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Was tun, wenn die Fluglinie die Rückerstattung nach annullierten Flügen verzögert?

Reisende warten oft monatelang auf ihr Geld - Mobilitätsclub fordert rasche Rückzahlung & stellt Musterbrief zur Verfügung.

Reisende © iStock/AzmanL
Flug annulliert © iStock/AzmanL

Das Coronavirus stellt die gesamte Reisebranche - auch Fluglinien - vor große Herausforderungen. Zahlreiche Flüge werden seit März annulliert. Obwohl der ÖAMTC die große finanzielle Belastung versteht, weist er auf das Recht der Passagiere hin, ihre Flugkosten rückerstattet zu bekommen.

Zeitspiel der Airlines – viele verweigern Rückerstattung nach annullierten Flügen

In den vergangenen Wochen wandten sich zahlreiche Mitglieder an die ÖAMTC-Rechtsberatung, um sich bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützen zu lassen. Laut europäischer Fluggastrechte-Verordnung sind Airlines dazu verpflichtet, Ticketpreis samt Steuern und sonstigen Abgaben innerhalb von sieben Tagen ab Mitteilung der Annullierung zurückzuerstatten. Das gilt sowohl für europäische Fluglinien als auch für Flüge außerhalb der EU, die in einem EU-Land starten. Angesichts der hohen Anzahl an Anträgen ist es für den Club verständlich, dass die 7-Tage-Frist derzeit nicht eingehalten werden kann. Die Abwicklung darf aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Momentan dauern Rückerstattungen von Airlines mindestens drei Monate, teilweise warten die Kunden bis zu sechs Monate auf ihr Geld.

Der Mobilitätsclub fordert die Fluglinien daher auf, das Geld der Kunden entsprechend der gesetzlichen Vorgaben rasch an die Kunden zurückzahlen. Der ÖAMTC stellt klar, dass Konsumentenschutz und Passagierrechte gerade in Krisenzeiten nicht ausgehöhlt werden dürfen.

Korrespondenz mit Airlines mühsam, teils keine oder stark verzögerte Reaktion

Die Kontaktaufnahme mit den Fluglinien gestaltet sich in vielen Fällen zäh. Es ist sehr mühsam, überhaupt das Anliegen der Rückforderung bei den Airlines zu deponieren. Oft erhält man als Reaktion ein allgemeines Mail mit der Info, wohin man sich wenden kann, und wird sozusagen im Kreis geschickt oder es gibt einfach ewig keine Rückmeldungen. Bei einigen Airlines bekommt man nicht einmal eine Empfangsbestätigung.

Der ÖAMTC fordert daher, dass die Fluglinien eine auffindbare Kontaktadresse angeben, klar kommunizieren und die Rückerstattung der Tickets zusichern. Dann ist auch ein Warten auf das Geld für die Kunden besser verkraftbar.

Nicht mit Gutscheinen abspeisen lassen – bei Insolvenz nicht abgesichert

Die von den Airlines nach den Corona-bedingten Stornierungen vielfach ausgestellten Gutscheine müssen die Kunden nicht akzeptieren. Zumal sie im Falle einer Insolvenz der Airline nicht abgesichert sind und man dann mit leeren Händen dastehen würde. Lehnt man den Gutschein ab, bleibt der Anspruch auf Kostenerstattung bestehen.

Neuerlich bekräftigt der Mobilitätsclub seine Forderung nach einer staatlichen Absicherung von Reisegutscheinen: Eine Zusage der österreichischen Regierung, den Wert von Gutscheinen im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters wie in Deutschland abzusichern, sodass die Kunden nicht mit einem wertlosen Stück Papier dastehen, würde der gesamten Branche und auch den Konsumenten helfen.

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