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ÖAMTC-Kindersitztest offenbart große Qualitätsunterschiede

Zwei Modelle scheitern am Frontalcrash, sieben Kindersitze erreichen ein "gut"  

Kindersitztest Herbst 2026Im aktuellen Kindersitztest, den der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen zweimal im Jahr durchführt, wurden insgesamt 15 Modelle unterschiedlicher Größenklassen und Hersteller ausführlich auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt und Umweltschadstoffe geprüft und bewertet.

Die Ergebnisse zeigen laut ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl ein gemischtes Bild: "Immerhin sieben Modelle erreichten die Bewertung 'gut', vier weitere wurden mit 'befriedigend' beurteilt. Zwei Sitze erhielten lediglich ein 'genügend', zwei weitere fielen mit 'nicht genügend' durch."

Zweimal "nicht genügend" – Hersteller reagieren auf ÖAMTC-Warnung

Mit "genügend" bewertet wurden der Avionaut Aerofix Smart + IQ Orbit sowie der Joie i-Provo. "Beim Avionaut Aerofix Smart wurden Umweltschadstoffe im Bezugsstoff nachgewiesen. Der Joie i-Provo zeigte Schwächen bei den Seitenaufprall-Versuchen", erklärt Kerbl.

Vor den beiden mit "nicht genügend" bewerteten Modellen Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z und Axkid Minikid Core hatte der ÖAMTC im Vorfeld bereits gewarnt. "Beide Modelle zeigten erhebliche Schwächen beim Frontalaufprall, der sich hinsichtlich der Unfallschwere an aktuellen Euro NCAP-Crashtests orientieren. Das von diesen Modellen ausgehende Sicherheitsrisiko ist erheblich", betont der ÖAMTC-Experte.

Beide Hersteller haben inzwischen umfassend reagiert: Axkid hat den Verkauf des Minikid Core eingestellt und bietet seinen Kund:innen einen Austausch des Sitzes gegen einen Minikid 4 Pro an. Auch Britax Römer hat reagiert und eine Rückrufaktion für jene Babyschalen eingeleitet, die zwischen 26. Dezember 2025 und 30. September 2026 produziert wurden.

Auffällige Qualitätsunterschiede bei Kindersitzen

"Unsere aktuelle Untersuchung zeigt einmal mehr, dass es bei Kindersitzen teils auffällige Qualitätsunterschiede gibt und dass nicht alle Modelle die hohen Anforderungen des Verbraucherschutztests – die deutlich strenger sind als die Vorgaben bei der Zulassung – erfüllen", hält Kerbl fest. Er rät daher allen Eltern, sich vor dem Kauf gründlich zu informieren: "Die Auswahl an empfehlenswerten Produkten ist grundsätzlich groß. Darüber hinaus testen wir zweimal pro Jahr aktuelle Modelle aus dem Handel."

Laut Kerbl ist es auch ratsam, den passenden Kindersitz im Fachhandel zu kaufen und das eigene Fahrzeug sowie das Kind mitzunehmen: "So kann man verschiedene Modelle ausprobieren und die Kompatibilität prüfen. Nach dem Kauf sollten unbedingt auch die Betriebsanleitungen von Kindersitz und Fahrzeug beachtet werden, da der korrekte Einbau entscheidend für die Schutzwirkung ist."

Warnung vor Produkten von außereuropäischen Handelsplattformen

Erstmals wurden separat auch drei weitere Kindersitze getestet, die auf Handelsplattformen eingekauft wurden, welche ihren Sitz außerhalb Europas haben. Die Ergebnisse dieser Stichprobe zeigen ein hohes Sicherheitsrisiko: Zwei der getesteten Produkte verfügten über keine UN Reg. 129-Zulassung und dürfen deshalb in Europa grundsätzlich nicht zur Sicherung von Kindern im Auto verwendet werden. "Keines der drei getesteten Modelle bestand die Anforderungen dieses Verbraucherschutztests, bei den durchgeführten Crashversuchen bestand jeweils ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind", so Kerbl abschließend.

Fakten auf einen Blick

  • 15 Kindersitze wurden getestet: sieben erhielten das Ergebnis "gut", vier "befriedigend", zwei "genügend" und zwei "nicht genügend".
  • Die Modelle Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z und Axkid Minikid Core zeigten erhebliche Schwächen beim Frontalaufprall; das Sicherheitsrisiko ist erheblich.
  • Axkid stellte den Verkauf des Minikid Core ein und bietet einen Austausch gegen einen Minikid 4 Pro an.
  • Britax Römer startete einen Rückruf für betroffene Babyschalen, die zwischen 26. Dezember 2025 und 30. September 2026 produziert wurden.
  • Insgesamt offenbarte der Kindersitztest große Qualitätsunterschiede unter den Modellen.
  • Drei separat getestete Kindersitze von außereuropäischen Handelsplattformen erfüllten die Anforderungen des Verbraucherschutztests nicht; bei den Crashversuchen bestand jeweils ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind.
  • Quelle: ÖAMTC | Stand: Oktober 2026

Die vollständigen Testergebnisse sind unter www.oeamtc.at/kindersitztest abrufbar.

Über den ÖAMTC

Der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club) ist der größte Mobilitätsclub Österreichs und arbeitet aktiv in einem weltweiten Netz von Mobilitätsclubs mit. Er ist ein wirtschaftlich und parteipolitisch unabhängiger Verein. Für den ÖAMTC steht die Dienstleistung für seine 2,6 Millionen Mitglieder im Mittelpunkt: Der Club ist Ansprechpartner in allen Fragen rund um Mobilität – im Alltag wie in Notsituationen – und Förderer der Interessen seiner Mitglieder. Unter dieser Prämisse sind mehr als 4.400 Mitarbeitende im Einsatz für Menschen und Mobilität.

 

Ergebnistabelle ÖAMTC Kindersitztest Herbst 2026 als PDF:

Kindersitztest Herbst 2026