Harald, wie bist du bei der Fahrtechnik gelandet? Begonnen habe ich beim ÖAMTC in Wien in der Informationszentrale, wo ich nach einer Sprecherausbildung die Live-Einstiege aus unserem Studio zu Verkehrsnachrichten in Radio Wien und Radio Niederösterreich übernommen habe. Vis-a-vis von unserem Büro saß Franz Wurz, im Begriff die Fahrtechnik aufzubauen. Wir kannten uns bereits aus dem Rallyesport, wo ich damals schon als Streckenposten ausgeholfen habe. Da fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte, als Instruktor Fahrsicherheitstrainings in Wien-Aspern am Flugfeld zu übernehmen, das war 1985. Was taugt dir am meisten an deiner Tätigkeit bei der Fahrtechnik? Zum einen das Arbeiten mit Menschen – immer wieder unterschiedliche Menschen, mit verschiedenen Wünschen und Erwartungen, das ist sehr abwechslungsreich. Und zum anderen das Miterleben der sich laufend verändernden Technik. Sowohl bei den Autos, was z. B. zuerst ABS, später ESP und nun heutige Assistenzsysteme betrifft, als auch was die Trainings selbst angeht – unser Gleitbelag auf der Strecke bestand 1985 noch aus Rindertalg. Du schon einiges miterlebt in der Fahrtechnik. Was war so eines deiner lustigsten oder schrägsten Erlebnisse bei der Arbeit, das du nicht vergessen wirst? Da gibt es viele – ein Beispiel werde ich nicht vergessen: Ich habe einen Kurs in Spital am Pyhrn auf dem Parkplatz der Wurzeralm übernommen. Es kam ein Ehepaar aus Linz in einem Wohnmobil, was damals noch eher unüblich war, um sich auf eine größere Reise vorzubereiten. Und beim Slalom waren dann überraschenderweise beide schwer beschäftigt: Während der Mann brav um die Pylonen lenkte, stand seine Frau hinten im Wohnwagen und versuchte bei jeder Richtungsänderung, das sich selbständig machende Geschirr wieder in die Kasteln zu bugsieren! Fragen an Harald Minarik Im Fokus Steckbrief: Seit 1985 bei der ÖAMTC Fahrtechnik. Von 2001 bis 2004 Leiter des FTZ Kärnten. Von 2004 bis 2012 Leiter im FTZ Marchtrenk. Was würdest du als "alter Hase" neuen Instruktor:innen als Tipp mitgeben? Was ist aus deiner Erfahrung wichtig? Die größte Herausforderung für neue Kolleg:innen ist aus meiner Sicht die ständige Weiterbildung. Immer am Ball zu bleiben, um den Teilnehmer:innen einen Schritt voraus zu sein. Die kommen ja in ihren neuen Fahrzeugen zu uns, um etwas von uns zu lernen. Das bedeutet auch z. B. Infos zu Details der Bedienung in Erfahrung zu bringen. Ich empfehle immer jeden Kurs so zu gestalten, dass die Leute auch wieder kommen wollen – z. B. wenn sie auf ein neues Auto wechseln. Letzten Endes bewirbt man damit nicht nur die Kurse, sondern auch sich selbst als Instruktor:in. © Fotoatelier Kerstin Fuchsjäger © Privat
RkJQdWJsaXNoZXIy NDc0Mzk=