutig: Eine höhere Helmtragequote bei E-Bike- und E-Scooter-Fahrer:innen ist ein wirksamer, kostengünstiger und unmittelbar schützender Beitrag zur Verletzungsprävention! ▲ Versuche im Crashtestcenter zeigen deutlich das Verletzungsrisiko. Fotos VON: Feepick (2), DEKRA (1), ÖAMTC/APA-Fotoservice/Tesarek (1), C4_MM (1), Die Helfer Wiens/Marlena König (1), McArthurGlen Designer Outlet Parndorf (1) Helmpflicht und Verletzungshäufigkeit
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