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ÖAMTC warnt vor Wildunfällen im Frühjahr

Immer wieder Tote – größte Unfallgefahr durch riskante Ausweichmanöver  

Wildtiere sind im Frühjahr sehr aktiv, entsprechend steigt gerade die Gefahr von Wildunfällen. Zusammenstöße mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen bergen auch für Autolenker Risiken. "Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 kg schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht zwei Tonnen", erklärt Roland Frisch von der ÖAMTC Fahrtechnik. Die größte Gefahr droht Autofahrern jedoch durch riskante Ausweichmanöver. "Wenn man mit dem Auto im Gegenverkehr landet oder einen Baum am Straßenrand touchiert, sind die Folgen dramatischer als bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier" so Frisch. Ist eine Kollision mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr bei einem Crash mit einem Wildtier für Autoinsassen relativ gering.

Unfälle bei Dunkelheit am häufigsten

Im Jahr 2016 ereigneten sich auf Österreichs Straßen 261 Wildunfälle, bei denen auch Personen zu Schaden gekommen sind. Es wurden 293 Menschen verletzt und eine Person getötet. Die meisten Wildunfälle passierten in Niederösterreich (83) vor Oberösterreich (45), der Steiermark (44), Kärnten (35), dem Burgenland (20), Tirol (19), Salzburg (9) und Vorarlberg (6)*. Hier nicht einberechnet sind Unfälle, die nur zu Sachschäden führen, da diese in der Unfallstatistik nicht erfasst sind. Mehr als die Hälfte aller Wildtierunfälle passieren bei Dunkelheit. In den vergangenen Jahren gab es in der Zeit von 5 bis 7 Uhr sowie von 20 bis 23 Uhr und in den Monaten April bis September besonders viele Unfälle.

Wildunfälle vermeiden – Vorsicht bei Warnschildern, Fernlicht aus, hupen

Entscheidend ist generell nicht nur der Blick nach vorne, sondern auch die Sicht seitlich neben das Fahrzeug. "Sieht man ein Wildtier, muss man die Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Hat das Tier die Fahrbahn überquert oder läuft davon, heißt es weiter vorsichtig sein, da Wildtiere oft in Gruppen unterwegs sind", erklärt Frisch. Um Unfälle zu vermeiden, sollte man im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern besonders aufmerksam fahren, den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß halten und bremsbereit sein.

Achtung – wer unerwartet bremst, riskiert Mitverschulden

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Fahrzeuglenker nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. "Wer also wegen eines Tieres bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden", erklärt ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried die rechtliche Situation. "Die Judikatur hat sich allerdings dahingehend entwickelt, dass bei einem Zusammenstoß mit einem großen und schweren Tier wie einem Wildschwein, Reh oder Hirsch die Gefahr einer Verletzung des Lenkers als so groß gilt, dass nach einem Unfall aufgrund einer Vollbremsung dem Vordermann kein Mitverschulden angelastet wird. Das gilt auch dann, wenn mehrere Tiere die Fahrbahn überqueren."

Nach dem Wildunfall – Unfallstelle absichern, Polizei verständigen

Nach einem Unfall mit einem Wildtier ist Folgendes zu tun: Nach Möglichkeit an sicherer Stelle halten, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, eventuell verletzte Personen versorgen und Polizei (oder, wenn bekannt, den Jagdaufseher) verständigen, auch wenn das (verletzte) Tier weiterläuft. Die so genannte "Blaulichtsteuer" fällt in der Regel nicht an. Verletzte Tiere nicht berühren oder mitnehmen. Wer ein verletztes oder getötetes Wild mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Wildschadenhilfe durch Kaskoversicherung & ÖAMTC-Schutzbrief

Bei Wildunfällen bekommt man den Schaden am eigenen Auto nur von der Kaskoversicherung ersetzt. Für diese braucht man eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls. Versicherungsschutz bietet auch der ÖAMTC-Schutzbrief. Wurde ein Fahrzeug, das auf eine schutzbriefgeschützte Person zugelassen ist, durch einen Wildunfall in Österreich (oder im Gültigkeitsgebiet des Schutzbriefes im Ausland) beschädigt, werden 80 Prozent der Reparaturkosten bzw. des Selbstbehaltes (bis maximal 600 Euro) rückvergütet.

* Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung – Daten für 2017 stehen noch nicht zur Verfügung.

Rückfragehinweis:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
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