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ÖAMTC: Unfallrisiko durch tiefstehende Sonne

Mehr als 1.600 Personenschäden bei Unfällen durch blendende Sonne im Vorjahr

Über sogenanntes Kaiserwetter mit Sonnenschein und strahlendem Himmel freut sich jeder. Aber aufgrund der immer noch tiefstehenden Sonneneinstrahlung entsteht durch Blendung eine erhöhte Unfallgefahr – verstärkt wird dieser Effekt bei Tauwetter durch nasse Fahrbahnen, die das Sonnenlicht zusätzlich reflektieren. Im Vorjahr gab es mehr als 1.600 verletzte und 20 getötete Personen im Straßenverkehr bei Unfällen mit blendender Sonne. "Wenn die Sonne fast waagrecht durch die Windschutzscheibe fällt, ist die Gefahr der Blendung sehr groß. Das kann zum Übersehen von anderen Verkehrsteilnehmer:innen, Lichtsignalen von voranfahrenden Fahrzeugen sowie Verkehrszeichen an Straßen- oder Eisenbahnkreuzungen führen", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Fahrfehler und Unsicherheit durch Blendung können Unfälle verursachen

Die Sichtbehinderung und Konfrontation mit gleißendem Sonnenlicht kann für plötzliche Unsicherheit und Fahrfehler sorgen und sogar eine kurze Zeit danach die optische Wahrnehmung negativ beeinträchtigen. Das betrifft alle Verkehrsteilnehmer:innen – auch Fußgänger:innen und Radfahrer:innen können geblendet werden und dadurch andere Verkehrsteilnehmer:innen übersehen oder Situationen falsch einschätzen. "Besondere Vorsicht gilt daher für alle im Bereich von Kreuzungen, Fußgängerampeln, Zebrastreifen, in Wohnstraßen, nahe Schulen, Kindergärten sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen", betont die ÖAMTC-Expertin.

Eine Umfrage ergab, dass 70 Prozent der befragten Lenker:innen blendendes Sonnenlicht als störend und ein Drittel der Befragten sogar als starke Belastung wahrnehmen. Bezogen auf den Hauptunfallverursacher bei blendender Sonne (2018-2020) zeigt sich darüber hinaus auch, dass sowohl junge als auch erfahrene Verkehrsteilnehmer:innen gleichermaßen gefordert sind – über 16 Prozent der Hauptverusacher:innen waren zwischen 21 und 30 Jahre alt, knapp 18 Prozent zwischen 51 und 60 Jahren.

Die wichtigsten Tipps der ÖAMTC-Expertin bei blendender Sonne

* Sonnenschutz: Sonnenbrille und Sonnenblende schützen vor dem grellen Licht. Die Sonnenbrille sollte bei strahlendem Sonnenschein bereits vor Beginn der Fahrt verwendet werden oder griffbereit liegen. Für kleinere Lenker:innen gilt: präventiv den Sitz, wenn möglich, höherstellen – dadurch entsteht ein größer Abschattungsbereich von der Sonnenblende.

* Vorausschauend fahren: "Wer auf sich ändernde Lichtverhältnisse und mögliche Blendungen gefasst ist, kann das Tempo rechtzeitig reduzieren und den Sichtverhältnissen anpassen", erklärt Seidenberger. An Kuppen und vor Kurven muss man damit rechnen, dass sich die Lichtbedingungen schlagartig ändern – deshalb vorsichtig herantasten und sich auf seine Spur konzentrieren.

* Abstand halten und Tempo reduzieren: Ein zu geringer Abstand erhöht das Risiko von Auffahrunfällen. "Mehr Abstand bedeutet auch mehr Zeit, um reagieren oder rechtzeitig bremsen zu können", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

* Nicht ablenken lassen: Vor allem bei schwierigen Sichtverhältnissen sollten Ablenkungen während der Fahrt minimiert werden und die volle Konzentration auf die Straße gerichtet sein.

* Saubere Innen- und Außenscheiben: Ordentlich gereinigte Windschutzscheiben und Helmvisiere sowie gut funktionierende Wischerblätter sind für eine gute Sicht besonders wichtig. Trifft das Licht auf schmutziges, nicht fettfreies Glas, wird der Lichtstrahl stärker gebrochen und der Blendeffekt erhöht.

* Blendung von hinten: Blendung kann auch eine Gefahr sein, wenn man die Sonne "im Rücken" hat. "Getönte Heckscheiben helfen wenig, weil man auch in den Spiegeln nichts sieht", erklärt Seidenberger.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
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