FT Insides - Mai 24
Andreas, du bist ja als Motorsportler zur Fahrtechnik gekommen. Wie kamst du zum Motorsport - gab’s einen Schlüsselmoment? Eher zufällig, also nicht "klassisch" über das Jugend- Kartfahren beispielsweise. Ich bin immer schon gerne Auto gefahren, habe nach der HTL eine Kfz-Techniker-Lehre gemacht, da war also schon eine Auto-Affinität da. Und eines morgens, vor der Fahrt in die Lehre, habe ich einen Zeitungartikel gelesen: "Rallyefahrer gesucht". Dahinter stand die Redbull Driver Search - es waren explizit keine Motorsport-Vorkenntnisse nötig, fand am A1-Ring statt, also nicht allzu weit weg. Für mich war das die Möglichkeit, einen Tag lang ein lässiges Auto in sicherer Umgebung zu fahren, das war meine Motivation. Zu meiner Überraschung – und auch zur Überraschung meiner Family – war ich dann am Ende des Tages einer von zwei Teilnehmern aus insgesamt 466 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die genommen worden sind. Hast du noch Berührungspunkte zum Motorsport – fehlt dir das Rallyefahren? Ich bin, wenn's zeitlich passt, bei ServusTV als Co- Moderator/Experte dabei, was mir Riesenspaß macht. Da moderieren wir sonntagmittags live die Abschlussprüfung, die "Powerstage". Das Fahren selbst fehlt mir natürlich – ab und zu komme ich aber noch zum Testen oder mache Coachings, wo ich meine Expertise vom Beifahrersitz aus einbringen darf. Aber wenn man weiß, was für ein kleiner Prozentsatz das Fahren selbst bei diesem riesengroßen Aufwand beim Rallyefahren ausmacht – bis die Finanzierung steht, bis man am Start steht, dann will man sich das irgendwann nicht mehr antun. Fragen an Andreas Aigner Im Fokus Steckbrief: Seit 2019 Leiter des FTZ Kalwang, 2008 Weltmeister der Production-Wertung der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), Motorsportler des Jahres 2008, PC Europameister 2013 (Production Car) Was war dein erstes Auto? Hat das für deine ersten Driftversuche herhalten müssen? Ich hatte immer zwei Autos. Mein erstes Auto war ein Polo GTI 16V, 100 PS bei wenig Gewicht, aber zum Driften nicht geeignet. Und daneben gab's immer auch ein Winterauto um die 1.000 Schilling, mit Pickerl, das war dann meist ein BMW- Hecktriebler, mit dem gepflegt gedriftet wurde. Was ist dir wichtig, wenn jemand neu bei dir im Zentrum anfängt? Worauf legst du besonders wert? Einerseits Verbindlichkeit im gesamten Tun. Andererseits aber auch die Fähigkeiten Teilnehmern nicht nur theoretisch Wissen zu vermitteln, sondern es auch praktisch ausführen zu können. Worauf bist du als Zentrumsleiter besonders stolz? Auf unser kleines, aber sehr feines Team hier in Kalwang. Die Truppe ist echt eingeschweißt, da wird zusammengeholfen, wir haben Spaß, alle kommen gerne her – das passt super. Die Mannschaft ist so wie das Zentrum auch ist: "klein, aber fein". © Andreas Aigner, © FIA
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