Bereits zum zwölften Mal hat der ÖAMTC Kindersitze aus allen Gewichtsklassen einer strengen Prüfung hinsichtlich der Kriterien Sicherheit, Bedienung & Ergonomie, Schadstoffgehalt und Reinigung & Verarbeitung unterzogen. Die Testkriterien und das Testverfahren wurden gegenüber dem Jahr 2011 nicht verändert. Der Vergleich zum Vorjahr fällt allerdings eher ernüchternd aus. 2011 bekam immerhin ein Sitz die Note 'sehr gut', heuer keiner. Mit 'nicht genügend' wurde im Vorjahr nur ein Sitz bewertet. Dieses Jahr fielen gleich vier Produkte durch. Immerhin zwölf Produkte wurden mit 'gut' bewertet. Die Note 'befriedigend' wurde sechs Mal vergeben.
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Kindersitztest 2012
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22 Modelle geprüft – kein "sehr gut", vier Mal "nicht genügend"
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Nach hinten gerichtete Kindersitze bieten höchste Sicherheit
Beim Frontalaufprall haben sich die Ergebnisse früherer Tests bestätigt: bei allen sechs der in dieser Kategorie mit "sehr gut" beurteilten Sitze wird das Kind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung transportiert. Bei dieser Transportartart findet beim Aufprall nahezu keine Relativbewegung zwischen Kopf und Oberkörper statt, da der Kindersitz den gesamten Körper des Kindes abstützt. Die Belastungen sowohl für Kopf als auch für Nacken sind somit besonders gering.
Erhebliche Nachlässigkeiten beim Frontalaufprall weist der Peg Perego Viaggio Convertibile auf. Die verrutschende Fixierung der Höhenverstellung des Hosenträgergurtes hat schlimme Folgen: Der Dummy fällt zunächst ungebremst nach vorne, um Augenblicke später schlagartig vom Beingurt zurückgehalten zu werden. Massive Verletzungen können drohen.
Auch der Kiddy Guardianfix Pro fällt beim Sicherheitstest durch. Wird dieser nämlich nicht mit der optionalen Isofixhalterung montiert, rotiert der gesamte Sitz beim Aufprall aus dem Sicherheitsgurt und kommt später ungesichert im Fahrzeuginneren zu liegen. Mit Isofixhalterung montiert, tritt dieses Problem allerdings nicht auf.
Beim Seitenaufprall versagen Graco Junior Maxi und Graco Logico L. Bei Abnahme der für größere Kinder vorgesehenen Rückenstütze ist kein seitlicher Schutz mehr gewährleistet. Ein Kleinkind würde im Ernstfall ungefiltert gegen Seitentür und -fenster geschleudert werden.
Schadstoffprüfung zeigt positiven Trend
Bei der Prüfung auf Schadstoffe erhielten 16 der getesteten Sitze die Bestnote. Keines der getesteten Produkte ist so hoch belastet, dass es mit 'nicht genügend' bewertet werden musste. Gegenüber den letzten Tests ist damit ein positiver Trend zu erkennen. Besonders erfreulich ist das Ergebnis des Modells Maxi Cosi RodiFix. Der Vorgänger dieses Sitzes wurde im Vorjahr wegen stark erhöhter Phthalat-Gehalte mit "nicht genügend" bewertet. Der Hersteller hat reagiert und das Produkt bezüglich der Schadstoffbelastung deutlich verbessert.
Isofix-Befestigungssystem auf dem Vormarsch
Eine weitere positive Entwicklung ist die weite Verbreitung des Isofix-Befestigungssystems. Bereits jetzt sind rund 90 Prozent der Neufahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet. Auch der dritte Befestigungspunkt für den "Top Tether Gurt" ist mittlerweile bei nahezu zwei Drittel der neuen Fahrzeuge vorhanden. 15 der getesteten Modelle können zusätzlich oder ausschließlich via Isofix im Fahrzeug montiert werden. Durch Isofix wird sowohl die Gefahr von Fehleinbauten, als auch das Verletzungsrisiko der Kinder reduziert. Der Trend zu Isofix und Top Tether könnte sich noch weiter verstärken, denn ab November 2012 sind diese beiden Befestigungsmöglichkeiten obligatorisch für alle in der EU neu genehmigten Fahrzeugmodelle. Ab November 2014 müssen alle Neufahrzeuge, die in den Handel kommen damit ausgestattet sein.
Individuelle Kindersitzberatung hilft, richtiges Produkt zu finden
Die generelle Bilanz des diesjährigen Kindersitztests ist durchaus positiv. Es gibt für jede Altersgruppe mehrere gute Sitze, unter denen die Eltern auswählen können. "Selbstverständlich erfüllt allerdings nur der Kindersitz, der wirklich auf jeder Fahrt verwendet wird, seinen Zweck. Eine ÖAMTC-Erhebung aus diesem Frühjahr zeigt, dass 16 Prozent aller Kinder ungesichert unterwegs sind", appelliert Kerbl abschließend an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern.
Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen ÖAMTC Stützpunkten in ganz Österreich.
Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen ÖAMTC Stützpunkten in ganz Österreich.

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