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Richtige Helmabnahme nach einem Motorradunfall

Nach einem Unfall haben viele Menschen Angst, einem verletzten Motorradfahrer den Helm abzunehmen. Dabei kann Erste Hilfe Leben retten.

Noch immer geistern Schauermärchen herum, wonach Schädeldecken im Kopfschutz zurückbleiben. Das stammt noch aus der Zeit der "Topferl"-Helme, die in den fünfziger Jahren verwendet wurden.

Risiko Lähmung

Sehr oft ist auch davon zu hören, dass der Verunfallte bereits eine schwere Verletzung der Halswirbelsäule haben könnte und ein falscher Griff zu einer Lähmung führen kann. "Das muss man unter bestimmten Umständen in Kauf nehmen", erklärt ÖAMTC-Vizepräsident Harald Hertz. "Ist der Biker bewusstlos, wird er ohne Hilfe sicher ersticken. Da muss man auch die Gefahr einer Lähmung riskieren."

Solang der Verletzte bei Bewusstsein ist, soll er den Kopfschutz selbst abnehmen. Gegebenenfalls kann man ihm dabei behilflich sein. Bei Bewusstlosen müssen sofort Visier und Kinnriemen geöffnet werden, so Hertz weiter. Der Helm selbst kann nur von zwei Helfern entfernt werden.

Umsichtiges Arbeiten

Ein Retter fixiert den Kopf unter leichtem Zug in Längsrichtung an Nacken und Kinn. Der andere kippt den Helm vorsichtig nach hinten, bis die Nase unter dem Kinnbügel sichtbar wird. Danach wird der Kopfschutz vorsichtig abgezogen. Die ganze Zeit sollte dabei auf den Hals ein leichter Zug in Längsrichtung ausgeübt werden.

Handling der Helmverschlüsse

So unterschiedlich wie die Farben der Helme sind auch die Schließmechanismen ihrer Kinnriemen. Im Ernstfall wissen Helfer nicht, wie das Schloss richtig geöffnet werden kann. "Es ist höchste Zeit, dass sich die Hersteller auf ein einheitliches System einigen", fordert Hertz. Dann könnte im Erste-Hilfe-Unterricht anschaulich geübt werden.

"Doppel-D-Verschlüsse" im Rennsport

Doppel-D-Verschlüsse garantieren, dass der Kinnriemen auch wirklich fest angezogen ist und von jedem Helfer geöffnet werden kann. Bei handelsüblichen Helmen werden die Kinnriemen oft mit Walzenverschlüssen oder den unterschiedlichsten Steckschlössern gesichert. Eine oder zwei Tasten müssen zum Öffnen gedrückt werden. Wie, das weiß aber oft nicht einmal der Besitzer auswendig. Helfer finden sich dann schon gar nicht zurecht.

Klapphelme

Vorteil der Klapphelme: Visier und Kinnteil können nach oben gekippt werden, Helfer sparen sich die Helmabnahme. Die Tücke steckt aber im Detail: Die meisten Hersteller haben auf die gelb- oder orangefarbenen Entriegelungstasten zwar "press" geschrieben, ein Pfeil, in welche Richtung der Druck erfolgen soll, fehlt aber. Besonders bei einer Einhandbedienung ist die Taste - sie befindet sich meist an der Kinnspitze - nur schwer zu finden.
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