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Versicherung im Ausland - Geringe Deckungssummen

Im Ausland gibt es oft keinen ausreichenden Versicherungsschutz für Unfallopfer. Diese können dann auf Schadenersatzansprüchen sitzen bleiben.

Unfall © ÖAMTC
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Ist man in Österreich unschuldig in einen Autounfall verwickelt, muss man sich grundsätzlich keine Sorgen über die Kosten der eigenen Fahrzeugreparatur oder des Krankenhausaufenthalts machen. Denn beides bezahlt - wenn auch manchmal nach zähem Ringen - die Versicherung des schuldigen Unfallgegners. Im Ausland gibt es allerdings oft keinen ausreichenden Versicherungsschutz für Unfallopfer.

Schadenersatzansprüche bei Auslandsunfall

Zu niedrige Deckungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung bedeuten, dass Opfer auf Schadenersatzansprüchen sitzen bleiben können. Übersteigt der Schaden die Versicherungssumme, zahlt die Versicherung nur einen Teil der Schadenssumme. Den Rest muss der ausländische Unfallgegner aus dem eigenen Börsl bezahlen - und dort herrscht oft Leere.

Geringe Mindestdeckungssummen

Seit 2012 müssten EU-weit die Deckungssummen zumindest 1,12 Mio. Euro für Sachschäden und 5,6 Mio. Euro für Personenschäden betragen. In Österreich gilt seit Jänner 2017 eine pauschale Mindestsumme von 7,6 Millionen Euro. Allerdings hinken andere EU-Länder - darunter beliebte Urlaubsdestinationen wie Italien und Griechenland - noch weit hinterher. Auch in vielen Nicht-EU-Ländern ist die Situation prekär.

Urlauber, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, sollten sich also nach wie vor noch zu Hause um ausreichenden Versicherungsschutz kümmern. Neben einer eigenen Haftpflichtversicherung mit genügender Deckung sind eine Reisekaskoversicherung und eine Rechtsschutzversicherung wichtig.

Mindestdeckungssummen in Europa

Mindestdeckungssummen in der KH-Versicherung (Personenkraftwagen)

Vorsicht bei Unfall mit ausländischem Mietwagen

Wer mit einem gemieteten Fahrzeug einen Unfall verursacht, haftet mit seinem privaten Vermögen, wenn die Versicherungssumme für den ausländischen Mietwagen nicht ausreicht, um den Schaden abzudecken. Das kann im schlimmsten Fall zum finanziellen Ruin führen.

Der ÖAMTC rät, kein Fahrzeug anzumieten, für das nicht mindestens eine Haftpflichtdeckungssumme von drei Millionen Euro besteht. Das kann vor Ort einen ordentlichen Zuschlag bedeuten, aber das Risiko, im Schadensfall einen großen Teil selbst bezahlen zu müssen, ist bei den oft lächerlich geringen gesetzlichen Mindestdeckungssummen ungleich höher.

ÖAMTC-Tipps

Am besten den Mietwagen bereits zu Hause buchen und den entsprechenden Versicherungsschutz gleich dazu nehmen. Einige österreichische Haftpflicht-Versicherer bieten bei einem Unfall ihres Versicherungsnehmers mit einem ausländischen Mietwagen zusätzlichen Versicherungsschutz vor gegnerischen Forderungen an. So ist z.B. in der ÖAMTC-Kfz-Haftpflichtversicherung 1) eine kostenlose Lenkerhaftpflicht für Mietwagen im europäischen Ausland (für maximal 31 Tage) bis sieben Millionen Euro inkludiert. Außerdem vermittelt der ÖAMTC exklusiv für Mitglieder eine Reise-Vollkaskoversicherung 2) mit einer frei wählbaren Versicherungsdauer von zehn bis 62 Tagen.

*Versicherungsagent:
ÖAMTC Betriebe Ges.m.b.H., GISA-Zahl: 23409217 
Versicherer: 1) SK-Versicherung AG, 2) Generali Versicherung AG

Weitere Informationen zum Mietwagen und Versicherungsschutz finden Sie unter Mietwagen-Tipps.

ÖAMTC- Rechtsberatung

Gibt es nach einem Unfall Unklarheiten, empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit den ÖAMTC-Juristen, die unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar sind und sofort mit Rat zur Seite stehen. Mehr Infos unter ÖAMTC-Rechtsberatung.

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