Citroën C4 Cactus: Ende des Dauertests

Nach einem Jahr und 38.000 Kilometern ist Schluss. Zeit für eine Bilanz: Was uns in dieser Zeit gut gefiel – und was weniger.

Zunächst aber eine kurze Cactus-Anekdote, Ort des Schauspiels ist eine Tankstelle mit Waschanlage im Süden Wiens. Wir steigen gerade aus, als der Tankwart ganz aufgeregt auf uns zu kommt, die Füße hurtigst einen vor den anderen setzend, den linken Arm schon fuchtelnd erhoben. Ganz offensichtlich suchte er unsere Aufmerksamkeit. Gefiel ihm der Cactus so sehr? Es wäre nicht das erste Mal, dass wir auf freudig erregte Gemüter treffen. Im Rahmen einer Baskenland-Reportage in Frankreich waren entzückte "Oh, une Cactus"-Ausrufe inklusive mehr oder weniger origineller Selfies quasi Begleitmusik. Warum nicht auch in Wien? Möglicherweise war der Herr Tankwart ein Exil-Franzose? Mitnichten. Das Einzige, das ihn an unserem Hello-Yellow-gelben Citroën interessierte, war, dass wir nur ja nicht in seine Waschanlage fuhren. Jetzt hatte er unsere volle Aufmerksamkeit. Aber warum denn nicht? Weil, wurden wir sogleich belehrt, die rotierenden Waschbürsten sich in den spitz zulaufenden, deutlich abstehenden Dachträger-Enden verheddern könnten. Ah ja.

Video zum Dauertest-Abschluss des Citroën C4 Cactus

Was uns gut gefiel.

Sein wirklich komfortables Fahrwerk, das Bodenwellen und kleine Schläge tadellos absorbiert, dabei aber nicht einmal ansatzweise an das Sänften-artige Fahrverhalten früherer Citroën erinnert.

Das faire Preis-Leistungs-Verhältnis. In der günstigsten Variante (82-PS-Benziner) kostet er knapp 14.000 Euro, für unseren Dauertester mit kräftigem Diesel (100 PS) und üppiger Shine-Ausstattung (inklusive Navi, Sitzheizung, Einpark-Assistent, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, 16-Zoll-Alufelgen, Audiosystem mit Festplatte etc.) werden rund 21.000 Euro verlangt (derzeitiger Aktionspreis für Lagerfahrzeuge: 18.790 Euro).

Die Airbumps. Ihnen sind sicherlich die dunklen Einsätze unterhalb der Scheinwerfer und an den Türen aufgefallen, technisch gesehen eine elastische Kunststoffschicht mit darunterliegenden Luftpolstern, die Lack und Blech vor Beschädigungen schützt. Smarte Idee, funktioniert toll, ist bei Bedarf schnell und kostengünstig ausgetauscht.

Das Panorama-Glasdach mit guter Wärmedämmung – macht sogar ein Rollo obsolet.

Sein Gewicht. Der Cactus ist erfreulich leicht, das wirkt sich positiv auf Handling (leichtfüßig nämlich) und Verbrauch (gering) aus. Die Kombination aus Leichtgewicht, eher lautem 1,6-l-Diesel und relativ lang übersetztem 5-Gang-Getriebe ergibt auf der auto touring-Normrunde löbliche 4,5 l/100 km, im gesamten Testzyklus waren es 5,2 l/100 km. 

Was uns weniger gut gefiel.

Die Art der Gewichtseinsparung – durch den Verzicht auf Wesentliches nämlich. Hinten gibt es beispielsweise nur Ausstellfenster, die Lehne der Rückbank kann beim Umklappen nicht geteilt werden, das ist mühsam.

Noch mühsamer ist die komplette Steuerung des Raumklimas via Touchscreen – Regler oder Schalter gibt es dafür nämlich keine. Der 7-Zoll-Touchscreen wiederum muss mit Nachdruck bedient werden, reagiert bei Kälte träge. Wäre er ein Smartphone, wir hätten ihn längst umgetauscht. Um Gewicht zu reduzieren, wurde offenbar auch auf Dämmmaterial verzichtet, weshalb es bei höheren Geschwindigkeiten im Innenraum laut wird.

Viele Einträge finden sich auch bezüglich der Sitze im Test-Tagebuch. Zwar wird ihnen prinzipiell ein ordentlicher Komfort bescheinigt, speziell bei längeren Fahrten aber die Rückenlehne (vor allem im unteren Bereich) dann doch als zu weich kritisiert.

Unsere Erfahrungen in Wort und Bild

Zeit, den Cactus noch ein letztes Mal zu überprüfen, Bilanz zu ziehen, die technischen Daten aufzulisten und die Kosten zu ermitteln. Eines vorweg: Der Cactus ist ein recht sparsames und preisgünstiges Auto, das zumindest in diesem einen Dauertestjahr einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat. 

Technische Daten, Kosten und finaler Check