FT Insides - Dezember 2022
Fangen wir vorne an: Wann und wie bist du zur ÖAMTC Fahrtechnik gekommen? Das war 1996 über die Motorsport-Szene. Damals war ich schon einige Zeit Techniker, Koordinator und auch Beifahrer der österreichischen Rallye-Staatsmeister Raphael und Raimund Baumschlager. Durch meine Zeit beim Toyota Team Europe von 1991 bis 1993 und meine Arbeit fürs KTM Team konnte ich gute Kontakte knüpfen. Für KTM war ich Techniker und Fahrer des Technikteams bei der Rallye-Dakar von 2002 bis 2007. Raimund "Mundl" Baumschlager war zu der Zeit schon als Instruktor bei der Fahrtechnik in "aller Munde" und irgendwann bin ich dann über meine Erfahrung im Motorsportbereich ins Gespräch gekommen. Wir haben uns damals viel mit Fahrphysik beschäftigt und somit hatte ich in dem Bereich einiges an Erfahrung vorzuweisen. Raimund und Rudi Stohl haben Franz Wurz damals auf mich aufmerksam gemacht und ihn quasi aufs "Schlimmste" vorbereitet. Bei einem persönlichen Termin mit Franz Wurz hat er mir dann signalisiert, dass er sich über Zuwachs aus der Rally-Szene im Team freut, und so hab ich dann 1996 als Pkw-Instruktor begonnen. 2009 habe ich dann den gesamten Bereich Organisation und Infrastruktur in der ÖAMTC Fahrtechnik übernommen. Ein Teilgebiet deiner Aufgaben ist die Betreuung junger Fahrer:innen bei verschiedene Fahrsicherheits-, aber auch Motorsportevents. Beim FIA-Bewerb 'Best Young Driver Contest' begleitest du junge Autofahrer:innen auf dem Weg zum Sieg und bereitest sie auf die Wettbewerbssituation vor. Welche Fähigkeiten müssen Youngsters aus deiner Sicht mitbringen, um da überhaupt mithalten zu können? Klar, man muss Kampfgeist und Begeisterung für Wettbewerbssituationen mitbringen. Je höher das technische Verständnis, desto besser. Speziell beim 'Best Young Driver Contest' geht es nicht nur ums fahrerische Können , sondern auch um technische Komponenten: wie wechselt man einen Reifen unter Zeitdruck oder wie nutzt man moderne Fahrzeug-Kameras optimal. Außerdem muss auf die richtige Sitzposition und Lenkradhaltung geachtet werden. Es geht ja generell um Fahr- und Verkehrssicherheit. Der heurige Sieger Stefan Trimmel ist Kfz-Techniker und Programmierer bei Tesla, der Drittplatzierte Victor Sima beim Roten Kreuz – beide haben sich jetzt sogar dafür entschieden bei uns die Ausbildung zum Instruktor zu machen. Was würdest du sagen, sind die größten fahrerischen Herausforderungen bei den verschiedenen Wettbewerben? Die Zielsetzung und das Anforderungsprofil bei Förderprogrammen junger Motorsportler:innen sowohl bei der FIA wie auch beim österreichischen Racing Rookie, sind die gleichen. Beim Racing Rookie zählt neben fahrerischem Talent und Geschick das Bewältigen von Extremsituationen. Dabei sind Teamwork, technische Kompetenz sowie eine taktische Vorgehensweise gefragt. Ernest Loidl zählt zu den Urgesteinen der ÖAMTC Fahrtechnik. Seit über 26 Jahren betreut er namhafte Automobilhersteller bei verschiedenen Fahrtechnik-Events und leitet den Bereich "Organisation und Infrastruktur" von Teesdorf aus. Sein besonderes Interesse gilt der Jugendarbeit: Vom Start weg engagierte sich der Fahrtechnik- und Motorsport-Enthusiast beim Racing Rookie- Bewerb u. a. in der Rolle als Instruktor und Mentor für junge Motorsporttalente. Außerdem begleitet Ernest den FIA-Fahrsicherheitsbewerb für junge Menschen – den Best Young Driver Contest – mit seinem Know-How. Im Gespräch mit Ernest Loidl Der Tausendsassa
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