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Berufung Flugrettungssanitäter: Die Allrounder an Bord

Zwischen Himmel und Erde: Flugretter im Einsatz

"Flugrettungssanitäter sind heutzutage nicht nur für komplizierte Bergungen und als Assistenten des Notarztes tätig, sondern auch unterstützend an den fliegerischen Tätigkeiten im Hubschrauber beteiligt", beschreibt Bernd Lang, Leiter des ÖAMTC-AirRescueCollege das breitgefächerte Aufgabenspektrum eines Flugrettungssanitäters.

An der Schnittstelle

Die so genannten HEMS-Crewmember ("Helicopter Emergency Medical Service") sind de facto die Schnittstelle zwischen Flugbetrieb und Medizin. "In ihrer Funktion als 'Co-Pilot' bedienen sie einerseits den taktischen Funk und unterstützen den Piloten des ÖAMTC-Notarzthubschraubers bei der Navigation sowie der Luftraumbeobachtung", erläutert Lang.

"Andererseits kennen sie aber auch die Notverfahren, um bei möglichen Zwischenfällen helfen zu können." Bei der Patientenversorgung wiederum arbeiten sie Hand in Hand mit dem Notarzt und assistieren bei allen medizinischen Maßnahmen.

Crew muss perfekt harmonieren

"Da dem Flugrettungssanitäter im Teamgefüge eine tragende Rolle zugedacht ist, ist auch das Anforderungsprofil an ihn dementsprechend hoch", hält der ÖAMTC-Schulungsleiter fest. Voraussetzung für die Aufnahme als Flugrettungssanitäter ist daher neben der körperlichen Fitness eine abgeschlossene Notfallsanitäter- und Bergrettungsausbildung sowie andere technische (z.B.: Navigation, Sicherungskunde, etc.) und nicht-technische (z.B.: Kommunikation, Teamfähigkeit, etc.) Fertigkeiten.

Fähigkeiten prüfen

"Im Zuge eines dreitägigen 'Assessment Center' haben potentielle Flugrettungssanitäter zunächst einmal die Möglichkeit, diese Fähigkeiten unter Beweis zu stellen", erklärt Lang. "Hat man diese Selektion erst einmal positiv hinter sich gebracht, dauert es noch etwa 300 theoretische und praktische Ausbildungseinheiten, bis aus dem Notfallsanitäter ein HEMS-Crewmember geworden ist."

Ausbildung unterteilt sich in drei Basiskurse:

  1. In einem ersten Schritt werden alle Themenbereiche, entsprechend den europäischen Vorschriften, in Theorie und Praxis vermittelt.
  2. Praktische Einzelschulung, Einweisung am Stammstützpunkt und Supervisionsflüge (Begleitflüge unter Einsatzbedingungen) erleichtern in weiterer Folge den Übergang vom 'Klassenzimmer' zum Einsatzbetrieb.
  3. Am Ende des HEMS-Crewmember Lehrganges ist noch eine schriftliche und praktische Abschlussprüfung zu meistern, in der nochmals alle essentiellen Elemente überprüft werden.

Letzten großen Ausbildungsblock

"Beim letzten Training werden die zukünftigen Flugrettungssanitäter auf ihre Rolle als Bergungsspezialisten vorbereitet", so der ÖAMTC-Schulungsleiter. "Alle Bergeverfahren werden nun auch praktisch mit dem Hubschrauber geübt." Abschließend gibt es noch eine Abschlussprüfung, in der eine gestellte Einsatzsituation zu bewältigen ist.

Laufende Trainings & Weiterbildung

Auch nach Abschluss der Ausbildung ist noch lange nicht Schluss mit dem Lernen und Üben. "Um die verschiedenen Aufgaben des tagtäglichen Einsatzgeschehens sicher durchführen zu können, ist permanente Weiterbildung gefordert. Diese reicht von verpflichtenden Diensten über jährliche Trainings bis hin zu Rezertifizierungen", hält der ÖAMTC-Flugrettungsexperte abschließend fest.

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Thema Flugrettung

Die ÖAMTC-Flugrettung fliegt jährlich rd. 18.000 Einsätze. Das Ziel: Menschen, die in Not geraten sind, zu helfen. Tausende Menschen verdanken der schnellen Hilfe aus der Luft ihr Leben und noch eine viel größere Zahl hat sich lange Aufenthalte in Krankenhäusern erspart.

© ÖAMTC
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