Afrika im Zug entdecken
Das perfekte Afrika-Erlebnis für Einsteiger: 5 Gründe, den Süden des Kontinents mit einem ganz besonderen Zug zu erkunden – dem Pride of Africa von Rovos Rail.
Für viele Menschen ist Afrika das Traum-Reiseziel. Sie träumen von der faszinierenden Natur und der bunten Vielfalt der Kulturen, von den Big Five in freier Wildbahn und von atemberaubenden Landschaften. Doch gleichzeitig prägen oft Vorurteile und Schlagzeilen ihre Wahrnehmung – und sorgen dafür, dass die Afrika-Reise ein Traum bleibt. Man will ja möglichst sicher Urlaub machen und weder mit unstabilen Verhältnissen, Armut oder Hunger konfrontiert werden.
Aber das muss nicht immer so sein. Unter den mehr als fünfzig Staaten des Kontinents sind viele, die sich angenehm erkunden lassen, vor allem im Süden. Wer noch keine Afrika-Erfahrung hat und speziell Südafrika oder Namibia kennenlernen oder die Victoria Fälle bewundern möchte, tut gut daran, das mit diesem Zug zu tun. Hier sind fünf Gründe, warum eine Schienensafari mit dem von Rovos Rail betriebenen Luxuszug "Pride of Africa" ("Der Stolz Afrikas"), ein perfektes Einstiegs-Erlebnis ist.
1. Entspannt die Landschaft vorbeiziehen lassen
Heute wetteifern Züge darin, Menschen immer schneller von A nach B zu bringen. In Europa sind dabei Geschwindigkeiten von 200 km/h, in Asien 300 km/h keine Seltenheit mehr. Die reine Transportfunktion steht im Mittelpunkt, und wenn es im minutiös getakteten Fahrplan zu Verspätungen kommt, ist es vorbei mit dem Komfort. Man könnte ja etwas verpassen. Das Erlebnis, die vorbeiziehende Landschaft zu genießen, bleibt dabei auf der Strecke.
Ganz anders hingegen hier: Dieser Zug entschleunigt, weil er nicht mehr als Tempo 60 schafft; mehr wäre auf den manchmal maroden Gleisen auch gar nicht möglich. Und wenn es einmal ein bisserl Ruckeln sollte, nimmt man das, passend zum Ambiente des Zuges, als erlebte Nostalgie wahr. Obwohl die Loks und Waggons ganz und gar nicht zum alten Eisen gehören: Ihre Hardware ist zwar Vintage, aber sie wurden in den Rovos-eigenen Werkstätten auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Ihr Inneres wurde quasi entkernt und handwerklich perfekt mit holzvertäfelten, bequemen Suiten ausgestattet. So lässt sich die Route ganz entspannt genießen. Passend, obwohl für manche ein Wermutstropfen: Für Fahrgäste nutzbares WLAN gibt es keines im Zug, wer telefonieren, surfen oder für einen Anschlussflug einchecken möchte, ist angehalten, das im Abteil zu tun.
Fazit: Entschleunigung pur – auch vom Ablauf der Reise her.
2. Wie eine Kreuzfahrt auf Schienen
Pride of Africa: So heißen mittlerweile sechs nahezu identische Züge, die das 1989 von Rohan Vos (daher "Rovos") gegründete Unternehmen quer durchs südliche Afrika kreuzen lässt. Die Routen verbinden auf den Schienen der dort üblichen Kapspur (1.067 mm Spurweite) mehrmals pro Jahr Kapstadt und Pretoria bzw. umgekehrt (1.600 km, drei Nächte im Zug), führen von Pretoria nach Durban und umgekehrt (800 km, zwei Nächte) oder zu den Victoriafällen bzw. retour (1.400 km, drei Nächte). Darüber hinaus gibt es viel längere Routen durch Namibia, Sambia und nach Daressalam.
Der Vergleich mit einer (Schiffs-)Kreuzfahrt passt: Nur die Abfahrts- und Ankunftszeiten sind fix, alles andere ergibt sich. Sollte es einmal doch zu einer Verspätung kommen, beweist das Zug-Team seine Improvisationskunst. Wird eine Staatsgrenze überschritten, kümmert man sich auch um alle Grenzformalitäten – sogar in der Nacht. Wird diese im stehenden Zug verbracht, ist immer auch für Bewachung gesorgt.
Ein ausgebuchter Zug mit maximal 72 Passagieren ist bis zu 500 Meter lang und wird von 25 Mitarbeiter:innen betreut, die ständig an Bord sind. Auch das Gepäck bleibt die ganze Reise in der Suite (von „Abteil“ zu sprechen, wäre eine krasse Untertreibung), Kofferpacken erübrigt sich also. Und selbst für Wäscheservice (im Preis inkludiert) ist gesorgt.
Fazit: Wirklich wie eine Kreuzfahrt – auch was das Leben an Bord betrifft, zeigen sich viele Parallelen.
3. In den Tag hineinleben
Jede Suite ist mit Klimaanlage, Kühlschrank, Safe, Kleiderkasten, Steckdosen, USB-Anschlüssen, Bademänteln sowie Hausschuhen ausgestattet und verfügt über ein eigenes Badezimmer mit Dusche (eine Wanne ist der teuersten Kategorie vorbehalten) und WC. Sogar eine Art Skibrille ist vorhanden, sie schützt die Augen vor Fahrtwind und Funkenflug, wenn man den Kopf zum Abteilfenster hinausstreckt. Lust auf einen Frühkaffee im Bett? Kein Problem: Wasserkocher und Kaffeepulver machen es möglich.
Während man fürs Frühstück – das von 7 bis 10 Uhr serviert wird – einen der beiden Speisewagen ansteuert, wird die Suite bereits tagesfit gemacht. Um abends, wenn ab 19.30 Uhr das Dinner im Speisewagen serviert wird, wieder für die Nacht hergerichtet.
Sich’s gut gehen lassen. Untertags ziehen sich, wenn keine Exkursion am Programm steht, viele in die eigene Suite zurück, manche versinken im Loungewaggon in ihren mitgebrachten Büchern, andere bevölkern mit einem Kaffee (vormittags) oder einem Gin Tonic (nachmittags) die Sofas und Fauteuils im Barwagen. Das ist auch der kommunikativste Platz im Zug, schnell kommt man da mit anderen Mitreisenden ins Gespräch. Zumindest Englisch wird von den allermeisten Gästen verstanden und gesprochen. Was (dem Autor sehr positiv!) auffällt: So gut wie immer bekommt man einen Sitzplatz auf der halboffenen Aussichtsplattform am Zugende hinter der Bar. Von hier aus lässt sich die Landschaft am eindrucksvollsten in einem 270-Grad-Panorama erleben. Ein Fernglas mitzunehmen, schadet nicht: Es kann schon einmal vorkommen, dass der Zug anhält, wenn Zebras oder Giraffen in der Nähe der Gleise weiden.
Fazit: Faulenzen vom Feinsten zum großen Landschaftskino unterwegs. Bis dann die Stunde zum Wechsel der Kleidung kommt.
4. Genuss wird an Bord großgeschrieben
Zu dieser Art von Auferstehung des Goldenen Zeitalters der Zugreisen, die hier geboten wird, passt auch eine Kleiderordnung zum Dinner: Tagsüber ist Freizeitkleidung oder Smart Casual angesagt, abends sollte es – dem feinen Damast und den Kristallgläsern im Speisewagen angepasst – etwas formeller sein.
Haubenküche auf Rädern. Nach einem Sundowner auf der Aussichtsplattform kann sich das, was das Küchenpersonal auf engstem Raum zubereitet, sehen und schmecken lassen. Vier Gänge mittags und abends, stets mit vegetarischer Alternative und Bezug zur Region, die der Zug gerade durchquert. Alle Getränke sind dabei inkludiert – selbst die besten Weine Südafrikas und Cap Classique, der Sprudel nach Champagnermethode. Danach genehmigen sich viele noch einen Absacker im Barwagen, bevor es in die Heia geht.
Fazit: Stimmige kulinarische Erlebnisse, passend zum Ambiente des Zugs.
5. Ausgewählte Ausflüge
Die Landschaften, die der Pride of Africa durchquert, könnten unterschiedlicher nicht sein: die Halbwüste der Karoo-Ebene, die Savanne in Simbabwe, das grüne Kap-Weinland, die Drakensberge in KwaZulu-Natal und die ikonischen Baobab-Bäume beim Limpopo. Was bei einer Schiffskreuzfahrt die Landgänge sind, sind hier die Exkursionen auf jeder Reise: von der Besichtigung nahezu verlassener Orte über historische Diamantenminen bis hin zu mehrstündigen Safari-Trips. Alles wird immer gut erläutert.
Fazit: Perfekt organisierte Ausflüge auf jeder Route.
Nicht nur aus den beschriebenen fünf Gründen gilt eine Fahrt im Pride of Africa als idealer Einstieg in eine Afrika-Reise: Man sieht eindeutig mehr als von der Straße aus mit einem Leihwagen – vor Nachtfahrten sollte man sich aus Sicherheitsgründen ohnehin hüten. Man muss nichts extra organisieren, und man lernt im Zug stets auch erfahrene Afrika-Kenner kennen, die einen mit Tipps für den weiteren Verlauf der Reise versorgen. Was sich nach Ende der Zugfahrt für Südafrika-Erstbesucher anbietet, sind zum Beispiel ein paar Tage in Kapstadt, in der die Stadt umgebenden Weinregion, an der Garden Route oder eine ausgedehntere Safari.
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