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Drei Länder - Eine Leidenschaft: Flugretter stärken Zusammenarbeit in Nauders

Im April 2026 trafen in Nauders Teams aus drei Ländern zusammen - um grenzüberschreitende Rettung weiterzuentwickeln.

Nauders - Am 23. und 24. April 2026 wurde das Veranstaltungszentrum Nauders zum Treffpunkt der alpinen Flugrettung: Auf Einladung des Stützpunkts Christophorus 5 der ÖAMTC Flugrettung fand am Fuße des Dreiländergrenzsteins zwischen Nordtirol, Südtirol und der Schweiz das diesjährige Drei-Länder-Treffen statt. Ziel der Veranstaltung war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Einsätzen weiter zu stärken - ein Thema, das auch politisch zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Einsätzen

Neben den ÖAMTC-Stützpunkten C1 und C5 aus Tirol sowie dem C8 aus Vorarlberg nahmen auch die Pelikan-Teams 1, 2 und 3 sowie die Aiut Alpin Dolomites aus Südtirol teil. Die Schweiz war mit den Basen 5, 7 und 9 der Rega vertreten. Ergänzt wurde das Teilnehmerfeld durch die Leitstelle Tirol sowie die Flugpolizei Innsbruck.

Zusammenarbeit entscheidet

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Helmut Spöttl standen praxisnahe Vorträge und fachlicher Austausch im Mittelpunkt. Veranstalter war der Stützpunkt Christophorus 5 unter der Leitung von Stützpunktleiter Cpt. Thomas Singer, der die Bedeutung des Treffens unterstrich: „Gerade in Grenzregionen ist eine reibungslose Zusammenarbeit entscheidend, um Patienten schnell und bestmöglich versorgen zu können.“

Drohnen koordinieren mit Flugrettung

Ein weiterer Fokus lag auf neuen Einsatzmitteln und deren Koordination. Feuerwehrkommandant Christian Mayer aus Landeck sowie der Bezirksfeuerwehrkommandant von Kufstein und Drohnenbeauftragte der Feuerwehr Tirol, Andreas Oblasser, beleuchteten in ihrem Vortrag die wachsende Rolle von Drohnen im Einsatzgeschehen. Dabei wurde insbesondere die Abstimmung mit der Flugrettung thematisiert - ein Bereich, der in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.

Lehren aus Crans-Montana

Internationale Perspektiven brachte Patrick Maurer von der Rega Zürich ein. Er berichtete über die Brandkatastrophe in Crans-Montana und stellte die zentrale Frage, wie gut andere Regionen - auch Tirol - auf einen Massenanfall von Schwer- und Schwerstverletzten vorbereitet sind. Seine Ausführungen regten intensive Diskussionen an und machten deutlich, wie wichtig gemeinsame Strategien und abgestimmte Abläufe über Landesgrenzen hinweg sind.

Eine Leidenschaft verbindet alle

Unter dem Motto „Drei Länder - Eine Leidenschaft“ wurde während der zwei Tage vor allem eines sichtbar: die enge Kollegialität und das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, die bestmögliche Versorgung von Patienten sicherzustellen. Die Veranstaltung knüpft damit auch an aktuelle politische Entwicklungen an - zuletzt hatte der Dreierlandtag von Südtirol, Tirol und dem Trentino die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Rettungswesen ausdrücklich betont.

Das Treffen in Nauders zeigte eindrucksvoll, dass diese Zusammenarbeit bereits auf operativer Ebene gelebt wird – und weiter ausgebaut werden soll.

Einsatzkräfte aus drei Ländern im Austausch im Veranstaltungszentrum Nauders. Drei-Länder-Treffen in Nauders
Einsatzkräfte aus drei Ländern im Austausch im Veranstaltungszentrum Nauders