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Kommunikationssysteme für Motorradhelme

Im Auto ist es Alltag: Man hört die Anweisungen des Navis, kann mit seinem Beifahrer sprechen und per Freisprecheinrichtung telefonieren. All diese Dinge sind auch für Motorradfahrer möglich. Bluetooth, Funk oder Kabel? Die Vor- und Nachteile der Systeme im Überblick.

Motorradhelm © ÖAMTC
Motorradhelm © ÖAMTC

Der Markt für die Freisprecheinrichtungen und Navis für Motorräder ist mittlerweile sehr groß und vielschichtig. Der ÖAMTC hat daher einen Vergleich zwischen verschiedenen Kommunikations-Anlagen durchgeführt.

Bedienung der Geräte oft komplex

Die Bedienung der Geräte kann speziell in der anfänglichen Lernphase des Bikers sehr komplex sein. Gerade beim Motorradfahren ist die Konzentration des Lenkers ganz besonders gefordert. Der ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl gibt drei wichtige Sicherheitstipps:

  • Alle Einstellungen der Anlage sollten daher bereits vor der Fahrt abgeschlossen werden.
  • Etwaige Korrekturen sollten nicht während der Fahrt durchgeführt werden.
  • Nach Möglichkeit sollte man Kommunikations-Anlagen mit Sprachsteuerung oder Fernbedienung bevorzugen, damit stets beide Hände am Lenker bleiben.

Bluetooth, Funk oder Kabel?

Für Nahbereichsverbindungen, also die Kommunikation zwischen Fahrer und Beifahrer sowie die Verbindung zwischen Helm-Headset und Navi, Telefon oder MP3-Player eignen sich Kabelverbindungen oder moderne Bluetooth-Technik. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile: Beispielsweise ist für eine Kabel-Stecker-Verbindung keine eigene Energiequelle erforderlich. Bei Bluetooth-Geräten benötigt hingegen jede Komponente eine Batterie oder einen Akku. Dafür kann es bei Bluetooth zu keinem Kabelsalat kommen, der Platzbedarf ist wesentlich geringer.

Im Fernbereich, also zur Kommunikation zwischen Fahrer, Beifahrer und anderen Bikern, ist eine klassische Funkverbindung möglich, Bluetooth ist aber ebenfalls nutzbar. Ein großer Vorteil einer Funkanlage ist die weitaus höhere Reichweite, die auch ohne Sichtkontakt kaum störungsanfällig ist. Bluetooth hat hingegen u. a. den Vorteil, dass Konferenzschaltungen möglich sind.

Universelle oder spezifisch angepasstes Kommunikations-System?

Die meisten Kommunikations-Systeme für Motorräder sindUniversalanlagen: Ein kompaktes Gehäuse mit Drucktasten und Drehknöpfen, angebracht an der linken Seite des Helmes. Diese Systeme sind grundsätzlichfür alle Helmegeeignet und nicht vom Motorrad abhängig - sie enthalten alle relevanten Funktionen inklusive Energieversorgung. Vorteile: Die Anbringung ist meist einfach und kann auch vom Laien durchgeführt werden. Kauft man einen neuen Helm, kann man die Anlage "mitnehmen".

Spezifisch angepasste Kommunikations-Anlagenhaben ähnliche Funktionen, sind aber besser in den Helmintegriert. Dadurch sind sie weniger auffällig und stören weder Aerodynamik noch Akustik. Auch ist eine Beschädigung durch die weniger exponierte Position unwahrscheinlicher. Im Gegenzug sind diese speziellen Kommunikations-Anlagen allerdings an das Helmmodell gebunden und können auch nur durch einen Experten montiert werden.

Vor- und Nachteile im Überblick

Universalanlage Spezielle Anlage
Überwiegend einfache Anbringung der Anlage und des Headsets auch durch den Laien möglich Montage einzelner Anlage nur durch Fachmann möglich
Seitliche Anbringung verändert Erscheinungsbild des Helmes mit möglichen Auswirkungen auf aerodynamische und aeroakustische Eigenschaften Anlage wird meist gut am oder im Helm integriert, dadurch unauffälligeres Erscheinungsbild, keine oder nur geringe Störung der Aerodynamik und Aeroakustik
Bei Helmwechsel kann Anlage auch für anderes Helmmodell verwendet werden Anlage ist an Helmmodell gebunden
Durch die weitere Marktverbreitung der Universalanlagen einzelner wichtiger Hersteller werden Kompatibilitätsprobleme unwahrscheinlicher Aus der geringeren Marktverbreitung der speziellen Anlagen werden Inkompatibilitäten zu anderen Systemen möglich
Die exponierte Position an der linken Helmseite erhöht die Beschädigungsgefahr im alltäglichen Gebrauch Die meist geschickte Integration der Anlage am und im Helm schützt die Anlage im alltäglichen Gebrauch

Fahrzeugunabhängige oder fahrzeugbasierte Anlage?

Es gibt neben den Kommunikations-Systemen, die am Helm angebracht werden, also fahrzeugunabhängig sind, auch Geräte, die fest am Motorrad installiert sind. Die Signalübertragung an Fahrer bzw. Beifahrer erfolgt in diesem Fall über Kabel oder Bluetooth. Zu finden sind derartige Anlagen häufig auf großen Touren-Motorrädern. Dabei handelt es sich meist um Komponenten, die zwar hochwertig und robust sind, jedoch entsprechend Platz am Motorrad und einen Fachmann für den Einbau benötigen. Der Preis für fahrzeugbasierte Anlagen ist meist relativ hoch, auch die Kompatibilität mit fremden Produkten ist nicht zwangsläufig gegeben. Dafür sind die Geräte wesentlich besser vor Beschädigungen und Umwelteinflüssen geschützt.

Vor- und Nachteile im Überblick

Fahrzeugunabhängig Fahrzeugbasiert
Kein zusätzlicher Platzbedarf am oder im Motorrad Platz für Anlage am Motorrad (am Lenker oder hinter Verkleidung) muss vorhanden sein. Dies ist eher bei verkleideten Touren- oder Tourensportmotorrädern gegeben
Kein gesonderter Montageaufwand Montageaufwand für die In Montageaufwand für die Installation am Motorrad
Eigene Energieversorgung erforderlich (Akku in Gehäuse integriert oder gesondert am Helm angebracht) Energieversorgung kann über Bordstromversorgung des Fahrzeuges erfolgen
Bei günstigen Geräten meist einfache Bauweise mit relativ geringem Funktionsumfang Meist sehr hochwertige, robuste Komponenten
In einfacher Ausführung günstig Meist relativ teuer
Relativ unkompliziert mit anderen Bluetooth-Geräten kombinierbar Teilweise eingeschränkte Kompatibilität mit fremden Produkten
Funktionsumfang ist festgelegt. Kann lediglich im Rahmen von Software-Updates in kleinem Rahmen erweitert werden Je nach Anbieter ist Anlage um bestimmte Funktionen (Hardware) erweiterbar
Anlage am Helm kann bei unvorsichtiger Handhabung beschädigt werden Anlage ist wie im Auto vor Beschädigungen und Umwelteinflüssen geschützt
Motorrad

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