Presse

PRESSE

Unfallrisiko im Herbst und Winter erhöht – vor allem Fußgänger gefährdet

Jeder zweite tödliche Fußgänger-Unfall geschah 2019 bei Dämmerung und Dunkelheit – erhöhte Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer unerlässlich

Im Herbst und Winter wird auch der tägliche Arbeits-bzw. Schulweg in die Dämmerung bzw. Dunkelheit verlegt. "Die schlechten Sichtverhältnisse, teils noch verschlimmert durch Nebel oder Regen, läuten herausfordernde Monate für alle Verkehrsteilnehmer ein", sagt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. "Die Unfallstatistik bestätigt, dass in den Monaten Oktober bis März deutlich mehr Unfälle bei Dämmerung und Dunkelheit geschehen." Das liegt auch daran, weil sich die "Stoßzeiten" des Berufsverkehrs in die dunklen Stunden verlagern. Fußgänger als ungeschützte Verkehrsteilnehmer sind dann besonders gefährdet, auch weil die Unfallfolgen oft drastisch sind: Knapp jeder zweite tödliche Fußgänger-Unfall geschah 2019 bei Dämmerung und Dunkelheit. Und auch für Fahrradfahrer ist das Unfallrisiko erhöht, die Folgen fatal: Jeder vierte tödliche Fahrradunfall ereignete sich 2019 bei Dämmerung bzw. Dunkelheit. Der Mobilitätsclub appelliert daher an die erhöhte Rücksichtnahme und Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer.

56 Schulweg-Unfälle bei Dämmerung und Dunkelheit 2019 – Vorsicht an neuralgischen Punkten

Die schlechteren Sichtverhältnisse können insbesondere auch für Kinder zur Gefahr werden: 2019 ereigneten sich in Österreich 56 Unfälle mit Personenschaden auf dem Schulweg bei Dämmerung und Dunkelheit (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung ÖAMTC-Unfallforschung). Die Kinder waren dabei am häufigsten als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs. Alle Verkehrsteilnehmer sind bei schlechter Sicht herausgefordert – u. a. wird die Reaktionsschnelligkeit durch die spätere Wahrnehmung bei Dunkelheit beeinträchtigt. Auch deshalb ist die gegenseitige Rücksichtnahme aller gefragt. "Lenker sind angehalten, bei schlechten Sichtverhältnissen vorsichtig und vorausschauend zu fahren und ihre Geschwindigkeit anzupassen", sagt die Expertin des Mobilitätsclubs. "Besonders aufmerksam sollten Autofahrer im Kreuzungsbereich, im Freiland am Fahrbahnrad und im Haltestellenbereich auf Fußgänger und Radfahrer achten." Dämmerungs- u. Nachtfahrten werden zudem von Lenkern als anstrengender empfunden, da die allgemeine Konzentration und die Leistungsfähigkeit der Augen besonders beansprucht werden.

Wie Fußgänger und Radfahrer sicherer unterwegs sind – Reflektoren sinnvoll

Die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern lässt sich erhöhen, indem sie dafür sorgen, besser sichtbar zu sein. "Reflektoren sind dabei eine sinnvolle Investition. Sie sorgen dafür, dass man von einem Autolenker bereits auf eine Entfernung von 130 bis 150 Metern erkannt wird", erklärt ÖAMTC-Expertin Seidenberger. "Ist man ohne Reflektoren, dunkel gekleidet bzw. ohne Beleuchtung am Rad oder Roller unterwegs, wird man bei schlechter Sicht erst ab etwa 25 bis 30 Metern wahrgenommen. Dann kann es für den Autofahrer bereits zu spät sein, rechtzeitig und richtig zu reagieren." Fußgänger und Radfahrer im ländlichen Bereich sollten zudem möglichst weit am Fahrbahnrand gehen bzw. fahren, sofern es keine andere Möglichkeit gibt. Besser ist es jedoch, einen abseitigen Geh- bzw. Radweg zu nutzen – auch, wenn dadurch kleinere Umwege entstehen, dient es der eigenen Sicherheit. "Mögliche Ablenkungen, z. B. durch Kopfhörer oder Smartphone stellen ein zusätzliches Risiko dar. Daher gilt besser die volle Konzentration dem Gehen bzw. Radfahren", rät die Expertin. "Hundebesitzer sollten auch auf eine 'kurze Leine' achten – vor allem Radfahrer könnten die dünne Laufleine im Dunkeln leicht übersehen und Stürze die Folge sein."

Auch seitens Infrastruktur erkennt Seidenberger Handlungsbedarf. So sollten schadhafte Laternen, Straßenbeleuchtungen oder beschädigte Ampeln sofort ausgetauscht werden. Auch Verkehrszeichen gehören regelmäßig kontrolliert und bei Verschmutzung rasch gereinigt.

Hilfsmittel zur Erhöhung der Sichtbarkeit, wie das Kindersicherheitsset mit reflektierenden Stickern, gibt es an allen Stützpunkten des Mobilitätsclubs. Viele Produkte aus den ÖAMTC-Shops, wie einen Fahrradhelm mit inkludierter Beleuchtung, kann man auch per Click & Collect bestellen und abholen – Infos unter www.oeamtc.at/shop.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at

Artikel drucken Pressemappe herunterladen

Bilder & Grafiken

Sichtbarkeit im Dunkeln ©  ÖAMTC/Postl Sichtbarkeit im Dunkeln © ÖAMTC/Postl
Sichtbarkeit im Dunkeln © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger Sichtbarkeit im Dunkeln © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Sichtbarkeit im Dunkeln: E-Tretroller © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger Sichtbarkeit im Dunkeln: E-Tretroller © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Kontakt

Öffentlichkeitsarbeit

Bei allen Fragen zum Thema Mobilität, z. B. Crashtests, Kraftstoffpreisen, Gesetzesinitiativen, Unfallstatistiken, alternativen Antrieben, Pannenhilfe und Einsatzzahlen sowie sämtliche Fragen zu Reise, Fahrtechnik und Flugrettung.

Mobilitätsinformation

Bei Fragen zur aktuellen Verkehrslage und Straßeninfrastruktur sowie Telematik.