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Autofahren im Alter - Der ÖAMTC beantwortet oft gestellte Fragen

Auch im hohen Alter fahren die meisten Menschen noch gerne Auto - viele auch deshalb, weil sie kaum Alternativen dazu haben.

Auch im hohen Alter fahren die meisten Menschen noch gerne Auto - viele auch deshalb, weil sie kaum Alternativen dazu haben. Und Angehörige machen sich Sorgen. Doch wie damit umgehen? Verkehrspsychologin Marion Seidenberger und Chefjurist Martin Hoffer vom ÖAMTC geben Antworten auf oft gestellte Fragen.

Wie lange soll, kann oder darf man überhaupt Auto fahren?

Für die Fahrtauglichkeit gibt es keine Altersgrenze. Manche zeigen bereits in jungen Jahren körperliche oder mentale Einschränkungen und sind dadurch nicht mehr in der Verfassung, ein Fahrzeug zu beherrschen oder die Rechtsvorschriften zu befolgen. Etwa wenn Bewusstsein und Handlungsfähigkeit kurzzeitig durch schlechten Gesundheitszustand, fehlende körperliche Fitness, Medikamente oder gar Drogen beeinträchtigt sind. Die medizinische Eignung muss also gegeben sein. Eine große Rolle spielt dabei der Hausarzt, der ins Vertrauen gezogen werden sollte. Er kann sinnvolle Ratschläge geben, etwa über mögliche Trainings- oder Therapiemöglichkeiten. Es ist aber klar, dass er seine Schweigepflicht nicht verletzen darf.

Woran merkt man selbst, dass es vernünftiger wäre, kein Fahrzeug mehr zu lenken?

Vor allem daran, dass einen das Verkehrsgeschehen und die Fahrzeugbedienung zunehmend stark fordern. Oder, dass man rascher an seine Fähigkeitsgrenzen herankommt, sich keine längeren Fahrten mehr zutraut, leicht in Beinaheunfälle oder gar Unfälle verwickelt wird. Weitere Indizien könnten sein, dass man gar nicht mehr so richtig Freude am Selberfahren spürt, möglicherweise auch, dass man aus der Familie oder aus dem Freundeskreis Hinweise erhält. Aber auch das ist nicht an ein biologisches Alter gebunden - es könnte ja auch auf jüngere Wenigfahrer zutreffen.

Haben ältere Menschen ein signifikant höheres Unfallrisiko?

Nein. Die allermeisten bringen mehr Erfahrung und weniger Risikofreude mit. Meist kennen sie auch ihre Belastungsgrenzen, vermeiden lange Fahrzeiten, Fahrten bei Schlechtwetter und widrigen Straßenverhältnissen. Sie müssen nicht zur Hauptverkehrszeit unterwegs sein, wissen strikter zwischen Alkohol und dem Fahren zu trennen, halten Tempolimits ein, vermeiden Ablenkungen durch Handy und Navi und bereiten sich auf ihre Fahrten gut vor. Sie legen öfter Pausen ein und vermeiden Nachtfahrten. Sie sorgen sich um ihre Gesundheit, konsultieren Ärzte und halten sich meist an deren Empfehlungen, etwa einen Sehtest zu absolvieren oder ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Wie bringt man ältere Leute dazu, nicht mehr Auto zu fahren?

Auch wenn das jetzt nicht plausibel klingen sollte: am besten gar nicht. Zumindest aber nicht selbst. Denn durch (zu) großen Druck erreicht man schwerer sein Ziel. Angehörige argumentieren meist defizitorientiert - aber wer hört schon gerne, was er alles nicht mehr kann? Selbst von den eigenen Kindern lässt man sich nicht gerne bevormunden. Die Folge: Senioren klappen dann gerne (so wie auch Jugendliche) die Ohren zu. Oder wollen erst recht beweisen, wie gut sie noch fahren. Die meisten hören lieber auf den Ratschlag ihres Vertrauensarztes. Ein Tipp wäre auch ein Fahrtechniktraining, um dort vom Wissen der Instruktoren zu profitieren und sich mit diesen auch persönlich auszutauschen. Oder man nimmt sich als Angehöriger Zeit und fährt ältere Menschen zu ihren Erledigungen: Die meisten von ihnen sind auch gerne Beifahrer.

Weitere Informationen:

Die Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Die der älteren Verkehrsteilnehmer zu sichern, muss ein Anliegen der Gesellschaft sein. Unter oeamtc.at/fitundaktiv finden Sie weitere Informationen, Studien und Verkehrssicherheitsaktionen des Clubs, wie bspw. "Mobil sein - Mobil bleiben", für die Generation 65plus.
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