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ÖAMTC warnt: Müdigkeit am Steuer ist unterschätzte Unfallursache

Junge Lenker setzen vermehrt auf Wachhalten durch trügerische Tricks wie Fensteröffnen, laute Musik und Energydrinks

Im Vorjahr gab es österreichweit 422 Unfälle mit der Hauptunfallursache Müdigkeit, tödliche Unfälle aufgrund von Müdigkeit gab es 2018 "nur" drei (Quelle: Statistik Austria). Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen. "Unterschiedliche Studien gehen davon aus, dass fast jeder fünfte Verkehrsunfall müdigkeitsbedingt ist, bei nächtlichen Unfällen sogar bis zu 42 Prozent", erklärt ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger. Zu wenig Schlaf beeinflusst die Konzentrationsfähigkeit und das Risikobewusstsein negativ und lässt die Fehlerrate steigen. "Generell gilt für das Lenken von Fahrzeugen: Der Lenker muss sich in einer solchen körperlichen und geistigen Verfassung befinden, dass er das Fahrzeug beherrschen und die entsprechenden Rechtsvorschriften beachten kann. Bei Müdigkeit kann es daran fehlen", hält Seidenberger fest. Kommt es dadurch zu einem Unfall, kann den Fahrer zumindest ein Mitverschulden am Unfall und den Folgen treffen.

"Hinter dem Steuer ignorieren viele Menschen die ersten Müdigkeitssignale wie unruhiges Sitzes, Gähnen, Augenreiben, einen starren Blick und Tagträume und setzen so eine Hochrisikofahrt fort", warnt die Expertin des Mobilitätsclubs. Insbesondere junge Lenker unterschätzen Müdigkeit am Steuer. "Junge versuchen häufiger als ältere Lenker, sich bei den ersten Müdigkeitssignalen durch diverse 'Tricks' wachzuhalten", weiß Seidenberger. So versuchen 65 Prozent der jungen Lenker, sich durchs Öffnen der Fenster wachzuhalten (ältere Lenker 60 Prozent), die Musik lauter drehen ist für 51 Prozent der Jungen das Mittel zum Munterbleiben (ältere Lenker 30 Prozent), 53 Prozent greifen zu diversen coffeinhaltigen Drinks (ältere Lenker 38 Prozent). (Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat 2016)

Zu lange Routen, zu viel Monotonie – 30 Minuten Powernap hilft

Befragungen zeigen, dass viele Lenker ihre Routen zu lange planen, die Monotonie unter- und ihre Fähigkeiten überschätzen und dann trotz Erschöpfung und Müdigkeit weiterfahren. Eine Pause oder ein Fahrerwechsel werden als Schwächezeichen gewertet und abgelehnt. Die ÖAMTC-Psychologin rät Fahrzeuglenkern zu mehr Sensibilität hinsichtlich dem Erkennen und Akzeptieren der eigenen Körpersignale. "Die ersten Anzeichen von Müdigkeit muss man ernst nehmen. Ein Powernap von 20 bis 30 Minuten sind für eine kurze Erholung ausreichend", so Seidenberger. Eine ideale Nap-Pause besteht aus einer Distanzierungsphase (ca. 5 Minuten – Sitzlehne einstellen, Handy ausschalten, Wecker einstellen, für ruhige Umgebung sorgen), einer Rekreationsphase (ca. 20 Minuten – Ausspannen, Erholen, Schlafen) und einer Reorientierungsphase (ca. 5 Minuten). "Beim Powernap muss nicht zwangsweise geschlafen werden – dösen hat denselben Effekt", erklärt die Expertin.

Idealerweise bereitet man sich vor einer längeren Fahrt vor, indem man ausreichend schläft, bereits vorab bei der Fahrt- und Routenerstellung auch Pausen mitplant und nicht zu ungewohnten Zeiten losfährt, zu denen man üblicherweise schläft (z. B. zwischen 2-5 Uhr in der Früh). "Müdigkeitsanzeichen sind gut erkennbar. Wer das Gefühl hat, ein Fahrer wirkt übermüdet, kann einen Fahrerwechsel anbieten, eine Pause oder einen längeren Stopp einfordern", appelliert die ÖAMTC-Expertin an Fahrer und Beifahrer. "Wer wirklich müde ist, sollte nicht mehr weiterfahren."

Rückfragehinweis:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
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