ÖAMTC erinnert: Ab 1. November gilt die situative Winterausrüstungspflicht
Rechtzeitig Reifenwechseltermin buchen – Winterreifen bereits bei nass-kaltem Wetter vorteilhaft
In rund zwei Wochen, ab dem 1. November, gilt in Österreich wieder die situative Winterausrüstungspflicht. "Bei winterlichen Fahrbedingungen darf man dann bis zum 15. April nur mit Reifen unterwegs sein, die mit einem Alpinsymbol und Sternflocke auf der Reifenflanke gekennzeichnet sind – beispielsweise Winterreifen oder auch Ganzjahresreifen", erklärt ÖAMTC-Techniker und Reifenexperte Steffan Kerbl. Schon jetzt rät er dazu, einen Termin für den Reifenwechsel zu buchen: "Erstens sind Winterreifen bei den aktuell vielerorts einstelligen Temperaturen in der Früh, insbesondere auf nassen Fahrbahnen, bereits jetzt im Vorteil und bieten einen besseren Grip. Und zweitens: Kommt dann 'plötzlich' der Wintereinbruch, sind die Werkstätten auf Wochen ausgebucht."
Sind neue Reifen fällig, gibt es eine breite Auswahl am Markt – aber nicht jeder Reifen mit einem Alpinsymbol ist auch tatsächlich gut. Das bestätigt auch der aktuelle ÖAMTC-Winterreifentest unter www.oeamtc.at/tests/reifentest/winterreifentest-2026/, bei dem nur sechs von 32 getesteten Reifen "gut" abgeschnitten haben.
Gesetzliche Mindestprofiltiefe bereits grenzwertig: Mehr Profil bedeutet mehr Sicherheit
ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl rät beim Check der alten Winter- bzw. Ganzjahresreifen: "Je nach Fahrleistung sollte das Restprofil zu Beginn der Saison bei zumindest fünf bis sechs Millimetern liegen. So ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von vier Millimetern bei Winterreifen auch am Ende des Winters noch gegeben."
Ein Test des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen heuer bestätigte die Sinnhaftigkeit dieser Regelung: Mit vier Millimetern Restprofil beginnen Winterreifen demnach an Sicherheit zu verlieren. Besonders deutlich sind die Einbußen auf nasser Fahrbahn – nicht so sehr auf Schnee und Eis. Im Vergleich zu neuen Modellen verloren die Winterreifen mit vier Millimetern Restprofil im Schnitt bis zu 25 Prozent ihrer Leistung in Punkto Wasserverdrängung. Hintergrund: Im Gegensatz zu Sommerreifen mit ihren breiten Mittellaufrillen, können mit Lamellen versehene Winterreifen mit sinkender Profiltiefe deutlich weniger Wasser verdrängen. Dadurch geht der Kontakt zur Fahrbahn früher verloren und der Reifen beginnt aufzuschwimmen ("Aquaplaning").
ÖAMTC-Tipps um das Auto wintertauglich zu machen
Auch das übrige Auto sollte auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Dazu zählen u. a.:
- Beleuchtung auf Funktion und richtige Einstellung prüfen
- Frostschutz in Kühlsystem und Scheibenwaschanlage checken
- Batteriezustand checken (Pannenursache Nr.1: defekte/altersschwache Batterien)
- Rissige bzw. Schlieren ziehende Scheibenwischer ersetzen
- Bereifung auf Profiltiefe und Schäden inspizieren
- Türdichtungen mit Pflegemittel imprägnieren, um Anfrieren zu verhindern
- Eiskratzer und Schneebesen mitführen