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Andere Länder, andere Sitten

Wer auf Reisen geht, sollte sich über die jeweiligen Religionen, Traditionen und Gepflogenheiten der Urlaubsdestination informieren. Denn ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln wird in einigen Ländern nicht nur missbilligt, sondern kann sogar strafrechtlich verfolgt werden. In Thailand beispielsweise drohen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisaufenthalten, wenn man sich auf Buddha-Statuen setzt oder stellt. 

Andere Länder, andere Sitten © iStock / Ababsolutum
Andere Länder, andere Sitten © iStock / Ababsolutum

Asien - China, Japan, Thailand, Sri Lanka und Indien

In China, Japan und weiten Teilen Südostasiens begrüßt man sich mit einer kleinen Verbeugung - ohne direkten Augenkontakt. Ein tiefer Blick in die Augen des Gegenübers kann schnell als taktlos empfunden werden. Auch ein Schulterklopfen ist in den meisten fernöstlichen Ländern verpönt.

Während in vielen Ländern großer Wert auf gepflegte Tischmanieren gelegt wird, ist z.B. in China das Rülpsen und Schmatzen bei Tisch ein Zeichen dafür, dass das Gericht besonders gut schmeckt. Ein absolutes Tabu in China, Japan und Indien ist es, sich bei Tisch die Nase zu putzen. Auch sollten in China Essstäbchen niemals aufrecht in den Reis gesteckt werden. Dies ist nur bei den Opfergaben für die Ahnen üblich und soll Unglück bringen. Den Teller sollten man hier keinesfalls leer essen. Damit brüskiert man den Gastgeber, da es bedeutet, dass er zu wenig Speisen aufgeboten hat.

In Indien wird sehr häufig mit den Fingern gegessen. Zu beachten ist dabei, dass die linke Hand tabu ist, denn sie gilt als unrein.

Besucher der buddhistischen Heiligtümer, Tempel und anderer Wallfahrtstätten in Sri Lanka sollten dezent gekleidet sein – mindestens knielange Kleidung ist angemessen. Vor dem Eintritt müssen Schuhe und Kopfbedeckung entfernt werden. Darüber hinaus ist es verboten, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue fotografieren zu lassen. 

Begegnet man in einem Land mit hinduistischem Glauben einer Gruppe weiß gekleideter Menschen, handelt es sich vermutlich um eine Trauergesellschaft. Diese sollte selbstverständlich nicht fotografiert werden.

In Thailand gelten Füße als unrein, weshalb man immer darauf achten sollte, dass man beim Sitzen einem Thai nie die Fußsohlen entgegenstreckt. Die königliche Familie ist in Thailand ein absolutes Tabu-Thema, sie darf weder kritisiert noch beschimpft werden. Überdies gilt hier der Kopf als Sitz der Seele und ist somit der höchste Teil des Körpers. Außer den Eltern sollte daher niemand Kindern über den Kopf streichen.

Asien - Naher Osten

In muslimischen Ländern ist das Ablichten von Flughäfen, Bahnhöfen, Polizeistationen, Uniformierten und militärischen Anlagen streng verboten. Auch bei Kirchen, Moscheen oder Tempeln sollte man vorsichtig sein – fotografieren ist häufig untersagt.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) dürfen Touristen in Hotels und Restaurants, die eine entsprechende Ausschanklizenz haben, Alkohol trinken. Wer jedoch als Betrunkener in der Öffentlichkeit auffällt, macht sich strafbar.

Christliche Touristen in den VAE sollten Symbole sowie Bücher mit religiösen Inhalten möglichst nicht in der Öffentlichkeit zeigen, um sich nicht der Missionierung verdächtig zu machen, die in den VAE verboten ist. So sollten auch Kreuze unter der Kleidung und damit vor Blicken verborgen getragen werden.

Nichtmuslimische Touristen sollten es in den VAE vermeiden, den Namen Allahs oder des Propheten Mohammed in den Mund zu nehmen, geschweige denn ins Lächerliche zu ziehen.

Kurze Shirts oder Röcke, die viel nackte Haut offenbaren, werden in vielen Ländern des Nahen Ostens als Zeichen der Respektlosigkeit gedeutet. Bedeckte Schultern und knielange Bekleidung sind hier empfehlenswert. Ein Tabu ist in solchen Ländern das Sonnenbad "oben ohne".

Amerika - USA, Lateinamerika und Karibik

In den USA sucht man sich im Restaurant seinen Tisch nicht selbst aus. Man wartet am Eingang neben dem Schild „Please wait to be seated“, bis man vom Personal an den Tisch geführt wird. Bleibt man hier überdies nach dem Essen noch lange sitzen, macht man sich damit eher unbeliebt – es ist unüblich und gilt als unhöflich.

In Lateinamerika, insbesondere in Mexiko, sollte man nie pünktlich zu einer Party erscheinen – es sei denn, der Gastgeber fordert ausdrücklich dazu auf. Bis zu einer Stunde Verspätung wird erwartet.

In den streng katholischen Ländern Südamerikas sollten Urlauber nicht zu freizügig sein. So ist "oben ohne" in der Dominikanischen Republik sowie in vielen anderen Ländern Mittel- und Lateinamerikas nicht gern gesehen - mit Ausnahme der meisten hoteleigenen Strände.

Europa - Italien, Kroatien, Mallorca

Italien

Rom hat per Erlass neue Bestimmungen für Reisende eingeführt. So ist es beispielsweise verboten, eine Pause auf der berühmten Spanischen Treppe einzulegen – es drohen Strafen von bis zu 400 Euro. Verboten sind auch das Baden in Brunnen und das Flanieren ohne Shirt bzw. Hemd. Auch sogenannte "Pub Crawls", Kneipen-Hopping in größeren Gruppen, sind untersagt. Die italienische Hauptstadt will damit die Auswirkungen des Massentourismus beschränken.

Auch das Picknicken an historischen Plätzen ist in Italien untersagt: Zwei Backpacker in Venedig wurden für das Kaffeezubereiten mittels Campingkocher unter der Rialto-Brücke sogar mit 1.000 Euro bestraft.

In Triest ist es verboten, Gegenstände jeder Art an Bäumen anzubringen. Die Maßnahme zum Schutz der Bäume wurde einem Wiener Touristen zum Verhängnis, der eine Hängematte zwischen zwei Bäumen am Strand von Triest befestigt hatte. Er musste 300 Euro Strafe zahlen.

Markenpiraterie wird in Italien ebenfalls streng geahndet. Wer Produkte kauft oder annimmt, bei denen Marke oder Muster offensichtlich gefälscht sind, riskiert Strafen von bis zu 10.000 Euro und Warenkonfiszierung.

Kroatien

Kroatien ist für seine Trüffel bekannt. Wer sie als Mitbringsel in loser, unverarbeiteter Form mit nach Hause nehmen möchte, braucht dafür eine Ausfuhrgenehmigung des kroatischen Umweltministeriums. 

Wer mit Reisemobil oder Wohnanhänger unterwegs ist, sollte sich zum Übernachten einen offiziellen Stellplatz oder Campingplatz suchen. Denn freies Stehen auf Straßen, Parkplätzen oder Privatgrund ist in Kroatien streng untersagt – es drohen hohe Strafen. 

Die Wartezeiten an den Mautstationen im Sommer sind nicht nur auf Überlastung zurückzuführen. "Viele Urlauber wollen auch übrige Kuna-Münzen loswerden – das verzögert den Bezahlvorgang. Rascher geht es mit Bankomat- oder Kreditkarte.

Mallorca

Seit heuer ist der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit am Ballermann in Palma de Mallorca verboten. Die Getränke aus den dortigen Lokalen dürfen nicht mehr auf dem oft gleich angrenzenden Gehsteig konsumiert werden. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 3.000 Euro. Um die strengeren Normen durchzusetzen, wurden die Straßen rund um den Ballermann zu "Zonas de Especial Interes Turistico" (Gebiete von besonderem touristischen Interesse) erklärt.

Reiseplanung

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