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Das gläserne Auto

Datenschutz im Auto - was geschieht mit den vielen Daten, die Fahrzeuge liefern? Die Gefahren des gläsernen Autos.

Wer ein Smartphone besitzt und damit die vielen neuen Dienste nutzt, die es bietet, kann sich leicht vorstellen, was schon in naher Zukunft auf das Auto zukommt. Spätestens mit der Einführung von eCall in ein paar Jahren wird es selbst ans Internet angeschlossen sein - und zwar mit einer eigenen IP-Adresse, also einer klaren Identität im Web. Und mit einem GPS-Modul, das seine Position erfasst.

Viele Vorteile

Das hat viele Vorteile: So kann etwa das Fahrzeug bei einem schweren Unfall, bei denen die Crash-Sensoren die Airbags auslösen, selbsttätig eine Notrufzentrale alarmieren, die sofort einen Rettungswagen schickt und dabei gleich zum exakten Unfallort geleitet wird. Die Feuerwehr, die die Menschen aus dem Unfallauto befreien muss, kann auf dem Weg zum Einsatzort gleich über die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Modells informiert werden. Das System erlaubt aber auch, dass Fahrzeuge sich untereinander verständigen: Sollte jemand eine Panne haben und den Fahrstreifen blockieren, bekommen sich nähernde Autos eine Warnung.

Sicherheitsqualität hat ihren Preise

Diese neue Sicherheitsqualität hat aber ihren Preis. Anzunehmen, dass diese - an sich sinnvollen Dienste - ohne kommerzielle Hintergedanken in unsere Autos einfließen werden, erscheint weltfremd, denn ohne neue Geschäftsfelder wäre das alles entweder unfinanzierbar oder extrem teuer für den Fahrzeughalter.

Daher werden die Autohersteller, die ihre neuen Modelle bald mit eCall ausstatten müssen, möglicherweise ein erprobtes Geschäftsmodell übernehmen - und das Fahrzeug zum Smartphone werden lassen. Zumal die technischen Voraussetzungen dazu bereits jetzt in vielen Autos stecken: GPS, Kameras, Sensoren und Steuergeräte registrieren jede Menge Informationen und speichern vieles davon ab. Bloß die Vernetzung aller ermittelten Daten und ihr Weg ins Web fehlen noch - sind aber bereits im Anrollen.

Die Gefahren

Am Ende der Entwicklung könnte der gläserne Autofahrer stehen, der zwar viele neue Annehmlichkeiten genießt, schlussendlich aber die Rechnung zahlt: Denn sofern auf EU-Ebene nichts anderes beschlossen wird, fließen die Daten, die ein Auto ständig produziert, an den Hersteller. Der hat unbeschränkten Zugriff darauf und kann entscheiden, wem und zu welchen Bedingungen er die Daten zur Verwertung weitergibt.
 

Welche Daten man auslesen kann und was damit passieren kann, finden Sie hier.

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