Studie: Das Auto bleibt wichtig
Was bewegt Österreichs Autofahrer:innen wirklich – und wohin steuert die Mobilität? Die Kfz-Studie 2026 der Wiener Städtischen Versicherung liefert klare Antworten zu Antrieb, Sicherheit und Digitalisierung.
Die zentrale Erkenntnis: Das Auto bleibt für die meisten Österreicher:innen unverzichtbar. 65 Prozent messen ihm – beruflich wie privat – einen hohen Stellenwert bei. Im ländlichen Raum steigt dieser Wert auf 74 Prozent. Und besonders bei den 17- bis 30-Jährigen nimmt die Wichtigkeit des Autos zu. Die Kfz-Studie 2026 der Wiener Städtischen Versicherung, durchgeführt mittels Online-Interviews vom Gallup Institut mit 1.000 repräsentativ ausgewählten Personen zwischen 17 und 70 Jahren, zeigt aber auch, dass sich die Mobilität in Österreich spürbar wandelt.
Wichtige Anmerkung: Die Studie wurde zwischen dem 18. Februar und 3. März durchgeführt, die Antworten sind also laut der Wiener Städtischen Versicherung größtenteils nicht durch den Iran-Krieg und die damit einhergehende Spritpreisthematik beeinflusst.
Antriebe und Kaufabsichten
Auf Österreichs Straßen dominieren weiterhin klassische Verbrennungsmotoren: 58 Prozent der Befragten fahren einen Benziner, 37 Prozent einen Diesel. Nur 14 Prozent sind aktuell mit einem Hybrid- oder Elektrofahrzeug unterwegs. Dabei zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: 64 Prozent der Frauen wählen den Benziner, während 41 Prozent der Männer mit einem Diesel fahren.
Beim geplanten Autokauf – rund ein Viertel der Befragten erwägt einen Kauf innerhalb der nächsten zwölf Monate – bleibt der Benziner mit 34 Prozent vorne, doch Hybridmotoren holen mit 25 Prozent stark auf. Reine Elektromotoren liegen mit 14 Prozent an letzter Stelle.
Wer ein Elektroauto kaufen würde, ist mehrheitlich preissensibel: Knapp drei Viertel der Befragten würden maximal 30.000 Euro ausgeben. Zudem erwarten 60 Prozent eine Mindestreichweite von zumindest 400 Kilometern. Beim Autokauf insgesamt stehen Kosten (77 Prozent), Antriebsart (71 Prozent) und Verbrauch (64 Prozent) ganz oben auf der Prioritätenliste.
"Die Transformation der Mobilität ist in vollem Gange. Während alternative Antriebe zunehmend an Bedeutung gewinnen, bleibt der Verbrennungsmotor vorerst jedoch ein zentraler Bestandteil des Autokaufs."<br />
Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung
Nutzung des Autos
Auch Daten bezüglich der Nutzung des Autos wurden im Rahmen der Studie erhoben. Dabei zeigt sich, dass 83 Prozent der Österreicher:innen zwar nur maximal 50 Kilometer pro Tag zurücklegen, aber dennoch 79 Prozent mehrmals pro Woche ins Auto steigen – 45 Prozent sogar täglich. Im ländlichen Raum steigen diese Zahlen auf 86 beziehungsweise 55 Prozent.
21 Prozent der Befragten sind gerne besonders flott unterwegs und geben an, auf der Autobahn mehr als die erlaubten 130 km/h zu fahren. Die Gruppe der 31- bis 50-Jährigen sticht hierbei deutlich heraus. Die allgemeine Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn liegt übrigens bei 124,4 km/h. Zumindest laut den Fahrer:innen selbst muss man sich allerdings keine Sorgen um die Sicherheit machen, schließlich sehen sich 83 Prozent aller Befragten als sehr gute bis gute Autofahrer:innen. Männer tendenziell mehr als Frauen. Ein Schmunzeln ist an dieser Stelle wohl angebracht.
Spannend: Obwohl 82 Prozent die Zufriedenheit mit ihrer Kfz-Werkstätte mit einem Einser oder Zweier benoten, finden 83 Prozent die Preise der Werkstätten zu hoch.
Aktuelle Entwicklungen
Neben Antrieb und Kaufverhalten beleuchtet die Studie auch aktuelle Verkehrsthemen. Die neuen §57a-Prüfintervalle – künftig steht bei Neuwagen erst nach vier Jahren die erste Kontrolle an, danach alle zwei Jahre, ab dem zehnten Jahr jährlich – stoßen auf breite Zustimmung: Mehr als 70 Prozent der Befragten begrüßen die Neuregelung, die bereits ab Herbst 2026 gelten soll.
Gespalten zeigt sich Österreich hingegen bei der digitalen Vignette: Ab 1. Dezember 2026 läuft die Klebe-Vignette aus. 49 Prozent sehen darin eine Verbesserung, 51 Prozent empfinden die Umstellung als Zwangsdigitalisierung. Besonders die junge Generation bis 30 Jahre befürwortet die digitale Lösung mit 61 Prozent deutlich.
Beim Thema Alkohol-Wegfahrsperre – ein technisches System, das den Motorstart bei zu hohem Alkoholwert verhindert – sprechen sich zwei Drittel der Befragten dafür aus; Frauen mit 73 Prozent noch stärker als Männer mit 60 Prozent.
Autonomes Fahren bleibt zwiespältig: 46 Prozent sehen es als Risiko, nur 21 Prozent als Chance. Dennoch können sich 60 Prozent vorstellen, ein selbstfahrendes Fahrzeug zu kaufen, sobald es marktreif und zugelassen ist – Männer zeigen sich dabei deutlich aufgeschlossener als Frauen.