Test im Wandel
Vom Crashtest zur umfassenden Sicherheitsbewertung: So entwickelt sich die EuroNCAP-Bewertung weiter.
Wie sicher ist ein Auto bei einem Aufprall? Im Jahr 1997 wollte man darauf Antworten finden und begann deshalb mit einem Crashtest-Programm. Mittlerweile hat sich EuroNCAP (New Car Assessment Program) zu einer komplexen Sicherheitsbewertung entwickelt. Die Beurteilung von null bis fünf Sternen gibt Auskunft darüber, wie sicher ein neues Fahrzeug in allen Bereichen ist. Doch wer steht dahinter?
Wer ist der EuroNCAP?
EuroNCAP ist ein Zusammenschluss europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbände. Der ÖAMTC ist seit Beginn an dabei. Fünf Sterne beim EuroNCAP gelten seit jeher als Gütesiegel für die Sicherheit eines neuen Fahrzeugs. Anfänglich stand der Schutz der Insassen im Vordergrund. Mit der fortlaufenden technischen Entwicklung von Sicherheitsassistenten wurden die Anforderungen immer wieder erhöht.
"Das bedeutet auch, dass die Tests früherer Jahre nicht mehr mit aktuellen Ergebnissen vergleichbar sind", erklärt ÖAMTC-Techniker Thomas Hava. Was vor einigen Jahren noch für fünf Sterne, das bestmögliche Ergebnis, ausreichte, würde heute unter Umständen nur noch für ein schwaches Ergebnis mit wenigen Sternen ausreichen.
Vier Sicherheitsphasen als neues Grundgerüst
2026 erfolgt die größte Überarbeitung seit der Einführung der Gesamtbewertung im Jahr 2009. Nun werden insgesamt vier Sicherheitsphasen überprüft:
1. Sicheres Fahren
Sicheres Fahren umfasst Assistenzsysteme wie Spurhalteassistenten, Ablenkung, Tempolimit-Warnung und Fahrer:innenüberwachung. Ebenso im Fokus: die Benutzerfreundlichkeit der wichtigsten Bedienelemente. Zum Beispiel: Die Bedienung der Scheibenwischer über den Touchscreen statt über einen Hebel am Lenkrad wird nun negativ bewertet, da sie viel stärker ablenkt.
2. Unfallvermeidung
Getestet werden Brems-, Ausweich- und Kreuzungsassistenten oder der Schutz von Fußgänger- bzw. Radfahrer:innen.
3. Crash-Schutz
Das sind die klassischen Crashtests (Front, Seiten, Pfahl) mit Erwachsenen- und Kindersicherheit.
4. Sicherheit nach dem Unfall
Diese Kategorie bewertet Notrufsysteme, den Zugang für die Retter, das Brandrisiko sowie Hinweise für die Rettungskräfte. Dieses neue Schema wird nun alle drei Jahre aktualisiert, um sich jeweils der technischen Entwicklung anzupassen.