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ÖAMTC-Flugrettung: 21.650 Einsätze im Jahr 2025

Die Christophorus Crews brachten im Schnitt 59-mal täglich schnelle Hilfe aus der Luft.

Zu 21.650 Einsätzen wurden die Crews der ÖAMTC-Flugrettung 2025 alarmiert – das waren im Schnitt rund 59 Einsätze pro Tag.

"Nur gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort war und ist es uns möglich, so vielen Patient:innen zu helfen und unsere Rolle als Teil der kritischen Infrastruktur wahrzunehmen." betont Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung

Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.

"Diese Zahlen zeigen einmal mehr, wie wichtig ein dichtes Netz an Stützpunkten und bestens ausgebildete Teams – sowohl in der Luft als auch am Boden – für die medizinische Versorgung in Österreich sind. Unsere Crews stehen täglich dort im Einsatz, wo jede Minute zählt"

Die Einsatzzahlen im Überblick:

Stützpunkt

Standort

2025

2024

Christophorus 1

Innsbruck

942

775

Christophorus 2

Gneixendorf

1.342

1.470

Christophorus 3

Wr. Neustadt

1.275

1.149

Christophorus 4

Reith

999

1.022

Christophorus 5

Zams

930

894

Christophorus 6

Salzburg

1.735

1.867

Christophorus 7

Lienz

753

784

Christophorus 8

Nenzing

810

720

Christophorus 9

Wien

1.449

1.692

Christophorus 10

Linz

1.073

1.185

Christophorus 11

Klagenfurt

1.068

1.138

Christophorus 12

Graz

1.297

1.387

Christophorus 14

Niederöblarn

1.029

1.059

Christophorus 15

Ybbsitz

924

1.018

Christophorus 16

Oberwart

1.215

1.282

Christophorus 17

St. Michael

1.117

1.106

Christophorus 18

Frauenkirchen

1.208

1.020

Christophorus Europa 3

Suben

1.468

1.543

Christophorus 99

Niederöblarn

290

304

Zusatzmaschine

 

2

3

Christophorus ITH

Wr. Neustadt

724

785

Breites Einsatzspektrum

Wie in den Jahren zuvor wurden die ÖAMTC-Notarzthubschrauber auch 2025 zu unterschiedlichsten Einsätzen gerufen – von akutmedizinischen Notfällen über Unfälle aller Art bis hin zu Naturkatastrophen. Am häufigsten (10.159-mal, das entspricht 47 Prozent aller Einsätze) erfolgte die Alarmierung einmal mehr nach internistischen und neurologischen Notfällen. "Gerade bei diesen zeitkritischen Krankheitsbildern spielt der Geschwindigkeitsvorteil des Hubschraubers eine entscheidende Rolle und zeigt, wie unabdingbar eine flächendeckende Flugrettung in der modernen Medizin ist. Der rasche Transport in ein spezialisiertes Krankenhaus kann nicht nur lebensrettend sein, sondern führt in den meisten Fällen auch zu einer wesentlich günstigeren Prognose für die weitere Behandlung der Patient:innen", so Trefanitz. Weitere häufige Einsatzgründe: Unfälle in der Freizeit und im häuslichen Umfeld (12 Prozent) sowie Sport-und Freizeitunfälle im alpinen Bereich (ebenfalls 12 Prozent). Verkehrsunfälle waren nur in 8 Prozent der Fälle Grund für den Einsatz eines ÖAMTC-Notarzthubschraubers.

Saisonale Stützpunkte: Wintermonate im Fokus

Vier saisonal betriebene Stützpunkte ergänzen während der Wintersaison das Netz der ÖAMTC-Flugrettung: Alpin 1 (Patergassen), Alpin 2 (Sölden), Alpin 5 (Hintertux) und Alpin Heli 6 (Zell am See) wurden 2025 zu insgesamt 1.796 Einsätzen alarmiert. Auch hier spielte der Hubschrauber seinen Vorteil aus, sind doch die Einsatzgebiete in schneereichen, gebirgigen Regionen gelegen, die aus der Luft deutlich schneller erreichbar sind.

Die Einsatzzahlen der vier saisonalen Stützpunkte im Überblick:
Stützpunkt  Standort  2025 2024
Alpin 1 Patergassen 314 274
Alpin 2 Sölden 575 540
Alpin 5 Hintertux 388 328
Alpin Heli 6 Zell/See    519 465

Stillstand ist Rückschritt – und Lebensrettung bleibt Teamarbeit

Die Vision der ÖAMTC-Flugrettung ist es, zu jeder Zeit, an jedem Ort und unabhängig vom Wetter Leben zu retten. "Dieses Ziel verfolgen wir konsequent – so haben wir 2025 beispielsweise erstmals einen unserer Hubschrauber, Christophorus 14 in Niederöblarn, mit einer Rettungswinde ausgestattet. Damit können wir nun auch nachts Bergungseinsätze in schwer zugänglichem Gelände durchführen", erklärt Trefanitz. Derzeit handelt es sich noch um ein Pilotprojekt, die daraus gewonnenen Erfahrungen fließen in die Evaluierung zukünftiger Einsatzmöglichkeiten ein. "Damit wollen wir vor allem der nächtlichen Notfallversorgung ein weiteres wichtiges Mosaiksteinchen hinzufügen", so Trefanitz.

Ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, ob ein Notarzthubschrauber abheben kann oder am Boden bleiben muss, ist das Wetter. Auch hier gibt es mittlerweile technische Hilfsmittel, so zum Beispiel das in Klagenfurt (Christophorus 11) entwickelte und mittlerweile auch in Graz (Christophorus 12) eingesetzte Nebeldurchstoßverfahren. Eine besonders vielversprechende – weil von Infrastruktur am Boden unabhängige – Möglichkeit, den Nebel als Spielverderber auszuschalten: PinS (Point in Space), ein satellitengestütztes Instrumentenflug-Verfahren, das den Flug durch vordefinierte, hindernisfreie "Korridore" ermöglicht. "Hier arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern, den Ländern, an einer raschen Weiterentwicklung und Ausweitung bereits bestehender PinS-Korridore zu einem Netzwerk, das neuralgische Punkte in Österreich abdeckt, sozusagen 'Autobahnen in der Luft' mit definierten Abfahrten zu Krankenhäusern oder Landeplätzen", fasst Trefanitz zusammen.

Abschließend hält der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung fest: "Dass wir auch 2025 so vielen Menschen helfen konnten, ist das Ergebnis umfangreicher Trainings sowie perfekt eingespielter Teams – in der Luft wie am Boden. Vor Ort arbeiten unsere Crews Hand in Hand mit Partnerorganisationen – denn Lebensrettung ist und bleibt Teamarbeit."