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„Pit Stop“ am C5

Gemeinsam trainieren, gemeinsam wachsen.

Im Einsatz gibt es viele Aufgaben, aber nur eine Crew. Fliegerische, medizinische und bergungstechnische Überlegungen greifen ständig ineinander. Jede Entscheidung beeinflusst den weiteren Ablauf, aber auch Informationen müssen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Teamarbeit ist deshalb vom ersten Moment an ein entscheidender Faktor.

Genau hier setzt ein neues Ausbildungskonzept am Christophorus 5 an. Anfang Oktober kam die Crew am Stützpunkt in Zams zu einem gemeinsamen Trainingstag zusammen. Der Name „Pit Stop“ ist dabei durchaus Programm. Wie beim Boxenstopp kommt es darauf an, dass jede:r seine Aufgaben kennt und die einzelnen Handgriffe ineinandergreifen. In der Flugrettung reicht dieses Zusammenspiel von der Einsatzplanung über die Versorgung und Bergung bis zum Transport.

Vom Handgriff zum Einsatz

Der Vormittag begann mit praktischem Skills-Training. Atemwegsmanagement, invasive Notfallmaßnahmen und der Umgang mit dem mechanischen Reanimationsgerät konnten gezielt geübt werden. Danach wurden die einzelnen Fertigkeiten in realitätsnahen Einsatzszenarien zusammengeführt. Nun galt es, medizinische Versorgung, Einsatztaktik und bergungstechnische Anforderungen als Team zu bewältigen.

Bei der Traumareanimation nach einem simulierten Forstunfall mussten lebensbedrohliche Blutungen und schwere Thoraxverletzungen rasch behandelt werden. Gleichzeitig galt es, Prioritäten festzulegen, Material rechtzeitig vorzubereiten und die nächsten Schritte innerhalb der Crew klar zu kommunizieren. Ein weiteres Szenario beschäftigte sich mit eCPR. Während die Reanimation weiterlief, musste frühzeitig geklärt werden, ob der Patient für eine entsprechende Weiterbehandlung infrage kommt. Gleichzeitig galt es mit der Klinik in Kontakt zu treten, um einen möglichst raschen Transport vorzubereiten. Medizinische Strategie und Transportplanung waren hier unmittelbar miteinander verbunden.

Weitere Stationen beschäftigten sich unter anderem mit der Bergung eines beatmeten Patienten, der Flugsicherheit und der Lawinenrettung.

Lernen im Team

Nach jedem Szenario nahm sich die Mannschaft Zeit für ein ausführliches Debriefing. Entscheidungen, Kommunikation und Abläufe wurden noch einmal betrachtet. Was hat gut funktioniert? Wo gab es Unklarheiten? Und was lässt sich beim nächsten Mal besser lösen? Gerade dieser Austausch macht den besonderen Wert des „Pit Stop“ aus. Jede:r bringt unterschiedliche Erfahrungen ein und lernt so die Sichtweisen der anderen Crewmitglieder besser kennen.

„Wir fliegen gemeinsam Einsätze und trainieren beim Pit Stop auch als Crew. Dabei lernen wir voneinander und stimmen unsere Abläufe besser aufeinander ab. Das stärkt die Mannschaft und verbessert die Versorgung unserer Patient:innen“, sagt Thomas Singer, Basemanager und Pilot.

Der nächste Pit Stop

Der Trainingstag soll am Christophorus 5 keine einmalige Sache bleiben. Die Crew möchte das Format jährlich wiederholen und weiterentwickeln. Wechselnde Schwerpunkte sollen dabei neue Impulse setzen und auch Erfahrungen aus dem Einsatzalltag aufgreifen. So wächst mit jedem Training nicht nur die Sicherheit in einzelnen Abläufen, sondern auch das Verständnis füreinander. Denn wenn es darauf ankommt, müssen aus unterschiedlichen Aufgaben gemeinsame Entscheidungen werden.