ÖAMTC warnt vor gravierenden Sicherheitsproblemen bei zwei Kindersitzen
Babyschale "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und Kleinkindersitz "Axkid Minikid Core" offenbaren erhebliche Sicherheitsrisiken
Noch während des laufenden Kindersitztests im Herbst 2026 warnt der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Partnerclubs ausdrücklich vor den Modellen "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und "Axkid Minikid Core". Beide Sitze zeigten beim Frontalaufpralltest gravierende Sicherheitsmängel.
"Wir erachten das von diesen Sitzen ausgehende Sicherheitsrisiko für so hoch, dass wir uns in der Pflicht sehen, noch vor Veröffentlichung der Gesamtergebnisse am 20. Oktober 2026 auf das gefährliche Verhalten der beiden Modelle aufmerksam zu machen", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.
Beim Frontalaufpralltest werden die Kindersitze auf einer handelsüblichen Rückbank montiert. Diese wird auf einem Metallschlitten dann auf 50 km/h beschleunigt und anschließend abrupt abgebremst. Für die beiden Kindersitzmodelle war diese Belastung bereits zu hoch. "Beim Modell von Britax Römer öffnete sich das Gurtschloss des Hosenträgergurtes. Der Dummy wurde dadurch aus der Babyschale geschleudert. Beim Axkid entriegelte sich der Stützfuß und fuhr vollständig ein. Außerdem brach das Gurtschloss aus der Sitzschale, wodurch das Becken des Dummys nach oben geschleudert wurde", erläutert der Testexperte.
Reaktionen der Hersteller
Die Hersteller der im Test durchgefallenen Kindersitze wurden vorab über die Ergebnisse informiert und reagierten laut Kerbl umgehend: "Die Verantwortlichen von Britax Römer haben uns mitgeteilt, dass sie derzeit die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses untersuchen. Über das weitere Vorgehen, etwa Austausch, Reparatur, Rückruf oder andere Maßnahmen, soll nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden. Axkid teilte uns mit, dass der Verkauf des 'Minikid Core' eingestellt wurde und Kund:innen ein Austausch des getesteten Sitzes gegen einen 'Minikid 4 Pro' angeboten wird."
Über den ÖAMTC Kindersitztest
Die durchgeführten Frontalaufprallversuche im Rahmen der Kindesitztests orientieren sich hinsichtlich der Unfallschwere an den aktuellen Euro NCAP-Fahrzeugcrashtests. Dabei wirken auf die Testprodukte deutlich höhere Kräfte als bei den gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsversuchen gemäß UN-Regelung 129. Die Ergebnisse der Kindersitztests der vergangenen Jahre zeigen, dass viele Sitzmodelle auch den höheren Anforderungen standhalten und zahlreiche Hersteller die Kriterien des Verbraucherschutztests bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen.
"Wir raten Eltern jedenfalls dringend, sich vor dem Kauf von Kindersitzen umfassend über unabhängige Testergebnisse zu informieren. Unsere Tests bieten dafür eine verlässliche Orientierungshilfe", so Kerbl abschließend.
Die vollständigen Ergebnisse der aktuellen Testrunde werden am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.
Bildmaterial zur Aussendung gibt es unter www.oeamtc.at/presse.