Ein Tag mit Schadensbegutachter David

Wenn's kracht und am Auto ein Schaden entsteht, kommt die Versicherung ins Spiel und mit ihr die Schadensbegutachter:innen. ÖAMTC-Profi David Kaiser ist einer davon.

Ein Schaden ist passiert, das Fahrzeug ­wurde beschädigt. Ist es ein Fall für die Versicherung, muss die Höhe des Schadens beziffert werden. Dafür prüfen und bewerten Schadensbegutachter:innen wie David Kaiser betroffene Fahrzeuge. Seit zwei Jahren ist er für den ÖAMTC in Zusammenarbeit mit verschiedenen Versicherungen unterwegs, um entstandene Schäden neutral zu begutachten.

1. Was fällt alles in deinen Aufgabenbereich?

Wir besichtigen Voll- oder Teilkasko- sowie Haftpflichtschäden aller Art. Dabei berechnen wir die Schadenshöhe und bewerten im Bedarfsfall das Fahrzeug. Wir klären nicht die Schuldfrage, sondern geben ein neutrales Gutachten ab. Zudem ermitteln wir z.B. bei Gebrauchtwagenkäufen den Neupreis und die Sonderausstattung für Kaskoneuabschlüsse bei Versicherungen.

2. Wie läuft eine Schadensbegutachtung ab? ­
Zunächst fahre ich zum Fahrzeug, das entweder in der Werkstatt, am Stützpunkt oder bei den Besitzern steht. Dort mache ich standardisierte Rundumaufnahmen des Wagens sowie Detailaufnahmen des beschädigten Bauteils. Weiters prüfe ich Fahrgestellnummer, Pickerl, vorhandene Altschäden und Bereifung. Ist alles geprüft und die Fotodokumentation abgeschlossen, verfasse ich meinen Bericht und kalkuliere den Schaden.

3. Deckt ihr dabei auch Unstimmigkeiten auf?
Es kommt hin und wieder vor, dass das vorliegende Schadensbild nicht zum Hergang im Unfallbericht passt, aber zumeist lösen sich Ungereimtheiten durch gezieltes Nachfragen oder Einholen ergänzender Unterlagen. Hilfreich bei unserer Tätigkeit ist auch der Einsatz eines speziellen Klebebandes, mit dem wir z.B. Farb- oder Partikelreste sicherstellen. Wir selbst sind aber kein CSI-Team, auch wenn wir die Spuren für etwaige chemische Analysen abnehmen (lacht).

4. Wie bist du zum ÖAMTC gekommen?
Ich war Kundendienstberater bei einem Autohersteller, bei dem ich häufig mit Schadensbegutachtern arbeitete. Das weckte mein Interesse, und ich bewarb mich. Meine Ausbildung als Karosseriebautechnik-Meister war dafür ideal.

5. Was magst du an deinem Job am meisten?
Die Mischung aus Kundenterminen und ­Homeoffice und dass ich die Termine selbst einteilen kann. Diese Freiheit schätze ich sehr.

Zur Person

David Kaiser, geboren 1991, lebt in Traismauer/NÖ mit seiner Familie.

Ausbildung: Meister in Karosseriebautechnik; mehrere Jahre Kundendienstberater bei VW.

Beim ÖAMTC: seit Februar 2023.

Einsatzgebiet: Krems, Tulln und St. Pölten; täglich rund 200 km unterwegs.

Hobby: Wenn es Zeit und Kinder erlauben, tischlert er gerne. Derzeitiges Projekt ist der Bau eines neuen Bettes.

Mehr zu Gelben Engeln hier: oeamtc.at/blog

Beispiel Tagesablauf:

Beginn: Meist um 7.30 Uhr. Vormittags fährt er zu Terminen mit Werkstätten und Privatpersonen, die er am Vortag eingeplant hat. Bis mittags erledigt er rund 10 Kundenbesuche, es folgt Büroarbeit im Homeoffice: Gutachten schreiben und Fotodokumentation erstellen, alles an Vorgesetzte weiterleiten. Täglich gegen 16.00 Uhr erhält er die Infos für den nächsten Tag. Darauf folgt Einteilung und Kontaktaufnahme mit Kunden. Ende: 16.30 Uhr.