Vehicle-to-Grid: 5 Fakten

Vehicle-to-Grid, auch V2G genannt, verbindet E-Autos nicht nur mit dem Eigenheim, sondern mit dem gesamten Stromnetz. Die Technologie hat das Potenzial, Effizienz und Nutzen von Elektroautos auf ein neues Niveau zu heben.


 1. Wie V2G funktioniert

Vehicle-to-Grid basiert auf bidirektionalem Laden: Das Elektroauto bezieht Energie aus dem Netz und gibt sie bei Bedarf wieder zurück. Beim Laden wandelt ein Gleichrichter den Wechselstrom des Netzes in Gleichstrom für die Batterie um. Beim Rückspeisen kehrt ein Wechselrichter den Vorgang um.

Den Kommunikationsfluss zwischen Auto und Ladestation regelt der internationale Standard ISO 15118-20. Er steuert den Prozess sicher und schafft die technische Grundlage.

2. Welche Vorteile V2G bringt

E-Autos mit V2G können das Stromnetz stabilisieren und überschüssigen Wind- und Solarstrom speichern. Das reduziert den Bedarf an Netzinfrastruktur. Fahrzeughalter:innen können Strom zu Zeiten hoher Preise oder bei Bedarf zurückspeisen und so Einnahmen erzielen.

3. V2G-fähige Autos

Nissan Leaf und Nissan e-NV200 sind Pioniere auf dem Gebiet mit zahlreichen Pilotprojekten. Für 2026 ist die Technologie in Serie geplant.

Renault 5 E-Tech und Alpine A290 bieten ebenfalls bereits V2G – allerdings nur in Frankreich.

Volvo und Polestar führen in Schweden aktuell Tests durch.

Es gibt zudem von diversen Herstellern Modelle, die technisch V2G-ready ­wären, aber aktuell auf bidirektionales Laden und Vehicle-to-Home-Funktionen beschränkt sind. Sprich: Die nahtlose Anbindung ans Stromnetz fehlt noch. Oft ist sie nur eine Sache von Software-Updates. Für die nahe Zukunft sind viele V2G-fähige Modelle angekündigt.

4. Technische Voraussetzungen

Ein V2G-fähiges Elektroauto mit entsprechender Hard- und Software, eine bidirektionale DC-Wallbox sowie ein smartes Zählersystem für die Messung und Abrechnung sind Pflicht. Inzwischen gibt es auch Lösungen über AC-Wallboxen. Im Heimbereich koordiniert ein Heimenergiemanagement-System (HEMS) den Energiefluss zwischen Elektroauto, PV-Anlage, Haushalt und Netz. Das lokale Stromnetz muss zudem auf Rückspeisung vorbereitet sein.

5. Was aktuell möglich ist

Japan gilt als Vorreiter der Technologie, doch auch in den USA tut sich bereits ­einiges. In Frankreich ist V2G seit 2025 für Renault 5 E-Tech und Alpine A290 möglich, und auch in Großbritannien gibt es bereits den ersten landesweiten V2G-Stromtarif. In vielen anderen Ländern laufen (Pilot-)Projekte.

In Österreich bremsen fehlende gesetzliche Regelungen und wirtschaftliche Hürden V2G noch aus. Strom, der ins Elektroauto eingespeist und wieder zurückgeführt wird, wird unter Umständen durch Netzentgelte doppelt belastet. Im November 2025 verabschiedete das Parlament einen Entschließungsantrag für eine gesetzliche Regelung. Der Entwurf des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes sieht Befreiungen von Netzentgelten sowie die Förderung von Pilotprojekten vor. Die V2G Alliance Austria ­arbeitet an der Praktikabilität.

Wer ein V2G-fähiges Fahrzeug besitzt oder die Anschaffung plant, sollte die Entwicklungen verfolgen – die Technologie könnte in Österreich bald salon­fä­hig werden.