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Zu geringer Reifendruck kann gefährlich werden

Regelmäßige Kontrolle aller Räder wichtig, Reifendruck-Kontrollsysteme hilfreich

Im Laufe der Zeit verlieren Reifen immer ein wenig Luft, allerdings ist selbst deutlich zu wenig Druck mit freiem Auge kaum erkennbar. "Zu geringer Reifendruck kann jedes Brems- oder Auslenkmanöver gefährlich machen", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der falsche Reifendruck kann in Extremsituationen das Fahrverhalten des Autos maßgeblich beeinflussen und den Lenker rasch überfordern. "Der Bremsweg kann sich drastisch verlängern und die Haftung in Kurven sowie bei Aquaplaning ist deutlich schlechter", warnt Kerbl. "Das kann zu Unfällen führen, z. B. wenn eine Notbremsung mit Auslenken auf nasser Fahrbahn erforderlich wird."

Daher muss der Reifendruck regelmäßig kontrolliert werden. Pkw, die seit 1. November 2014 in der EU neu zugelassen sind, verfügen über ein Reifendruck-Kontrollsystem, das einen Druckverlust in einem oder allen vier Rädern anzeigt – üblicherweise mit einer gelben Warnleuchte, die die stilisierte Form eines Reifenquerschnitts mit einem Rufzeichen darin hat. "Die Reifendruck-Kontrollsysteme der Autos sind hilfreich. Sie sind aber sehr unterschiedlich, nicht alle zeigen, welcher Reifen zu wenig Luft hat. Also sollte man immer den Druck an allen vier Rädern prüfen", empfiehlt der ÖAMTC-Techniker. 

Der ÖAMTC hat das Fahrzeugverhalten bei falschem Reifendruck untersucht. Dabei wurde das Fahren mit zu wenig Luftdruck an einem oder an allen vier Reifen mit unterschiedlicher Beladung nachgestellt. Die Ergebnisse:

* Zu wenig Luftdruck in allen vier Reifen: Ist der Luftdruck in allen Reifen zu gering, verschlechtern sich mit Ausnahme der ABS-Bremsung alle sicherheitsrelevanten Kriterien. "Der richtige Reifendruck ist auch für den Rollwiderstand und damit für den Kraftstoffverbrauch mitentscheidend", so der ÖAMTC-Techniker. "Bei vier Reifen mit 1 bar zu geringem Luftdruck muss bei einem Kompaktwagen mit einem Kraftstoff-Mehrverbrauch von mindestens 0,3 l/100 km gerechnet werden."

* Zu wenig Luftdruck in einem Vorderrad: Auch zu geringer Luftdruck in einem Vorderrad lässt den Kraftstoffverbrauch steigen. Außerdem werden die Fahreigenschaften auf trockener wie auf nasser Fahrbahn mit abnehmendem Reifendruck immer schlechter und elektronische Fahrsicherheitssysteme wie ABS können beim Bremsen nicht mehr optimal arbeiten.

* Zu wenig Luftdruck im Hinterreifen: In Fahrsituationen, in denen die Hinterachs-Reifen Seitenführungskräfte übertragen müssen – z. B. bei plötzlich notwendigem Spurwechsel oder unerwartet enger werdenden Kurven – kann das Fahrzeug durch zu geringen Reifendruck ohne Vorwarnung ins Schleudern geraten.

Richtige Reaktion bei plötzlichem Druckverlust

Grobe Defekte, wie etwa abgerissene Ventile, große Fremdkörper, oder heftige Randsteinkontakte können zu plötzlichem Druckverlust in einem Reifen führen. Der Reifen walkt dadurch und zieht das Auto auf eine Seite. "Bei einem plötzlichen Druckverlust ist es wichtig, das Lenkrad mit beiden Händen festzuhalten und das Fahrzeug ruhig ausrollen zu lassen. Wenn notwendig, gefühlvoll bremsen. Ja nicht heftig lenken oder bremsen, sonst verstärkt sich die Ziehwirkung." 

Abschließender Tipp des Experten: "Verliert ein Reifen deutlich Luft, muss er nicht zwangsläufig komplett ersetzt werden. Ist beispielsweise ein Nagel oder ein ähnlicher Fremdkörper die Ursache, kann der Reifenfachhandel eine solche Undichtigkeit in kurzer Zeit und kostengünstig bedenkenlos reparieren." Bei größeren Schäden kommt man um einen Ersatz nicht herum – der Club empfiehlt Reifen aufgrund der Auswirkungen auf das Fahrverhalten nicht einzeln, sondern zumindest achsweise zu ersetzen. 

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
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