FT Insides - Dezember 24
Als Steigerung gibt es hier noch den:die „Leitende:n Eco-Trainer:in“, sprich Kursleiter:in. Voraussetzung dafür sind 30 Einsätze als Eco-Trainer:in. Darauf folgt eine Ausbildung gemeinsam mit der Economy-Basisausbildung – allerdings als Leiter:in, die (je nach Personenanzahl) zwei bis drei Tage dauert und mit einer sofortigen Berechtigung zur Ausübung abschließt. Weitere Module der GWB sind „Recht“ bzw. „Anwendung der Vorschriften“ und „Gesundheit & Ergonomie“. Für beide gilt als Voraussetzung eine einschlägige Aus- oder Vorbildung im jeweiligen Bereich. Beim Modul „Recht“ hilft außerdem die Berechtigung als Fahrschullehrer:in/Fahrlehrer:in. Auch hier ist für beide Module ein zweimaliges Mitgehen oder Teilnehmen beim entsprechenden Modul vorgesehen. Die Ausbildung besteht aus einer dreitägigen Basisausbildung mit einem schriftlichen Test, der bestanden werden muss. Anschließend sollte man zeitnah mit dem Unterrichten beginnen („Hospitieren“). Nach eigenem Ermessen oder auf Hinweis der Ausbildungsinstruktor:innen findet eine Abnahme während eines Trainings durch den:die Fachverantwortlichen oder ein:e vom Chefinstruktor Bestimmte:r statt. Speziell beim Gesundheits-Modul ist außerdem ein 16- stündiger Erste Hilfe Kurs bzw. ein Nachweis davon erforderlich. Das Modul Ladungssicherung zählt zu den aufwändigsten in Sachen Ausbildung. Als Voraussetzung gilt wieder zweimaliges Mitgehen oder Teilnehmen. Die Ausbildung findet in drei Schritten statt: Zuerst gibt es eine zweitägige Gruppenausbildung, danach folgen vier Aufbaukurse, die jeweils mit einer Berechtigung abschließen. Bereits ab der Gruppenausbildung ist das mehrmalige Mitgehen bei Kursen vorgesehen, am Ende steht eine praktische Abnahme. Zusätzlich erhält man in der Ausbildung den Ausweis nach VDI 2700a, also eine Art Ladungssicherungs-Führerschein. Zu beachten ist dabei, dass man damit als Instruktor:in auch eine Sachverständigenhaftung eingeht – was man im Kurs sagt und lehrt, muss letztendlich auch vor Gericht standhalten. Die ÖAMTC Fahrtechnik bietet hier durch ihre lange, intensive und kostenintensive Ausbildung (im Wert von ca. 4.500 Euro) einen maximalen rechtlichen Schutz für seine Ladungssicherungs-Instruktor:innen. Und der Aufwand und die Verantwortung werden auch höher entlohnt. Wie eingangs erwähnt, sind noch viele weitere Fachausbildungen möglich – meldet Euch gerne bei Hermann Wirrer oder den jeweiligen Fachverantwortlichen. Wer eignet sich als Nutzfahrzeuge-Trainer:in? Im Bereich der Nutzfahrzeug-Trainings hat sich herauskristallisiert, dass aus verschiedensten Gründen Pkw-Instruktor:innen (bei Erfüllung aller Voraussetzungen) die beste Ausgangsbasis besitzen, um auch fahrtechnische Trainings für Lkw und Busse abzuhalten. Für Quereinsteiger hingegen sind Module wie „Recht“, „Gesundheit“ oder auch „Ladungssicherung“ möglich und sinnvoll, wo fahrtechnische Aspekte, Vorerfahrungen und Abläufe weniger Bedeutung haben – da dafür vorhandene Spezialausbildungen aus diesen Bereichen für die Genehmigung durch die Behörde relevanter sind. Bei den Fahrtrainings hingegen zählt die Erfahrung aus der (übertragbaren) Fahr- und Kurspraxis mehr – man muss einen „sechsten Sinn“ für das Verhalten der Teilnehmer:innen entwickeln, um ihnen gezielt weiterhelfen zu können. Und es lohnt sich auch finanziell: Lkw- & Bus-Instruktor:innen sind auch für kursarme Winter-Monate breiter aufgestellt und damit häufiger im Einsatz. Und – ganz wichtig: Der Lkw-/Bus-Bereich wird in der Gesellschaft unverzichtbar werden. Der Ausbau des öffentlichen Netzes bedeutet beispielsweise mehr Busfahrer:innen, die wiederum aus- & weitergebildet werden müssen. Wenn der Individualverkehr reduziert werden soll, dann muss u. a. mehr über Bestellungen im Online-Handel, über Supermärkte und Co. abgewickelt werden, die dann wiederum durch Lkw beliefert werden müssen. Wer als freier Dienstnehmer:in den hohen Zeitaufwand – und dadurch evtl. einen Dienstentgang – befürchtet, dem können wir evtl. mit einem Darlehensmodell, wie damals in der Pandemie praktiziert, entgegenkommen. Dabei kann man das vorgestreckte Geld dann später in Form von Kurseinsätzen zurückzahlen. © Houdek Photographie Hermann Wirrer Chefinstruktor Lkw/Bus
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