FT Insides - Mai 24
Neues zur E-Mobilität Die Bedeutung der E-Mobilität für unsere Gesellschaft wächst weiter rapide. Die Zulassungszahlen für Elektroautos steigen und die Anzahl der E-Lademöglichkeiten nimmt zu. Dennoch sieht die Situation derzeit so aus, dass nicht immer eine Lademöglichkeit ums nächste Eck zu finden ist. Zwar werden mit den neuen E-Mobilitätsförderungen neue Anreize für die öffentliche und private Ladeinfrastruktur gesetzt, derzeit sind aber Reichweite und Ladedauer nach wie vor ein großes Thema bei Elektroautos – vor allem bei winterlichen Temperaturen. Elektroauto-Reichweiten- und Ladetest „El Prix“ Genau aus diesem Grund veranstaltet der NAF – der norwegische Partnerclub des ÖAMTC – zwei Mal im Jahr den „El Prix“, den weltweit größten Reichweiten- und Ladetest für Elektroautos. Zuletzt fand dieser Ende Jänner in Oslo und Umgebung statt. Dabei wurden 23 aktuelle E-Autos getestet. Ziel des Tests ist es zu sehen, ob und in welchem Umfang die tatsächlichen Reichweiten der Elektroautos von den Herstellerangaben abweichen. Aus österreichischer Sicht ist dieser Test auch deshalb besonders wertvoll, da auf der Testfahrt über 1.000 Höhenmeter überwunden werden und der Test im Winter bei Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad Celsius stattfindet. Die Testbedingungen sind also durchaus vergleichbar mit den winterlichen Verhältnissen auf Österreichs Straßen. Wenn man sich die Ergebnisse des Tests anschaut, fällt schnell auf, dass die Herstellerangaben nicht immer der Realität entsprechen. Während es im Sommer noch gut sein kann, dass die Reichweiten der Elektroautos sogar etwas über die Herstellerangabe hinaus gehen, ist im Winter leider oft das deutliche Gegenteil der Fall. Mit bis zu 30 Prozent geringerer Reichweite muss man da – je nach Modell – rechnen. "Auch wenn allgemein bekannt ist, dass Extremtemperaturen großen Einfluss auf den Stromverbrauch haben, sollten sowohl Hersteller als auch der Handel unmissverständlich auf diesen Umstand hinweisen", fordert ÖAMTC-Techniker Florian Merker. Testsieger aus China Ein Lichtblick beim winterlichen „El Prix“-Reichweiten- und Ladetest war jedoch das chinesische E-Auto HiPhi Z. Mit einer Reichweite von 522 km im winterlichen Verkehr und einer maximalen Abweichung zur ursprünglichen Herstellerangabe von nur 5,9 Prozent war das chinesische Modell absoluter Spitzenreiter. Zwar dürfte der HiPhi Z mit einem derzeitigen Kaufpreis von 100.000 Euro für die meisten Käufer:innen keine Rolle spielen, zeigt aber dennoch aus technischer Sicht – auch für die anderen Hersteller – was alles möglich ist. Aus Sicht des ÖAMTC-Technikers Merker ist die Technologie der Elektroautos aber ohnehin schon sehr weit und ausgereift: „Elektro-Autos sind inzwischen massentauglich. Wenn man das Fahrzeug für weniger als 100 Kilometer am Tag benötigt, ist das kein Problem. Längere Urlaubsfahrten muss man allerdings genauer planen“. Insofern spielt neben der Fahrzeugreichweite die Frage der Ladeinfrastruktur bei Konsument:innen eine große Rolle. Diese Erkenntnis ist auch in der Politik angelangt, weswegen die E-Mobilitätsförderungen 2024 diesbezüglich angepasst wurden. E-Autos im Wintertest und Neues zu den E-Mobilitätsförderungen © ÖAMTC
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